Es geht weiter
Den „Ewigkeitsverlust“ vermeiden

Horstmar -

Seit Anfang dieser Woche laufen wieder Ausgrabungsarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Crins in der Münsterstraße mitten in der Altstadt von Horstmar. Im Auftrag der Abteilung „Archäologie für Westfalen“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe wird dort nach Vorgängerstrukturen aus dem Mittelalter gesucht. Diese sollen näher untersucht und dokumentiert werden.

Dienstag, 12.02.2019, 19:00 Uhr
Trotz des ungemütlichen Wetters haben Karlotta Lämmel, Juline Diekneite und Ausgrabungsleiter Dennis Becker ihre Arbeit auf dem ehemaligen Gelände des Hotels Crins aufgenommen. Foto: Sabine Niestert
Trotz des ungemütlichen Wetters haben Karlotta Lämmel, Juline Diekneite und Ausgrabungsleiter Dennis Becker ihre Arbeit auf dem ehemaligen Gelände des Hotels Crins aufgenommen. Foto: Sabine Niestert

Das nass-kalte Wetter ist nicht gerade einladend für einen Aufenthalt im Freien. Doch das kann Dennis Becker , Karlotta Lämmel und Juline Diekneite nicht aufhalten. Seit Montag sind die drei auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Crins in Horstmar mit archäologischen Ausgrabungsarbeiten beschäftigt.

„Bei Regen ist es sehr unangenehm“, räumt Dennis Becker ein. Der wissenschaftliche Volontär ist Ausgrabungsleiter und die beiden jungen Frauen absolvieren ihr Freiwilliges Soziales Jahr. Alle drei arbeiten im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe , genauer für die Abteilung „Archälogie für Westfalen“, die Wolfram Essling-Winzler leitet. „Wir haben uns bereiterklärt, die Grabungen zu Ende zu führen“, erklärt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Fläche sei mindestens seit 1565 bebaut und darunter befände sich das gesamte Mittelalter, schwärmt der Experte. Dem LWL gehe es darum, diese Vorgängerstrukturen wissenschaftlich zu erkunden und zu dokumentieren. Eine zeit- und kräftezehrende Arbeit, denn gegraben wird auf dem gesamten Areal, das riesig ist. Trotzdem nimmt der Landschaftsverband diese Mühen gerne auf sich.

„Es gibt nicht oft die Möglichkeit, inmitten eines fast 1000-Jährigen historischen Stadtkerns zu graben und Bodendenkmäler gründlich auszuwerten, begründet Essling-Winzer, dass man diese große Chance unbedingt nutzen wolle. Schließlich gelte es, den „Ewigkeitsverlust“ zu verhindern. So gingen die Spuren des bewohnten Siedlungsraumes für immer verloren, wenn man sie nicht untersuche und dokumentiere.

Wie lange die Arbeiten dauern werden, kann der Fachmann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, denn das hänge vom Wetter und der Personalstärke ab. So bekäme seine Abteilung pro Monat über 100 Bauanfragen, bei denen geprüft werden müsse, ob archäologische Ausgrabungen erfolgen sollten oder nicht. Er rechne mit mindestens zwei Monaten. So lange muss auf die Bebauung der Fläche an der Münsterstraße 11 verzichtet werden. Dort will der Caritasverband ein Haus zur Tagesbetreuung von Senioren errichten.

Ursprünglich wollten der Grundstückseigner und die Caritas schon Ende des vergangenen Jahres mit den Arbeiten für „SenTa“ starten, was der Beginn der Ausgrabungen durch die Fachfirma „Archbau GmbH“ aus Köln im Herbst 2018 allerdings verhindert hat. Nun hoffen natürlich alle Beteiligten auf einen schnellen Fortgang der Grabungen.

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