Antonius-Kapelle wieder geöffnet
„Das ist aber schön geworden“

Horstmar -

Seit Mittwoch ist die Antonius-Kapelle am Schöppinger Berg wieder geöffnet. So nutzte die Bruderschaft, die sich um die Pflege des Gotteshauses kümmert ihr Patronatsfest, um ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit zu zeigen, wie der Gebetsraum nach der provisorischen Herrichtung aussieht.

Mittwoch, 17.01.2018, 18:01 Uhr

Die Figur des Heiligen Antonius, die vor dem Unfall in der Kapelle am Schöppinger Berg stand, ziert während des Gottesdienstes den Altarraum der Gertrudiskirche.  
Die Figur des Heiligen Antonius, die vor dem Unfall in der Kapelle am Schöppinger Berg stand, ziert während des Gottesdienstes den Altarraum der Gertrudiskirche.   Foto: Sabine Niestert

Auch wenn es ein schrecklicher Unfall war, er hatte auch etwas Gutes. Schließlich hat das Unglück das Bewusstsein für den Wert der Antonius-Kapelle und die sie pflegende Bruderschaft geschärft. Das macht Pfarrdechant Johannes Büll während des Festamtes anlässlich des Patronatsfestes am Mittwoch in der Gertrudiskirche deutlich. „Alles Schlechte hat auch etwas Gutes“, erklärt er den Gottesdienstbesuchern. Die meisten von ihnen sind Antoniusschwestern und -brüder, die an diesem Morgen ihres Schutzherrn, dem heiligen Antonius, gedenken.

Der Seelsorger freut sich über die „erlösende Nachricht“, dass die Kapelle gerettet und saniert werden kann. So war zunächst befürchtet worden, dass die Andachtsstätte einstürzen könnte, nachdem ein schwerer Sattelzug am frühen Morgen des 3. Januars in das Gebäude gefahren ist und dabei einen erheblichen Schaden angerichtet hat (wir berichteten).

Beim Wiederaufbau gehe es aber nicht nur um das Äußere, sondern auch um das Innere, gibt der Geistliche zu bedenken, dass es für die Christen gelte, „lebende Steine“ zu sein, damit der Glaube nicht erstarre. Vielmehr gehe es um die Lebendigkeit des Glaubens, die sich durch die Liebe zu Gott, zum Gebet und zum Nächsten ausdrücke. Dem habe sich auch die Antonius­-Bruderschaft verpflichtet, die sich nicht nur dem Glauben, sondern auch der Nächstenliebe verschrieben habe, in dem ihre Mitglieder Menschen in Not helfen würden. „Dafür stehen wir“, betont der Pfarrdechant, der sich freut, während des Gottesdienstes mit Josef Stemping ein neues Mitglied in die Reihen der Bruderschaft aufnehmen zu können.

Um Kraft für die Bruderschaft und ihre Mitglieder wird in den Fürbitten gebetet. Ihnen dankt der Pfarrdechant für ihren unermüdlichen Einsatz. So haben sie am Montag die Kapelle ausgeräumt und gesäubert, damit sie am Tag des Patronatsfestes wieder geöffnet werden kann.

„Das ist aber schön geworden“, lauten einige Kommentare der Besucher, die nach dem Festamt in Fahrgemeinschaften zum Schöppinger Berg fahren, um die Andachtsstätte in Augenschein zu nehmen. Dort haben die Helfer provisorisch einen Altar errichtet. Über diesem hängt ein Antonius-Bild an der Wand. „Das hat uns Silvia Feldhaus aus Schöppingen zur Verfügung gestellt“, zeigt sich der Vorsitzend der Bruderschaft, Heinz Schütte, dankbar für diese großzügige Gabe.

„Wenn der Antonius mich anguckt, weiß ich, dass alles gut wird“, erklärt der Pfarrdechant in der kurzen Andacht, in der die Bruderschaft noch einmal ihr Patronatslied „Sankt Antonius“ anstimmt. Dabei zündet der Vorsitzende auch eine Kerze an, die symbolisiert, dass die Antoniuskapelle ab sofort wieder als Gebets- und Zufluchtsstätte sowie als Raum der Stille und inneren Einkehr zur Verfügung steht. Auch das Gäste- und Fürbittenbuch liegt wieder aus. Dabei handelt es sich um ein neues Exemplar, weil das Vorgänger-Model bei dem Unfall beschädigt worden ist. Dort verewigt sich Johannes Büll, während Heinz Schütte die Fotowand präsentiert, die Bilder des Unfalls und seiner Folgen zeigt. Die Bruderschaft hofft, dass sie nach der Sanierung schöne Aufnahmen von der renovierten Kapelle zeigen kann.

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