Horstmar-Leer
Platz für Kunst und Begegnungen

Horstmar-Leer -

Nach der Premiere im vergangenen Jahr zu den Offenen Ateliers, erfährt der „CUBUS“ nun eine weitere spannende Ausstellung mit Werken Andreas Laugesens: 15 Radierungen zu Erich Frieds einzigem Roman „Ein Soldat und ein Mädchen“ sind der Öffentlichkeit zugänglich. Wer Interesse daran hat, kann bis Ostersonntag (16. April) jeden Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr Ostendorf 2 in Leer vorbeischauen. Fernmündliche Absprachen nimmt Andreas Laugesen unter Telefon 01 60/2 32 28 02 entgegen.

Dienstag, 11.04.2017, 11:04 Uhr

Künstler Andreas Laugesen lädt alle Interessierten zur Ausstellung in den „CUBUS“, der in seinem Garten in der Leerer Bauerschaft Ostendorf 2 steht, noch bis zum Ostermontag (17. April) ein.  
Künstler Andreas Laugesen lädt alle Interessierten zur Ausstellung in den „CUBUS“, der in seinem Garten in der Leerer Bauerschaft Ostendorf 2 steht, noch bis zum Ostermontag (17. April) ein.   Foto: abine Sitte

Fasziniert von Raum und Form hat der Künstler Andreas Laugesen in seinem Garten einen Ort erschaffen, der beides in optischer und symbolischer Harmonie miteinander verbindet und vor allem eines ist: Ein Platz für Kunst und Begegnungen. Nach der Premiere im vergangenen Jahr zu den Offenen Ateliers, erfährt der „CUBUS“ nun eine weitere spannende Ausstellung mit Werken Andreas Laugesens: 15 Radierungen zu Erich Frieds einzigem Roman „Ein Soldat und ein Mädchen“ sind bis Ostermontag (17. April) der Öffentlichkeit zugänglich.

Mit „Es ist, was es ist, sagt die Liebe“ schuf Erich Fried einst ein berührendes Gedicht. Doch der Lyriker hat die Liebe und deren Einfluss auf unser Leben auch in seinem Buch beschrieben: zärtlich, dramatisch, schmerzhaft – und den Künstler Laugesen nachhaltig beeindruckt. Die „radikale Menschlichkeit, die Fried jedem Menschen ohne Ausnahme entgegenbrachte“ sei genau das, woran er gerade in der heutigen Zeit erinnern wolle, so Andreas Laugesen in seinem Vorwort zur Ausstellungseröffnung.

In den 15 Motiven hat Laugesen den ausgelösten „emotionalen Orkan“ ausgewählter Textstellen für sich zu fassen versucht: „Assoziation, nicht Illustration“. Frieds Roman handelt von der Verurteilung einer KZ-Aufseherin zum Tode durch den Strang, die am Tag vor ihrer Hinrichtung nur einen letzten Wunsch äußert: Eine Liebesnacht mit einem der Wachmänner. Doch auch die wahre Liebe kann den Tod nicht verhindern.

Dicht an dicht hängen die schmalen Rahmen, füllt die Serie den kleinen Ausstellungsraum des „CUBUS“, und dennoch wirkt jedes einzelne Bild in starker Präsenz für sich selbst. Dicht an dicht stehen auch die Besucher und müssen sich nah heranwagen an die feinen Linien und Schattierungen.

Ein nacktes Paar umklammert sich in letzter Innigkeit – am Morgen erwartet der Tod das Mädchen, ein hohlwangiges Gesicht am Fenster, ein toter Vogel im Rinnstein. Zart und berührend, aber auch verstörend und bedrohlich wirken die Radierungen nach. Mutter und Kind gehen Hand in Hand als schwarze Schatten unter dem Torbogen mit dem höhnischen Schriftzug: Arbeit macht frei. Angedeutet nur in wenigen Buchstaben und dennoch klar und deutlich wie in greller Leuchtschrift geschrieben. Unter den Bildern liegt der Text, der zu jedem Motiv eine stückweise Erklärung birgt.

Der „CUBUS“ – ein begehbarer Würfel mit dreimetrigen Seitenlängen – erstrahlt äußerlich in silbrig glänzender Hülle, doch sein Innerstes ist wandelbar. Nach Malerei und der Arbeit mit dreidimensionalen Objekten wie figürlichen und formalen Skulpturen, liegt Andreas Laugesens künstlerische Intention nun in der Auseinandersetzung mit Raum. „CUBUS“ gehört als „Raum für azyklische Aktivitäten“ zu dieser Ordnung.

„Der CUBUS soll nun als Forum für die Kunst dienen“, stellt Laugesen das Projekt als Angebot für jedermann vor. Neben klassischen Ausstellungen könnten unter anderem Lichtinstallationen, Theater, Musikaufführungen oder Lesungen hier einen Raum finden. „Alles, was die Fantasie so hergibt.“ Der Künstler freut sich auf rege Nachfragen.

Wer Interesse an der aktuellen Ausstellung hat, kann bis Ostersonntag (16. April jeden Samstag und Sonntag in der Zeit von 10 bis 16 Uhr Ostendorf 2 in Leer vorbeischauen. Fernmündliche Absprachen nimmt Andreas Laugesen unter Telefon 01 60/2 32 28 02 entgegen.

Auch die nächste Ausstellung ist bereits fest gebucht. Vom 29. April (Samstag) bis 7. Mai (Sonntag) treffen Marlies Döking und Manfred Tiedemann in „Dear Prudence and the Love Supreme“ aufeinander.

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