Stadt Horstmar unterstützt Resolution zur Ausrufung des Klimanotstandes
„Es ist Zeit zu handeln!“

Horstmar -

Während der jüngten Sitzung des Stadtrates ging es um den Klimaschutz. So hatte ein Bürger angeregt, dass die Kommune die Resolution zur Ausrufung des Klimanotstands unterstützt. Dem stimmten die Ratsmitglieder zu. Abgelehnt wurde der Ergänzungsantrag der Grünen, die in ihren Forderungen konkreter waren.

Freitag, 07.06.2019, 20:00 Uhr

„Es ist Zeit, zu handeln!“, meint Michael Behn , der in einem Schreiben an den Bürgermeister angeregt hat, dass die Stadt Horstmar die Resolution zur Ausrufung des Klimanotstands unterstützt. Trotz weltweiter Bemühungen über Jahrzehnte, den Ausstoß von Klimagasen zu reduzieren, nehme die Konzentration Jahr um Jahr zu. Alle Maßnahmen, dem Klimawandel entgegen zu wirken, hätten bisher keinen Erfolg gezeigt. Die Wissenschaft prognostiziere ver­heerende Folgen für die menschliche Zivilisation und die Natur auf dem Planeten Erde, gibt der Antragsteller zu bedenken. Deswegen fordert er, jetzt auf allen Ebenen von Gesellschaft und Politik zu effizienten und konsequenten Maßnahmen zu greifen, um die Katastrophe noch aufzuhalten.

Mit der Anregung von Michael Behn befasste sich der Rat während seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend. So hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Anregung von Michael Behn grundsätzlich zu unterstützen, da dem Klimaschutz angesichts des durch den Menschen verursachten Klimawandels für die Zukunft besondere Bedeutung zukomme.

„In der Stadt Horstmar ist in den vergangenen Jahren einiges passiert“, betonte Horstmars Bürgermeister, dass sich die Kommune schon seit Jahrzehnten mit der Frage des Klimawandels, insbesondere mit der Erzeugung von regenerativen Energien befasse. Als erstes Beispiel in einer acht Punkte umfassenden Auflistung führte Robert Wenking die Windenergie auf dem Schöppinger Berg an. Seit fast zwei Jahrzehnten würde dort weitaus mehr Strom produziert, als tatsächlich verbraucht würde. Damit dürfte die Horstmar eine Spitzenposition in NRW einnehmen.

Auf wenig Gegenliebe im Rat stieß der Ergänzungsantrag der Grünen Fraktion. Ihr waren die von der Stadt formulierten Ziele nicht „ambitioniert“ genug. So heißt es im Beschlussvorschlag unter Punkt 2: „Der Rat erkennt damit an, dass die Eindämmung des anthropogenen (durch Menschen verursachten) Klimawandels in der städtischen Politik eine hohe Priorität besitzt und bei allen Entscheidungen grundsätzlich zu beachten ist.“

Konkretere Forderungen hatten die Grünen. „Die Stadt Horstmar informiert umfassend üer den Klimawandel, seine Ursachen und Auswirkungen sowie über die Maßnahmen, welche gegen den Klimawandel ergriffen werden“, heißt es in einem ihrer Punkte. Zudem wird der Bürgermeister aufgefordert, dem Rat und der Öffentlichkeit alle zwölf Monate über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Reduktion der Emissionen Bericht zu erstatten.

„Die Wissenschaft hat die Dramatik erkannt, aber die Politik hat es noch nicht begriffen“, meinte Dr. Reinhard Stahl von den Grünen. Dass mache den jungen Leuten Angst. Diese erwarteten, dass sofort und konsequent gehandelt würde.

„Hier werden Formalien mit Inhalten vermischt“, kritisierte der Bürgermeister. Die Grünen erweckten den Eindruck, dass nur sie sich um dieses Thema kümmerten, was aber nicht stimme. Die Formulierung des Antrags solle so sein, dass man im positiven Sinne optimistisch in die Zukunft schauen könne. Alles geschähe auf freiwilliger Basis mit einer Selbstbindung, so Wenking.

Die Ratsmehrheit lehnte schließlich den Ergänzungsantrag der Grünen ab und stimmte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6673121?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F171%2F
Familie kämpft gegen Schimmel in gemietetem Haus
Klaus Baveld von „Menschen in Not“ begutachtet den Schaden.
Nachrichten-Ticker