Vor 50 Jahren: Zusammenschluss von Horstmar und Leer
Eine weitsichtige Entscheidung

Horstmar-Leer -

„Leer ist das geilste Dorf der Welt“ sangen alle mit, als die Leerer Blickband zum Abschluss der Feierlichkeiten anlässlich des Zusammenschlusses der bis dahin selbstständigen Gemeinde Leer und Horstmar vor 50 Jahren zum Mitmachen aufforderte. Das Mittun machte deutlich, dass der kleine Ortsteil am Fuße der Schöppinger Berge seine Identität nicht aufgegeben hat.

Montag, 30.09.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 16:04 Uhr
Die Kinder der Kita Triangel gehören zu so einem Festakt einfach dazu. Regierungspräsidentin Dorothee Feller (kl. Bild) trug sich in das Buch der Stadt Horstmar ein.
Die Kinder der Kita Triangel gehören zu so einem Festakt einfach dazu. Regierungspräsidentin Dorothee Feller (kl. Bild) trug sich in das Buch der Stadt Horstmar ein. Foto: Franz Neugebauer

„Leer ist das geilste Dorf der Welt“ sangen alle mit, als die Leerer Blickband zum Abschluss der Feierlichkeiten anlässlich des Zusammenschlusses der bis dahin selbstständigen Gemeinde Leer und Horstmar vor 50 Jahren zum Mitmachen aufforderte. Das Mittun machte deutlich, dass der kleine Ortsteil am Fuße der Schöppinger Berge seine Identität nicht aufgegeben hat. Der Sonntag war geprägt vom Gottesdienst, dem Festakt und den Aufführungen mehrerer Gruppen im Festzelt am Kalvarienberg.

„Miteinander leben, nebeneinander wohnen“ lautete der Titel des Wortgottesdienstes, zelebriert von Pfarrdechant Johannes Büll , Prädikant Alexander Becker und Diakon Ralf Laumann, unterstützt von den Chören „Swinging Connection“ und „Only Sometimes“ sowie Rafael D. Marihart am Piano. Die Fahnenabordnungen der Vereine aus der Stadt nahmen im Festzelt Aufstellung. „Versteckt euch nicht, sonst leuchtet die Stadt nicht“, forderte Büll die Teilnehmer am Gottesdienst auf. Es gebe 6700 Liebenswürdigkeiten in der Stadt – und meinte damit die Einwohner.

Bürgermeister Robert Wenking blickte zurück in die 50 Jahre. Es sei ihm bewusst geworden, dass alle gemeinsam getroffenen Entscheidungen auf der Tatsache beruhten, dass das an-    fänglich große gegenseitige Misstrauen vieler Entscheidungsträger aus Horstmar und Leer dem Vertrauen gewichen sei. Den Ratsmitgliedern der vergangenen Jahrzehnte dankte er für ihre integrativen und guten Entscheidungen zugunsten der Stadt und des Dorfes. „Die Entscheidungen waren klug und weitsichtig“, formulierte Wenking im Rückblick auf die vergangenen fünf Jahrzehnte. Im Hinblick auf die großen Herausforderungen im ländlichen Raum forderte er die Gäste im Festzelt auf: „Lassen Sie uns heute die Weichen stellen, um das Morgen zu gestalten, damit Stadt und Dorf Zukunft haben.

Regierungspräsidentin Dorothee Feller bezeichnete den Zusammenschluss als eine große Weitsicht der damaligen Entscheidungsträger. Man habe die intensivste Form der interkommunalen Zusammenarbeit genutzt. Die kommunalen Vertreter von damals seien ihrer Zeit weit voraus gewesen. Horstmar präsentiere sich heute als eine Kleinstadt, die es verstanden habe, den Strukturwandel in der Textilindustrie zu überstehen und ihre Attraktivität im ländlichen Münsterland als Lebens- und Arbeitsstandort stetig zu erhöhen.

Landrat Dr. Klaus Effing brachte die Festteilnehmer zum Schmunzeln. Als junger Mann, gerade im Besitz eines Führerscheines, sei er gebeten worden, einen Gast nach Leer zu fahren. Erst nach geraumer Zeit habe eben dieser Gast dann festgestellt, dass es wohl der falsche Weg sei den er eingeschlagen hatte. Er war auf dem Weg nach Leer in Ostfriesland ...

Effing lobte die sehr gute und kooperative Zusammenarbeit mit Horstmar. Ein Grußwort ließ die erkrankte Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking ausrichten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ließ in einer Videobotschaft alle wissen, dass Leer wohl der Ort sei, den er am häufigsten besucht habe. Gekonnt führte Martin Vieth durch das Programm. Er hatte die Vita der Festredner recherchiert und gab sie zum Besten. Rafael D. Marihart am Piano und seine Freundin Cornelia Becken an der Querflöte begeisterten mit Liedern der letzten 50 Jahre. Umfangreich waren die Gruppen, die den Festtag abrundeten: die Jagdhornbläser des örtlichen Hegerings, die JuLe und Vip‘s, die Blickband, die Kinder der Kitas Triangel und der Spielmannszug Horstmar.

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