Horstmarer Kartenclub Haferfeld feiert am 7. September sein 70-jähriges Bestehen
Mit dem Schlepper zum Spieleabend

Horstmar -

Da die Unterhaltungsmöglichkeiten 1949 noch nicht so vielfältig und die Menschen nicht so mobil waren wie heute, gründeten die Nachbarn im Haferfeld – das ist eine Gemarkung in der Horstmarer Bauerschaft Niedern – einen Kartenclub. Dieser feiert am 7. September sein 70-jähriges Bestehen.

Donnerstag, 15.08.2019, 15:14 Uhr aktualisiert: 18.08.2019, 12:54 Uhr
Ein Bild aus alten Tagen des Horstmarer Kartenclubs „Haferfeld“. Einige der Mitglieder sind bereits verstorben und neue hinzugekommen. Nach dem Wunsch von Norbert Wiechers (kleines Bild, l.) und Ludger Hummert (r.) soll die Geselligkeit bei der Jubiläumsfeier am 7. September im Vordergrund stehen.
Ein Bild aus alten Tagen des Horstmarer Kartenclubs „Haferfeld“. Einige der Mitglieder sind bereits verstorben und neue hinzugekommen. Nach dem Wunsch von Norbert Wiechers (kleines Bild, l.) und Ludger Hummert (r.) soll die Geselligkeit bei der Jubiläumsfeier am 7. September im Vordergrund stehen. Foto: : Franz Neugebauer

Haferfeld ist eine kleine Gemarkung in der Horstmarer Bauerschaft Niedern. Dort ist ein Kartenclub beheimatet, der bereits seit 70 Jahren existiert. Dieses Ereignis soll am 7. September (Samstag) mit einem Doppelkopfturnier im Café in der Bahnhofshalle gefeiert werden. Nach dem Dankmesse um 17 Uhr, in der Pfarrdechant Johannes Büll zum Thema „In die Karten geschaut“ predigen wird, heißt es dann Re und Contra, Buck und Supp.

Die Organisatoren Norbert Wiechers , Albert Krotoszynski und Ludger Hummert haben über 60 Meldemappen in den Horstmarer Geschäften und Lokalen sowie bei Vereinen und Verbänden ausgelegt. In die sollte sich jeder Teilnehmer bis zum 1. September (Sonntag) eintragen. Auch eine Gruppenanmeldung ist möglich.

„Die Gemeinschaft soll an diesem Abend im Vordergrund stehen“, geben Wiechers und Hummert die Devise aus. Gespielt wird nach den ausliegenden Tischregeln mit jeweils zwölf Spielen in drei Runden. Die Leitung des Turniers haben Adolf Exner und Karl Isfort. Die Auslosung der Tisch-Nummern erfolgt elektronisch.

Das Startgeld beträgt acht Euro und wird komplett für eine große Tombola zur Verfügung gestellt. Der erste Preis ist eine Viertagesfahrt nach Berlin für zwei Personen, den Bundesgesundheitsminister Jens bereitgestellt hat. Bei Fragen steht Norbert Wiechers unter Telefon 01 72/5 30 49 32 zur Verfügung.

Die Gründung des Kartenclubs Haferfeld ist dem Umstand zu verdanken, dass vor 70 Jahren die Unterhaltungsmöglichkeiten sehr begrenzt waren. Es gab kein Internet und nur wenige Fernsehprogramme. Die Menschen waren bei weitem nicht so mobil wie heute. Vor diesem Hintergrund und um der drohenden Langeweile vorzubeugen, schlug Heinrich Wiechers im Jahr 1949 die Gründung eines Kartenclubs vor.

Als mögliche Mitglieder sprach der Ideengeber zunächst Dieter Sandkühler, Josef Blanke und Bernhard Ewering an. Die beiden erstgenannten mussten zwar das Doppelkopfspielen noch lernen, waren aber durchaus begabt. Kurze Zeit später stieß Willi Ewering zur Runde, die sich fortan nach ihrem Wohngebiet Haferfeld nannte. „Nach und nach kamen fast alle Nachbarn aus dem Haferfeld am Wochenende zum Kartenspielen zu uns“, erinnert sich Norbert Wiechers. Er und sein Bruder Josef waren mit Begeisterung dabei, wenn es um Kontra, Re, Buck und Supp ging.

„Wir waren stolz darauf, die Finanzen der Spieler zu regeln“, erzählt Norbert Wiechers. Er ist heute noch davon angetan, dass Hannes Eppenhoff ihm einmal 50 Pfennig für die Führung der Kasse gab. Das sei damals viel Geld gewesen, gibt er zu bedenken. Gespielt wurde seinerzeit um zwei Pfennig. Der Satz „Ich habe heute Abend acht Pfennig gewonnen“, löste Freude bei den Kartenspielern aus.

Von Anfang an kam die Geselligkeit nicht zu kurz. An den Namenstagen der Kartenspieler ging es in deren Stammhaus. Mit von der Partie waren auch die Frauen, die bei Kuchen und Bowle zusammensaßen. Silvester wurde reihum gefeiert.

Man erinnert sich an harte Winter, die ihren Tribut zollten. So rückten Hannes und Katharina Eppenhoff einmal mit ihrem neuen Schlepper an. Nach dem Spielabend mussten sie allerdings zu Fuß nach Hause gehen, da der Schnee selbst für den 18-Deutz-Trecker zu hoch war.

Fast zum Erliegen kam der Kartenclub, als im Jahr 1979 innerhalb weniger Monate mit Heinrich Wiechers, Willi Ewering und Hermann Hangenhoff die „Motoren der Runde“ verstarben.

Das Kartenspielen wurde neu organisiert, junge Familien kamen hinzu, die den Fortbestand des nunmehr 70 Jahren alten Kartenclubs sicherstellten.

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