Ausstellung im Münsterhof
Eintrittskarte des Ortes

Horstmar -

Am Denkmaltag präsentierte auch die Künstlergruppe „050505“ ihre Ausstellung „Durch die Zeit“ im Münsterhof. Eine tolle Ergänzung.

Montag, 11.09.2017, 16:09 Uhr

Die Aussteller der Künstlergruppe 050505 (v.l.): Barbara Gaux, Helga Ecken, Bernhard Hüsken, Marlies Döking interpretierten das Thema „Durch die Zeit“ mit eigenen Ideen. Helga Ecken (kl. Bild) zeigte „Traurige Pferde im Regen“.
Die Aussteller der Künstlergruppe 050505 (v.l.): Barbara Gaux, Helga Ecken, Bernhard Hüsken, Marlies Döking interpretierten das Thema „Durch die Zeit“ mit eigenen Ideen. Helga Ecken (kl. Bild) zeigte „Traurige Pferde im Regen“. Foto: Sabine Sitte

Am Denkmaltag präsentierte auch die Künstlergruppe „050505“ ihre Ausstellung „Durch die Zeit“ im Münsterhof. Zwischen den Führungen mit Professor Anton Janßen durch die Geschichte des historischen Gemäuers blieb den Besuchern auch Zeit für eine Stippvisite durch die Schaffensperioden der Künstlerschaft.

Die Künstlergruppe hatte den Anspruch, dem Thema des Denkmaltages künstlerisch gerecht zu werden. „Wir interpretieren unseren Ausstellungstitel auch für uns selbst“, sagte Marlies Döking , Und so brachten die fünf Künstler und Künstlerinnen auch einen Großteil älterer Werke in die Ausstellung und resümierten: „So haben wir uns entwickelt.“

Klassisch präsentierte Bernhard Hüsken seine Erinnerungen in Öl. Ansichten von Wennings Mühle aus verschiedenen Perspektiven, Haus Alst und die Leerbachquelle schmückten die Wände im Innern des Münsterhofes. Auch Szenen längst ausgestorbener Handwerksberufe hatte Hüsken auf Leinwand gebannt: Schnitter bei der Getreideernte, einen Schmied am Amboss und einen Holzschuhmacher in seine Arbeit vertieft.

Auch Hubertus Brunstering hatte Bilder älteren Datums vom Münstertor und der Gertrudis-Kirche im Stil des Malers Wassily Kandinsky ausgestellt. Dazwischen aktuelle Arbeiten: Collagen aus Zeitschriftenschnipseln und in aufwändiger Schablonentechnik.

Helga Ecken zeigte nur einen winzigen Ausschnitt ihres Schaffens und präsentierte zwei abstrakte Farb- und Materialexperimente und das figürliche Werk „Traurige Pferde im Regen“. Neue Bilder und Skulpturen stellte Marlies Döking in den unmittelbaren Vergleich zu früheren Arbeiten: Das Münstertor in Abstraktion hatte sie 2012 gemalt und ausgestellt, und das Schlosstor erst vor einigen Tagen malerisch neu interpretiert.

Doch Marlies Döking hantiert nicht nur mit Pinsel und Leinwand, sondern liebt die dreidimensionale Darstellung. So fanden ihre Skulpturen aus Holz ihren Platz im Münstertor.

Inspiriert von den Gedichten nach Mascha Kaléko oder aus der Krümmung eines Holzstückes entstanden, begeisterten die vor allem weiblichen Figuren die Besucher.

Ein Novum ist Dökings Präsentation ihrer sehr privaten Bronzestatue „Faire l`amour“, die nur dem Insider an deren Unterseite ein pikantes Geheimnis offenbarte „Ich stelle die Figur – ein sitzendes Liebespaar in inniger Umarmung - nur hier aus, weil ich als Horstmarerin einen besonderen Bezug zum Ort habe.“ Auch Barbara Gaux hatte nach einem eigenen Bezug zur Ausstellung und zum Denkmaltag gesucht.

Ihr Haiku „Mit jungen Kräften den Zauber und die Schönheit des Alten wahren“ beschrieb das Vermächtnis der Erinnerungen und den Erhalt historischer Gemäuer mittels neuzeitlicher Methoden.

Für die zahlreichen Besucher der Führungen durch die Geschichte des Münstertores war die Ausstellung ein attraktiver Einstieg und – wie Bürgermeisters Robert Wenking in seiner Begrüßungsrede die Denkmäler Horstmars umschrieb – eine ansprechend gestaltete „Eintrittskarte des Ortes“.

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