Frauen-Kabarett-Truppe „Dietutnix“ präsentiert ihr neues Programm
Checker-Bräute und Tofu-Terroristen

Horstmar -

Wer lenkt in Wahrheit die Geschicke der Welt? Natürlich die Ehefrauen großer Politiker. Das zeigten am Freitag mit fulminantem Esprit die quirligen Damen des Volx-Kabaretts „Dietutnix“ im Vereinshaus der Katharinen. Ihre hinreißende Darstellung von Melania Trump, Brigitte Macron, Emine Erdogan und Karin Seehofer ließ keine Fragen mehr offen. Die Akteurinnen Heike Knief, Petra Münsterweg, Sabine Hollefeld und Susanne Albers zogen sämtliche Register. Brillant: Sabine in der überaus resolut gespielten Rolle der Seehofer-Angetrauten. Sie schickt ihren Mann zum Spielen mit der elektrischen Eisenbahn in den Hobbykeller, während sie selbst Verträge sichtet und unterzeichnet.

Sonntag, 28.04.2019, 15:36 Uhr
Echt gut drauf: das Kabarett-Quartett „Dietutnix“. Kleines Foto: Petra singt das Hohelied der Kaninchenzucht.
Echt gut drauf: das Kabarett-Quartett „Dietutnix“. Kleines Foto: Petra singt das Hohelied der Kaninchenzucht. Foto: nix

Eingeladen hatte der Stadtmarketingverein „HorstmarErleben“, das Haus war voll bis auf den letzten Platz. Wunderbar der Dialog zwischen Erzieherin und Lehrerin im Neudeutsch-Kurs zum Sprachgebrauch junger Menschen. Da wird die Intelligenzbestie zur „Checkerbraut“, der militante Veganer zum „Tofu-Terroristen“ und der Selfie-Stick zur „Vollpfostenantenne“. Nicht zuletzt steigen die Anforderungen an Pädagogen ins Unermessliche: „Ich habe mehr Fortbildungsscheine als die Kinder Pokemonkarten“, prahlt die Kita-Erzieherin.

Das Quartett, Petra ist die „Neue“ im Bunde, streifte wohlausgesuchte Themen. Ihr Bühnenprogramm mit dem Titel „minus 2 plus 1 gleich 4“ weist auf die Veränderung im Ensemble hin. Sommerzeit-Umstellung ist eigentlich so überflüssig wie die Mengenlehre und bringt nur das innere Yin und Yang durcheinander. Altenpflege betreibt man als „Berufung“. Die polnische Pflegerin kümmert sich um „Opa Gunther“, für den ein Gläschen Slivovitz zweifellos besser wäre als all seine Beruhigungspillen. Sie versteht nicht, warum die Deutschen so viel Jammern und freut sich stattdessen über ihr Zimmer mit „Guck nach draußen“. Die generelle Situation mit Personalmangel und schlechter Bezahlung wird vom Quartett durchaus kritisch betrachtet. Fazit: „Pflege in Deutschland ist die größte Katastrophe – Tendenz steigend.“ Am Ende der Show tobte das Publikum vor Begeisterung und ließ das Quartett erst nach Zugaben von der Bühne.

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