Mythos unterirdische Gänge
Unternehmer erkunden Geschichte

Horstmar -

Dem „Mythos unterirdische Gänge“ spürten kürzlich rund 25 Gewerbetreibende aus Horstmar und Leer nach. Sie waren der Einladung des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“ zum Unternehmerabend gefolgt.

Mittwoch, 06.12.2017, 17:12 Uhr

Hausherr und Vorsitzender des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“, Dirk Preckel, begrüßte die Unternehmer aus Horstmar und Leer zum Umtrunk im Sendenhof.  
Hausherr und Vorsitzender des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“, Dirk Preckel, begrüßte die Unternehmer aus Horstmar und Leer zum Umtrunk im Sendenhof.   Foto: rgs

„Ursprünglich wurde der Vortrag für unsere Reihe ‚Ortstermin‘ konzipiert, aber heute Abend präsentieren wir das spannende Thema noch einmal exklusiv für Sie“, begrüßte Geschäftsführer Hubertus Brunstering die Gäste im Sendenhof. Beim Umtrunk im Innenhof des historischen Anwesens wünschte Hausherr Dirk Preckel allen Besuchern einen unterhaltsamen Abend.

Stadtführer Heinz Herdt schilderte die mehr als tausendjährige Geschichte Horstmars und die Entwicklung zur Burgmannstadt. Seit der Zeit der fürstbischöflichen Herrschaft im Jahr 1269 sei die Stadt mit Wällen, Wassergraben und dem Bau von acht Burgmannshöfen massiv befestigt worden. Die Burg habe immer außerhalb des Festungsquadrats gelegen.

Hätten dann nicht auch unterirdische Wehrgänge als Verbindung zwischen den Burgmannshöfen untereinander und als Fluchtweg zur Burg Sinn gemacht?

Geschichten über Geheimgänge wurden über die Jahrhunderte tradiert. Fakten gibt es wenige, aber einige Hinweise auf deren Existenz.

„Ältere Mitbürger berichteten übereinstimmend, dass sie als Kinder in den damals noch offenen, mannshohen Gängen gespielt haben“, so Heinz Herdt.

Belegt ist, dass beim Entfernen einer Linde am Münsterhof ein Gang eingebrochen ist. Auch bei Schachtarbeiten in der Gossenstraße stieß man auf Spuren eines Ganges.

In mehreren Burgmannshöfen finden sich zugemauerte Türen. Gelangte man durch sie in das unterirdische Gangsystem? Schriftlich erwähnt wird nur der Wehrgang im Sendenhof, der nach dem Brand des Gebäudes 1765 überbaut wurde. Bisher gibt es also keine endgültigen Beweise für unterirdische Gänge – sie bleiben ein spannender Mythos. Ein faszinierendes Rätsel ist bis heute auch das Aussehen der 1635 zerstörten Burg.

Lediglich eine kleine Skizze aus dem Jahr 1661 hat die Zeiten überdauert. Hubertus Brunstering präsentierte ein Luftbild und ein modernes Infrarotbild, auf dem der Grundriss der Burg erkennbar ist. Anhand von Plänen vergleichbarer Burganlagen und etwas Fantasie entwarf er eine Rekonstruktion des Horstmarer Burggeländes.

Nach dem informativen und unterhaltsamen Vortrag machten sich die Unternehmer auf zum Stadtrundgang mit Heinz Herdt. Als Kenner der Stadtgeschichte überraschte er die Gruppe mit interessanten Details zu den Burgmannshöfen.

Nach den frostigen Temperaturen freuten sich alle auf den gemütlichen Ausklang des Unternehmerabends im Hotel Restaurant Holskenbänd. Sebastian Roters hatte ein schmackhaftes Buffet zubereitet, das regen Zuspruch fand.

Marie-Theres Kock präsentierte den Gästen ihre Bilderserie mit Horstmarer Motiven. Schnell kamen die Unternehmer mit der Fotokünstlerin ins Gespräch. Ihre ungewöhnlichen Werke sind derzeit in der Sparkasse ausgestellt (wir berichteten).

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