Gut besucht
Mehr Vertrauen und Wertschätzung

Horstmar-Leer -

Der Einladung zur Sonderausstellung vom „Korn zum Brot“ am alten Bahnhof zwischen Horstmar und Laer folgten am Sonntag zahlreiche Besucher. Der Tag begann mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel. Dabei appellierte Diakon Franz-Josef Reuver an die Besucher, den Landwirten und ihrer Arbeit wieder mehr Wertschätzung und Vertrauen entgegenzubringen. Dem schlossen sich die Agrarministerin des Landes NRW, Christina Schulze Föcking, und Bürgermeister Robert Wenking an.

Montag, 21.08.2017, 14:08 Uhr

Wie früher gedroschen wurde, demonstrierten diese beiden Landwirte während des Gottesdienstes auf dem Ausstellungsgelände unter freiem Himmel. Der Mini-Mähdrescher (kleines Bild) war der Star der Ausstellung.
Wie früher gedroschen wurde, demonstrierten diese beiden Landwirte während des Gottesdienstes auf dem Ausstellungsgelände unter freiem Himmel. Der Mini-Mähdrescher (kleines Bild) war der Star der Ausstellung. Foto: fn

„Wir wollen mit der Ausstellung die Wertschätzung des Korns, dessen Anbauer und Veredler wieder bewusst machen. Wir müssen wieder lernen, Lebensmittel als Mittel zum Leben zu sehen und zu achten,“ betonte Ludger Hummert am Sonntagvormittag bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste am Außengelände des Horstmarer Bahnhofs. Den gleichen Tenor schlugen auch Diakon Franz-Josef Reuver bei seiner mit viel Beifall aufgenommenen Predigt, die Agrarministerin des Landes NRW, Christina Schulze Föcking , und Bürgermeister Robert Wenking an.

Ludger Hummert hatte gemeinsam mit Norbert Wiechers und Albert Krotoszynski die Sonderausstellung „Vom Korn zum Brot“ samt buntem Rahmenprogramm organisiert. Der Tag begann mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel, zu dem das Geläut der eigens aus der Antoniuskapelle herbeigeschafften Glocke einlud. Im weiten Rund waren alle Plätze besetzt, als Pastor Dhaman Karanam im Beisein der Bannerabordnungen der Landjugend die Messfeier eröffnete.

Diakon Franz-Josef Reuver warb um Einsicht und Verständnis für die Landwirtschaft. Die bäuerliche Romantik sei verschwunden, der Landwirt stehe im ständigen Existenzkampf und Preisdruck. „Wir sind oft nicht bereit, die Leistungen anständig zu honorieren,“ richtete er den Fokus auf das Verhalten vieler und kritisierte die „Geiz-ist-geil-Werbung. Jede gute Ware habe ihren Preis.

„Bringen wir der Landwirtschaft wieder mehr Vertrauen und Wertschätzung entgegen“ forderte der Diakon die Besucher nachdrücklich auf.

Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking erinnerte an die viele Arbeit, die in der Erzeugung der Lebensmittel steckt, heute aber viel zu wenig geschätzt werde. Zahlreiche Arbeitsschritte seien erforderlich, um beispielsweise das tägliche Brot herzustellen. Es sei zu einer Selbstverständlichkeit geworden, denn es sei jederzeit und überall in verschiedensten Sorten verfügbar. „Eine neue Wertschätzung für Lebensmittel ist notwendig“, mahnte sie an, denn noch immer gingen in Deutschland mindestens jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel verloren.

Mittlerweile gebe es jedoch eine Reihe von Initiativen aus der Gesellschaft, der Landwirtschaft und dem Lebensmittelhandwerk, die versuchten, der Entwicklung entgegenzuwirken. So werde das Wissen über eine richtige Aufbewahrung von Brot auf Brottüten kommuniziert und die vielfältigen Rezepte zur Weiterverwendung bekannter. Auch regionale und saisonale Lebensmittel gewännen an neuer Bedeutung.

Bürgermeister Robert Wenking dankte den Initiatoren für die gelungene Ausstellung. Die Gäste verweilten noch lange beim Gespräch über die vermeintlich gute alte Zeit.

Beim Rundgang auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände mit zahlreichen Gerätschaften früherer Zeiten wurde deutlich, wie man in den 50er Jahren das Getreide geerntet und weiterverarbeitet hat; einmal auf Bildern aber auch mit echten Maschinen. Es gelang, die Entwicklung des Korns zum Brot sehr anschaulich darzustellen. Der Heimatverein Darfeld hatte historische landwirtschaftliche Geräte mitgebracht, dazwischen tuckerten die Oldtimer-Traktoren.

Absoluter Star der Ausstellung war ein Mini-Mähdrescher, den Theo Steiling aus Beelen in einjähriger Arbeit erstellt hatte und auf dem die Kinder Platz nehmen durften.

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