Prädikantin berufen
„Jede Predigt ist ein Geschenk“

Laer -

Um die Themen Freiheit und Liebe ging während der Ernennungsfeier von Dr. Esther Sühling zur Prädikantin am Sonntag beim Festgottesdienst in der Laerer Matthäuskirche. In seiner Ansprache betonte Superintendent Joachim Anicker, dass Christus die Menschen zur mündigen Freiheit berufen hat. „Die größte Freiheit ist die Befreiung von der ängstlichen Sorge, zu kurz zu kommen“, meinte er.

Montag, 05.03.2018, 18:03 Uhr

Superintendent Joachim Anicker (.v.r.) berief Dr. Esther Sühling in ihr neues Amt als Prädikantin.
Superintendent Joachim Anicker (.v.r.) berief Dr. Esther Sühling in ihr neues Amt als Prädikantin. Foto: Sabine Niestert

Bewegend, feierlich und fast familiär gestaltete sich die Ernennung von Dr. Esther Sühling zur Prädikantin. Diese nahm Superintendent Joachim Anicker während eines Festgottesdienstes im Kreis des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Borghorst-Horstmar und einiger Kollegen am Sonntagvormittag in der Laerer Matthäuskirche vor. Dorthin waren aus diesem freudigen Anlass auch zahlreiche Gemeindeglieder, Familienangehörige, Verwandte, Freunde und Weggefährten gekommen. Dabei drehte sich alles um die Themen Freiheit und Liebe.

„Die größte Freiheit ist die Befreiung von der ängstlichen Sorge, zu kurz zu kommen“, betonte der Superintendent, der sich damit auf den Glaubensspruch von Esther Sühling bezog. Dieses Wort aus dem Brief des Paulus an die Galater, Kapitel 5,1 hat sich die 54-Jährige für ihr neues Amt gewählt.

Das Thema Freiheit ziehe sich wie ein roter Faden durch das Leben von Esther, meinte Anicker. Aus einem katholisch geprägtem Elternhaus kommend, habe sie als „rebellische“ Jugendliche die Konfession gewechselt. Um beruflich noch freier zu sein, sei die ehemalige Krankenschwester schließlich Ärztin geworden. Zum weißen Kittel käme nun noch der Talar mit dem die neue Prädikantin, die Menschen begleiten wolle.

„Dagmar und Du seid dem Glauben, der Freiheit und der Liebe gemeinsam auf der Spur“, meinte der Superindent zu dem Paar. Durch Handauflegen und seinen Segen berief er die „Neue“ in ihr Amt und wünschte ihr viel Glück bei der Ausübung. „Jede Predigt ist ein Geschenk an die Gemeinde“ appellierte er an die Gläubigen, die gebürtige Oberhausenerin freundlich aufzunehmen und bei ihrem Dienst zu unterstützen. Nachdem auch die Kollegen – darunter die Pfarrer Holger Erdmann, Dagmar Spelsberg-Sühling sowie die Prädikanten Dr. Harald Schmid und Alexander Becker – der neuen Kollegin die Hände aufgelegt hatten, hieß es „Jetzt bis du in Amt und Würden“.

Der Einführungshandlung folgte die Predigt der frisch Berufenen, die eine Karikatur mitgebracht hatte. Diese zeigt fünf Menschen auf einer Stehparty im Gespräch. „Christ?! . . . Ach! Interessant . . . und was macht mann da so?. . . heißt es in einer Sprechblase. Diese Frage versuchte Sühling zu klären. Christen seien leider nicht unbedingt die besseren Menschen, die stets fromm, gnädig und gütig seien. Vielmehr gäbe es auch unter ihnen gute und schlechte. „Die meisten sind irgendwo dazwischen, ich auch“, meinte die Rednerin. Wichtig sei zu erkennen, ob der Mensch sein Herz auf dem rechten Fleck habe. „Ich weiß, dass ich im christlichen Glauben meine Heimat habe“, bekannte Sühling, die bedauerte, dass viele Menschen nicht wüssten, wo sie ständen oder das es ihnen egal sei. Doch was mache sie im Alltag mit ihrer Erkenntnis. Schließlich gäbe es zwischen Sonntag und Sonntag noch einige Tage zu füllen.

„Christ sein ist eine Haltung, wie man sein Leben lebt“, erklärte Sühling, dass diese Worte sehr klug, aber auch sehr kirchlich und hart klängen. Deswegen wolle sie das Wort Gott mit Liebe ersetzen. „Richtet Eure Hoffnung auf die Liebe und werdet zu ihrem Ebenbild, forderte sie die Gemeindeglieder.

Dem feierlichen Gottesdienst, den die Musiker Simone Schnaars und Hans-Otto Kaufmann umrahmten, schloss sich ein Sektempfang an. Den nutzten auch Pfarrer Andreas Ullrich von der katholischen Schwestergemeinde und die neue Pastoralreferentin Anne-Marie Eising um der Prädikantin viel Glück für ihr neues Amt zu wünschen. Die besten Grüße der politischen Gemeinde überbrachte Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann.

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