Originalsatzung des Leerer Kriegervereins ist wieder aufgefunden
Jetzt im Archiv des Ortskulturings

Horstmar-Leer -

„Der Ortskulturring Leer ist um ein Kulturgut reicher geworden“, freut sich der Vorsitzender Franz Ahmann. Es handelt sich um ein Schriftstück mit dem Datum 4. April 1887 und enthält die Satzung des damals gegründeten Leerer Kriegervereins. Auf seltsamen Wegen kam jetzt das Dokument nach Leer.

Dienstag, 26.03.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 27.03.2019, 16:04 Uhr
Briefmarkensammler Ralf Janssen (l.) fand in einem Nachlass die Originalsatzung des ehemaligen Kriegervereins Leer. Der Ortskulturring mit Franz Ahmann freut sich über ein Stück Kulturgut.
Briefmarkensammler Ralf Janssen (l.) fand in einem Nachlass die Originalsatzung des ehemaligen Kriegervereins Leer. Der Ortskulturring mit Franz Ahmann freut sich über ein Stück Kulturgut. Foto: Franz Neugebauer

Der 75-jährige Pädagoge Rolf Janssen aus Münster gehört dem Briefmarkensammlerverein Münster an. Durch eine Veröffentlichung hatte er von einer älteren Dame aus Amelsbüren erfahren, dass sie die Briefmarkensammlung ihres verstorbenen Mannes auflösen wollte. Beim Stöbern in der Sammlung fiel ihm ein alter Briefumschlag in die Hände. Schon wegen der Briefmarke und deren Stempel, der die Jahreszahl 1887 trägt, wurde sein Interesse geweckt. Er schaute genauer hin und entdeckte als Absender im Kopf des Briefumschlages die Mündener Fahnenfabrik – Inhaber Otto Tribian-Hann. Der Briefumschlag trägt den Adressaten „Leerer Kriegerverein, Herrn Engelbert Greving in Leer bei Burgsteinfurt“.

Neugierig geworden fand er im Brief die originale Satzungsurkunde des Kriegervereins. Rolf Janssen durfte sie mitnehmen. Man könne damit wohl jemanden glücklich machen. Und so recherchierte Jansen im Internet, ob es in Leer einen Kriegerverein gibt. Durch eine Veröffentlichung in den Westfälischen Nachrichten erfuhr er von einer Fahne des Kriegervereins Leer, die jetzt in Obhut des Ortskulturringes ist.

Es dauerte nicht lange, bis er mit Franz Ahmann (Junior) Kontakt aufnehmen konnte. Im Archiv des Mühlen- und Heimatvereines in der Grundschule fand die Übergabe statt. Nicht für jeden lesbar ist die in Sütterlin-Schrift gehaltene Urkunde. Franz Ahmann (Senior) ist dieser Schrift noch mächtig. Er nahm eine Übersetzung vor.

Nachzulesen ist jetzt für jedermann, dass die Generalversammlung am 4. April 1887 den Zweck des Vereines in „Pflege, Bestätigung und Stärkung der Liebe und Treue für Kaiser und Reic“ festlegte. Mitglied konnte jeder Leerer Einwohner werden, der bei einem Krieg seiner Dienstpflicht genügte und keine entehrende Strafen erlitten hatte. Der Vorstand bestand damals aus dem Vorsitzenden und Schriftführer Leutermann, Engelbert Greving, stellvertretender Vorsitzender und Kassenführer sowie J. Ahlers, B. Rengers und H. Hüsing.

Der Kriegerverein hat sich 1992 aufgelöst. Beschlossen wurde eine Vereinbarung mit dem Ortskulturring, dass der Verein sein Eigentum dem Ortskulturring überlässt. Dazu gehörte auch die Fahne des Vereins, die 1887 in der Fahnenfabrik in Hann-Münden gefertigt worden ist. Diese wird jährlich am Volkstrauertag durch Mitglieder des örtlichen Schützenvereins getragen.

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