Franz Neugebauer berichtet „Hinter den Kulissen“ als langjähriger freier Mitarbeiter der WN
„Das kannst du auch“

Horstmar/Horstmar-Leer -

Besonders die Bürger in Leer wissen, was sie an „fn“ haben. Hinter dem Kürzel verbirgt sich Franz Neugebauer, der seit 55 Jahren für die WN schreibt. Wie er dazu gekommen ist und was er in dieser langen Zeit alles erlebt hat, berichtete der 75-Jährige im Interview mit Anni Lütke Brinkhaus, die ihn im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hinter den Kulissen“ in der Cafeteria des St.Gerrudis-Hauses befragte.

Mittwoch, 26.06.2019, 18:00 Uhr
Heimleiter Bernd Wessel begrüßt die Besucher zur Veranstaltung „Hinter den Kulissen“ in der Cafeteria des St.-Gertrudis-Hauses (oben links). Am „Promi“-Tisch hat auch Bürgermeister Robert Wenking Platz genommen (Foto rechts, ganz links), der bei der Premiere interviewt worden ist. Franz Neugebauer zeigt dem Publikum und Moderatorin Anni Lütke Brinkhaus das Filmmaterial von früher. Ludger Hummert lobt den Einsatz des freien Mitarbeiters der WN für Leer.
Heimleiter Bernd Wessel begrüßt die Besucher zur Veranstaltung „Hinter den Kulissen“ in der Cafeteria des St.-Gertrudis-Hauses (oben links). Am „Promi“-Tisch hat auch Bürgermeister Robert Wenking Platz genommen (Foto rechts, ganz links), der bei der Premiere interviewt worden ist. Franz Neugebauer zeigt dem Publikum und Moderatorin Anni Lütke Brinkhaus das Filmmaterial von früher. Ludger Hummert lobt den Einsatz des freien Mitarbeiters der WN für Leer. Foto: Sabine Niestert

Die Bürger in Leer wissen, was sie an „fn“ haben. Hinter dem Kürzel verbirgt sich Franz Neugebauer , der seit 55 Jahren als freier Mitarbeiter der Westfälischen Nachrichten primär über den kleineren Ortsteil von Horstmar berichtet. Dass er das mit „Leib und Seele“ tut, bescheinigt dem 75-Jährigen Ludger Hummert, der zu den zahlreichen Besuchern der Veranstaltungsreihe „Hinter den Kulissen“ zählt.

In deren Rahmen haben das Kulturforum Steinfurt, der Caritasverband Steinfurt, der Heimatverein Horstmar und das St.-Gertrudis-Haus am Dienstagnachmittag als Kooperationspartner zum zweiten Interview in die Cafeteria des Altenwohnheims eingeladen. Dort begrüßt Heimleiter Bernd Wessel die Gäste, die mit Anni Lütke Brinkhaus eine gut aufgelegte sowie bestens vorbereitete Moderatorin und mit Franz Neugebauer einen erzählfreudigen Gast erlebten, dem es sichtlich Spaß macht, aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Die Chemie zwischen der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten und dem früheren Mitarbeiter des Finanzamtes stimmt, was sicherlich auch daran liegt hat, dass sie langjährige Arbeitskollegen waren, die beim Kreis Steinfurt ihr Brot verdient haben. Inzwischen Pensionäre, können die Beiden heute das tun, was ihnen am meisten Spaß macht. Und das ist bei „fn“ zweifelsohne die Pressearbeit, zu der der gebürtige Schlesier schon als Jugendlicher gefunden hat.

„Das kannst du auch“, dachte sich der inzwischen zweifache Familienvater seinerzeit, als er noch die Berichte des Leerer Friseurs per Fahrrad zur Redaktion nach Burgsteinfurt brachte. Gesagt, getan. Der „Zugezogene“ begann über seine neue Heimat in Wort und Bild zu berichten. Zunächst schrieb der Vertriebene mit der Hand, bis er sich eine Schreibmaschine leisten konnte. Das Geld dafür erarbeitete sich der heute zweifache Opa bei der Kartoffelsuche bei den Bauern in der Umgebung.

Die Filme entwickelte „fn“ selbst. „Weil ich keine Dunkelkammer hatte, habe ich es unter der Bettdecke gemacht“, schildert der Pensionär, der als Anschauungsobjekt eine Dose mitgebracht hat. In die kamen erst der Entwickler und einige Minuten später der Fixierer. „Alles musste immer gut geschüttelt werden“, erinnert sich der langjährige Berichterstatter, der froh ist, dass es inzwischen digitale Kameras gibt und die Texte am Computer entstehen und per Mail verschickt werden können. Das erspart ihm die häufigen Fahrten zum Fotostudie Oskamp nach Borghorst, wo er die Negative einreichte und Bildabzüge davon bekam.

Ob Sport, Vereine, Kirche oder Kommunalpolitik, der Finanzexperte berichtet über alles, was in Leer geschieht. Als „Patriot“ wollte er „sein Dorf“ anfangs stets nach vorne bringen. Dabei lieferte er sich so manche „Schreibschlacht“ mit Professor Dr. Anton Janßen, der als freier Mitarbeiter meistens über Horstmar geschrieben hat. Inzwischen haben sich die Grenzen verwischt und jeder „wildert“ ab und an auch im Gebiet des anderen, was auch dem zunehmenden Alter der beiden Kollegen geschuldet ist.

„Man muss es schon aus Liebe tun“, erklärt Neugebauer, was ihn antreibt, sich immer wieder aufs Neue auch abends und an den Wochenenden zu Terminen aufzumachen. Alle, die ihn kennen – und das sind die meisten – wissen, dass er für seinen Ort „brennt“. Umso mehr freut „fn“ sich über die anerkennenden Worte von Ludger Hummert. Der mag gar nicht daran denken, dass der Pensionär, den Stift und die Kamera einmal niederlegen könnte. Doch vielleicht hofft manchmal seine Frau Irmgard darauf. Schließlich muss sie oft auf ihren Mann verzichten, da dieser neben seiner Zeitungsarbeit auch noch als Dozent für das Kommunale Bildungswerk Berlin tätig ist. So gibt er Seminare in der Bundeshauptstadt und in Erfurt.

Nach dem munteren Austausch gibt es keine Fragen der Besucher. „Wir sind alle zufrieden“, meint eine Seniorin. Dieses Lob dürfte den 75-Jährigen beflügeln, noch lange zu berichten.

„Wenn es Leer gut geht, geht es auch Horstmar gut“, meint Hausherr Bernd Wessel. Eine Erkenntnis, die er während des Interviews gewonnen hat.

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