„Fünf vor Zwölf“
„Wir wollen aufrütteln“

Horstmar-Leer -

Zu einer Bürgerversammlung lädt die Genossenschaft „Unser Dorfladen in Leer“ im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung am kommenden Montag (28. August) um 19 Uhr in den Saal der Gaststätte „Tante Toni“ ein. „Vor vier Jahren wollten ihn alle haben. Wie können wir ihn weiter halten?“, so lautet die zentrale Frage des Abends, die den Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Rüße und seine Mitglieder umtreibt. Sie wollen die Leerer aufrütteln und deutlich machen, dass es mindestens „Fünf vor Zwölf“ ist. „Wenn es uns gemeinsam mit den Bürgern nicht gelingt, das Ruder umzulegen und von den Verlusten weg zu kommen, dann haben wir ein Problem“, warnt Rüße, der sich den Fragen der WN stellt.

Donnerstag, 24.08.2017, 15:08 Uhr

Die Leerer Bürger sollten alle im Dorfladen einkaufen und auch nicht nur das, was sie woanders vergessen haben. Das wünschen sich der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft „Unser Dorflanden in Leer“, Klaus Rüße (kleines Foto), und seine Mitstreiter, die am kommenden Montag zur Bürger- und Mitgliederversammlung einladen.
Die Leerer Bürger sollten alle im Dorfladen einkaufen und auch nicht nur das, was sie woanders vergessen haben. Das wünschen sich der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft „Unser Dorflanden in Leer“, Klaus Rüße (kleines Foto), und seine Mitstreiter, die am kommenden Montag zur Bürger- und Mitgliederversammlung einladen.

Warum haben Sie zur Bürgerversammlung eingeladen?

Klaus Rüße : Als Genossenschaft müssen wir unsere Mitglieder einmal im Jahr informieren, wie das zurückliegende Geschäftsjahr gelaufen ist, bestimmte Regularien erfüllen und so weiter. Im Prinzip kommen zu dieser Versammlung fast immer dieselben und längst nicht alle Mitglieder. Die kommen, das sind in aller Regel auch treue Kunden. Denen berichten wir jetzt seit der ersten Mitgliederversammlung, dass wir und wie viele Euro Verlust wir gemacht haben. Aber mehr als einkaufen können diese Mitglieder nicht, so dass wir die Idee hatten, unsere Mitgliederversammlung für alle Bürger offen zu machen und allen noch mal „Dorfladen erklären.“

Wie meinen Sie das: „Dorfladen erklären“?

Rüße: Wenn wir uns die Umsatzzahlen ansehen, lassen diese für uns nur einen Schluss zu: Es gibt zu viele Kunden, die nur einkaufen, was sie woanders vergessen haben, und zu wenige Kunden, die das tun, was bei der Vorstellung des Konzepts immer und immer wieder betont wurde: Dorfladen geht nur, wenn wir im Dorf unsere Kaufgewohnheiten auf Dauer ändern. Der Grundbedarf muss im Dorfladen gedeckt werden. Vom vergessenen Pfund Butter kann er nicht betrieben werden. Und nur wer dazu bereit war, sollte Mitglied werden und sich dann bitteschön auch daran halten.

Dieser Punkt wurde doch schon oft zur Sprache gebracht. Kann eine Bürgerversammlung helfen, das Verhalten der Bürger zu ändern?

Rüße: Natürlich ist das Thema nicht neu. Aber offenbar kann es nicht oft genug wiederholt werden, und das in aller Deutlichkeit: Nicht der Aufsichtsrat und nicht der Vorstand haben es in der Hand, ob es auch morgen oder übermorgen unseren Dorfladen noch gibt, sondern allein unsere Kunden.

Was erwartet die Bürger, die zur Versammlung kommen?

Rüße: Durch die bis jetzt aufgelaufenen Verluste sind Jahr für Jahr Teile unseres Geschäftsguthabens von ursprünglich 85 250 Euro verzehrt worden. Das hat nichts mit Liquidität zu tun. Die Liquidität war und ist gegeben. Als Genossenschaft sind wir aber verpflichtet, dafür zu sorgen, dass der Geschäftsanteil eines jeden Mitglieds werthaltig bleibt. Und das geht nur, wenn weitere Verluste vermieden werden.

Was erwarten Sie von Mitgliedern und den interessierten Bürgern am Montagabend?

Rüße: Ideen, Vorschläge, Bereitschaft zur ehrenamtlichen Unterstützung, Solidarität.

Könnten sie das ein wenig weiter ausführen?

Rüße: Es würde uns allen schon sehr helfen, wenn diese Versammlung denselben Effekt hätte wie unser allererstes Rundschreiben, das uns im Februar 2014 den besten Umsatz aller Monate vorher und nachher beschert hat: Rund 52 000 Euro, und das in einem Monat mit zwei oder drei Tagen weniger, an denen der Laden geöffnet hatte. Aber noch einmal: Wir gehen – wie das so schön heiß – ergebnisoffen in diese Versammlung. Wir hoffen auf eine große Beteiligung, auf gute Vorschläge und auf einen nachhaltigen besseren Umsatz. Mir will es einfach nicht in den Kopf, dass dieses Dorf nicht in der Lage sein soll, einen Dorfladen am Leben zu erhalten.

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