Ein wahrer Genuss
Kabarett und Comedy vom Feinsten

Horstmar -

Sie sind lustiger, als die Polizei erlaubt: Das Duo „Weibsbilder“ begeisterte das Publikum in Horstmar am Samstagabend mit einer stimmigen Mischung aus Kabarett, Comedy und Musik. Claudia Thiel und Anke Brausch präsentierten ihr aktuelles Programm „Durchgangsverkehr – ausgebremst und abgezockt“ und nahmen die Besucher zwei Stunden in humoristischen Gewahrsam. Auf Einladung des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“ lieferten die Kabarett-Ladies im Vereinshaus der Schützen St. Katharina Gags in Serie.

Mittwoch, 18.04.2018, 08:04 Uhr

Auch als alte Damen in der Fahrschule überzeugten Claudia Thiel (r.) und Anke Brausch.
Auch als alte Damen in der Fahrschule überzeugten Claudia Thiel (r.) und Anke Brausch. Foto: rgs

Als deutsche Gesetzeshüterinnen, die Gesetze eher als unverbindliche Vorschläge auslegen, verkündeten sie für Horstmar gleich neue Vorschriften: „Der Sonntag ist ab sofort so heilig, dass man drei Tage davor und danach nicht arbeiten darf.“ Ein Gast aus der ersten Reihe fing sich ein Knöllchen wegen „Farbterrorismus“ ein: „Braune Schuhe zu blauer Hose geht überhaupt nicht“. Wenig zimperlich zeigten sich die Damen aus der Eifel im Urteil über ihre Mitmenschen: „Hässliche Menschen sind eigentlich nur Evolutionspannen.“ Gleichzeitig bewiesen die Weibsbilder eine gehörigen Portion Selbstironie. So meinte Claudia Thiel mit Blick auf die eigenen Kurven: „Ich bin nicht dick. Das ist eine Cremefüllung.“ Mit spitzer Zunge beharkten sich die beiden auch immer wieder gegenseitig, was beim Publikum Lachsalven auslöste.

Die Kabarettistinnen nahmen diverse gesellschaftliche Trends und den Dogmatismus einiger Zeitgenossen ohne Filter aufs Korn. So outete sich Claudia Thiel als „Second-Hand-Vegetarierin“: „Kuh frisst Gras, ich fress Kuh - so einfach ist das.“ Sie fühle sich als Fleischesserin heute diskriminiert: „Bald muss ich mit meinem Steak vor die Tür zu den Rauchern.“ Besonders die Männerwelt hatte unter den Gags und Pointen der Weibsbilder zu leiden. Doch viele Lacher gingen auch auf Kosten des eigenen Geschlechts.

Ihr großes Schauspieltalent stellten die Weibsbilder durch den ständigen Rollenwechsel unter Beweis. Anke Brausch brillierte als siebenjährige Göre Tineke: „Ich bin nicht dumm, ich hab nur manchmal Pech beim Denken.“ Urkomisch auch ihre Darstellung der alkoholisierten Fahrerin, die ihren Führerschein wieder abholen will - denn wieso laufen, wenn man vier gesunde Räder hat?

Mit sparsamen Requisiten und Kostümen gelang es dem Duo, die diversen Bühnen-Charaktere zum Leben zu erwecken - Comedy vom Feinsten. Die Szenen wirken nicht einstudiert, sondern frisch und spontan. Thiel und Brausch sind Meisterinnen der Improvisation, die Situationskomik ihrer Show einfach umwerfend. Dabei beziehen sie ihr Publikum häufig ins Spiel ein – schlagfertig und manchmal mit bissigen Sprüchen, aber immer überaus charmant. Die Weibsbilder bewältigen die schwierige Gratwanderung zwischen feinsinnigem Humor, Satire und komödiantischem Klamauk mit Bravour. Selbst Gasssenhauer wie Mike Krügers Party-Hit „Auf der Autobahn nachts um halb eins“ reißen das Publikum mit und sinnige Sprüche wie „hat das Blümchen einen Knick, war das Bienchen wohl zu dick“,werden richtig dosiert und im passenden Kontext zu Brüllern. Auch deftige Sprüche und Zweideutigkeiten, vor denen die Vollblut-Entertainerinnen nicht zurück schrecken, gleiten nie ins Zotenhafte ab.

„Durchgangsverkehr - ausgebremst und abgezockt“ ist das 11. gemeinsame Programm der Weibsbilder. Das Duo aus der Eifel hat mittlerweile eine riesige Fangemeinde in ganz Deutschland. Im Herbst 2016 gastierten Claudia Thiel und Anke Brausch erstmals vor Ort und eroberten das Publikum beim Oktoberfest in Leer. Auch in Horstmar bedankten sich die begeisterten Besucher mit häufigem Szenen- und riesigem Schlussapplaus bei den Entertainerinnen.

„Hoffentlich kommen die bald wieder“, lautete der einhellige Wunsch.

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