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Erste Ansätze für eine „Offene Kommunion“

Horstmar -

Prof. Dr. Michael Beintker leitete den Vortrags- und Gesprächsabend der Christlichen Bildungswerke Horstmar zum Thema „Die Abendmahlsgemeinschaft christlicher Kirchen als ökumenische Perspektive“ mit grundlegenden Gedanken zur Frage „Was geschieht beim Abendmahl?“ ein. Er machte dabei deutlich, dass der Einladende nicht der Pfarrer/Priester oder die Kirche sei, sondern Jesus Christus selbst und er bei dieser Mahlgemeinschaft gegenwärtig sei. Über die Art der Gegenwart Christi hätten die Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin unterschiedliche Auffassungen entwickelt.

Sonntag, 15.10.2017, 20:10 Uhr

Prof. Dr. Michael Beintker erklärte, was beim Abendmahl geschieht.
Prof. Dr. Michael Beintker erklärte, was beim Abendmahl geschieht. Foto: aja

Prof. Dr. Michael Beintker leitete den Vortrags- und Gesprächsabend der Christlichen Bildungswerke Horstmar zum Thema „Die Abendmahlsgemeinschaft christlicher Kirchen als ökumenische Perspektive“ mit grundlegenden Gedanken zur Frage „Was geschieht beim Abendmahl?“ ein. Er machte dabei deutlich, dass der Einladende nicht der Pfarrer/Priester oder die Kirche sei, sondern Jesus Christus selbst und er bei dieser Mahlgemeinschaft gegenwärtig sei. Über die Art der Gegenwart Christi hätten die Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin unterschiedliche Auffassungen entwickelt. Im Gegensatz zur katholischen Messopfer- und Transsubstantiationslehre, bei der das Amt des Priesters durch die Weihe in der apostolischen Sukzession herausgehoben werde.

Dies legte Prof. Beintker ausführlich dar mit dem Hinweis, dass es erst seit 1973 mit der Leuenberger Konkordie eine Abendmahlsgemeinschaft der meisten evangelischen Kirchen und der anglikanischen Kirche gebe.

In den letzten Jahrzehnten würden viele Gläubige ihre Gewissensentscheidung zur Teilnahme am evangelischen Abendmahl über das immer noch gültige Kirchenrecht stellen. Wünschenswert wäre eine „Offene Kommunion“ für alle Getauften und in ihrer Kirche zur Abendmahlsfeier Zugelassenen, wie sie beim ökumenischen Kirchentag 2003 praktiziert wurde entgegen gültigem Kirchenrecht, so der Referent.

Erste Ansätze für die Möglichkeit einer „Offenen Kommunion“ gäbe es allerdings, so Beintker, denn das katholische Kirchenrecht erlaube es den Bischöfen, ihrem theologischen Ermessen folgend, bei konfessionsverbindenden Ehen die Grenzen zu öffnen. Ein denkbarer nächstfolgender Schritt wäre eine Zulassung für alle in der eigenen Kirche zur Teilnahme am Abendmahl/Eucharistie Berechtigten, also die „Offene Kommunion“ für alle. Eine Mitwirkung des Amtsinhabers der jeweils anderen Konfession bei der Feier am Altar erfordere aber sicher noch viele Gespräche zwischen den Kirchen und noch mehr Geduld, um dann als Fernziel eine echte Interkommunion zu verwirklichen, so der Referent.

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