„Hinter den Kulissen“
„Das schönste Amt der Welt“

Horstmar -

Durchaus gelungen war die Auftaktveranstaltung zum neuen Veranstaltungsformat „Hinter den Kulissen“ mit Bürgermeister Robert Wenking als Gesprächspartner im St.-Gertrudis-Haus. Dort begrüßte Heimleiter Bernd Wessel die Gäste, die gespannt verfolgten, was Moderatorin Dr. Barbara Herrmann dem Verwaltungschef entlockte.

Mittwoch, 08.05.2019, 12:30 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 16:12 Uhr
Zwei gelöste Gesprächspartner am Ende des Interviews, nach dem die Leiterin des Kulturforums, Dr. Barbara Herrmann, Bürgermeister Robert Wenking mit einer Rose für seine Bereitschaft dankt, als erster Gesprächspartner bei „Hinter den Kulissen“ aufzutreten.  
Zwei gelöste Gesprächspartner am Ende des Interviews, nach dem die Leiterin des Kulturforums, Dr. Barbara Herrmann, Bürgermeister Robert Wenking mit einer Rose für seine Bereitschaft dankt, als erster Gesprächspartner bei „Hinter den Kulissen“ aufzutreten.  

Seine Chemielehrerin im Burgsteinfurter Arnoldinum hat ihm prophezeit, dass er einmal Bürgermeister werden würde. Als Gymnasiast glaubte Robert Wenking das allerdings nicht unbedingt. Doch Jahre später sollte die Pädagogin recht behalten. Der „Horstmarer Junge“ steht seit 1999 an der Spitze der Burgmannsstadt und bezeichnet sein Amt auch nach fast vier Legislaturperioden als das „Schönste der Welt“.

„Man muss für die Sache brennen und etwas bewegen wollen“, erklärt der 1965 Geborene in einem Interview mit Dr. Barbara Herrmann , das den Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe „Hinter den Kulissen“ im St.-Gertrudis-Haus bildet. In deren Rahmen wollen die Macher – das ist das Kulturforum Steinfurt in Zusammenarbeit mit dem St.-Gertrudis-Haus, dem Caritasverband Steinfurt und dem Heimatverein Horstmar – Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten aus der Burgmannsstadt und der Region führen (wir berichteten).

Dass die Premiere gelungen ist, zeigen der Applaus und die Kommentare am Ende der Veranstaltung, die von „gut gemacht“ bis „spannend“ und „kurzweilig“ lauten und beiden Protagonisten gelten. Wer denkt, beruflich und privat schon alles über den Bürgermeister zu wissen, erlebt eine schöne und durchaus unterhaltsame Überraschung.

Klar ist bekannt, dass der Christdemokrat, der sogar schon mal als Landrats-Kandidat gehandelt wurde, seine Arbeit mit viel Herzblut macht und seine Heimat liebt. Viele Bürger wissen auch, dass „Robert“ im ehemaligen Horstmarer Krankenhaus geboren und an der Egge­roder Straße mit drei Geschwistern aufgewachsen ist. Die Älteren können sich vermutlich auch daran erinnern, dass sein inzwischen verstorbener Vater für die Stadtkasse in der Kommunalverwaltung tätig war. Ihn hätte es gefreut, dass sein Sohn sich für eine Ausbildung in der Verwaltung entschieden habe. „Ich wollte aber nicht mit Geld, sondern mit Menschen zu tun haben“, begründet der Befragte seine Berufswahl, die er anscheinend noch nie bereut hat. So mag der studierte Verwaltungsfachmann seine repräsentativen und administrativen Aufgaben. „Natürlich gibt es auch mal Ärger“, räumt der Chef ein. Doch das gehöre dazu.

Die Gefahr, dass er in seiner verantwortungsvollen Position völlig abhebt und das stabilisierende Korrektiv fehlt, sieht der Verwaltungsleiter nicht. Vielmehr erwarte er von seinen Fachbereichsleitern eine ehrliche Meinung. Sie und seine Familie holten ihn auch schon mal auf den „Boden der Tatsachen“ zurück. „Man fühlt sich manchmal einsam, aber man ist es nicht“, räumt der Bürgermeister auf die Frage ein, wie es ist, alleine an der Spitze zu stehen.

„Und wie ist es mit der Routine? Oder gibt es noch Lampenfieber?“ Anfangs habe ihm das Herz oft bis zum Hals geschlagen, gibt Wenking zu. Doch mit 53 Jahren täte es seiner Gesundheit sicher nicht gut, wenn das immer noch so wäre, räumt der Kandidat schmunzelnd ein, dass man mit seinen Aufgaben wächst. In manchen schwierigen Situationen verspüre er allerdings immer noch ein Kribbeln. Doch dieses leichte „Angespanntsein“, empfände er als durchaus gesund und nützlich. „Das gehört dazu“, stört es den Bürgermeister nicht, wenn die Menschen ihn auch beim Einkauf auf Probleme ansprechen. Dafür sei er schließlich da.

Das Schönste für ihn sei, dass es der Stadt gelungen ist, mit dem Filialstandort des Arnoldinums eine weiterführende Schule vor Ort zu halten. „Das war ein schwieriger Kraftakt, der sich aber gelohnt hat“, bilanziert der Schulträger.

Das Schneechaos in 2005 sei in der „Summe der Ereignisse“ das Schlimmste für ihn gewesen, muss der Bürgermeister auf die Frage nach der negativsten Erfahrung in seinen bisherigen Amtsjahren nicht lange nachdenken.

„Und wie ist er so privat?“ Er trinkt gerne mal ein Glas Wein oder Bier, aber alles in Maßen. „Dass ich leider alles gerne mag, sieht man ja auch“, bekennt der Genussmensch, der in seiner Freizeit gerne Krimis und Biografien liest.

„Und wenn er drei Wünsche frei hätte?“ „Gesundheit, denn die hat man nicht in der Hand“, gibt sich der Bürgermeister bescheiden. Zum Glück der Wenkings gehört sicherlich auch das kleine Mädchen, das seit November in der Familie lebt. „Kleine Kinder holen einen auf den Teppich zurück und erfordern ein anderes Zeitmanagement“, beschreibt der Privatmann seine neuen Erfahrungen.

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