Kirchenmusikalische Andacht macht tiefen Eindruck auf die Gläubigen
Gott ist gnädig und vergibt

Horstmar -

Einen aufwendig inszenierten, aber auch überaus eindringlichen Auftritt erlebten die Besucher der besonderen Andacht in der Pfarrkirche St. Gertrudis. Daran beteiligt waren die Kirchenchöre St. Gertrudis Horstmar und Ss. Cosmas und Damian Leer. Instrumental begleiteten den Gesang Cornelia Becken an der Flöte und Christian Franken an der Orgel. Die Gesamtleitung hatte Kirchenmusiker Raphael Marihart.

Montag, 18.11.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 16:32 Uhr
Sakraler Chorgesang in hoher Perfektion erklang am Sonntag in der katholischen Pfarrkirche St. Gertrudis.
Sakraler Chorgesang in hoher Perfektion erklang am Sonntag in der katholischen Pfarrkirche St. Gertrudis. Foto: Rainer NIx

„Aus der Tiefe rufe ich Herr, zu dir“ – dem Psalm 130 war am Sonntag eine besondere Andacht in St. Gertrudis gewidmet. Kirchenmusiker Raphael Marihart komponierte aus dem zentralen Luther-Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu Dir“ eine spezielle Fassung, die im Zentrum der Chormusik an diesem Spätnachmittag stand. Ausführende waren die Kirchenchöre St. Gertrudis Horstmar und Ss. Cosmas und Damian Leer.

Instrumental begleiteten den Gesang Cornelia Becken an der Flöte und Christian Franken an der Orgel. Er ist Kirchenmusiker an St. Antonius Kevelaer. Diakon Ralf Laumann steuerte verbindende Texte bei. Die Gesamtleitung lag in den Händen von Marihart.

Die textliche Ausgestaltung enthielt eine Reihe besinnlicher Impulse, im Zentrum standen die musikalischen Interpretationen. „Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen“, heißt es in der marihart‘schen Version des Kirchenliedes von Martin Luther, „Dein gnädig Ohr neig‘ her zur mir und meiner Bitt es öffne“.

Die Stimmen erklangen zu Anfang nicht vereint, sondern vereinzel und wirkten desperat. Auf diese Weise, erläuterte der Kirchenmusiker auf dem Programmzettel, werden Verzweiflung und Einsamkeit nahezu greifbar.

„Gott du durchschaust mich, wer oder was hat vor dir Bestand? Du bist der Gott, du verstehst mich“, so Diakon Laumann. „Wer nicht wegläuft vor seinen eigenen Problemen, der darf auf Heilung hoffen“, könnte die zeitgemäße Interpretation des Psalm 130 lauten.

Durch das gut akzentuierte und eindrucksvolle Arrangement der Gesänge und ihrer instrumentalen Begleitung bewies Marihart einmal mehr seine herausragende Kompetenz. Die Chöre sangen unter anderem auch Franz Schuberts „Chor der Engel“. Dort heißt es: „Christ ist erstanden: Freude dem Sterblichen, den die verderblichen, erblichen Mängel umwanden.“

Der Text, den Schubert „kongenial vertonte“, wie es im Programm heißt, entstammt der ersten Szene aus Goethes berühmtem „Faust“. Dr. Heinrich Faust kommt zu dem Resultat, dass sein wissenschaftliches Streben ihm letztlich nicht zur Erkenntnis führte. Verzweifelt erwägt er den Freitod, doch die Kirchenglocken zum Osterfest und das Erklingen von Chorgesang halten ihn zurück. Die Verkündung der christlichen Erlösung weckt neuen Lebensmut.

Mit dem keltischen Segensgruß „Celtic Benediction“ verabschiedeten sich die Chöre von ihrem zahlreich erschienenen Publikum in der Gertrudiskirche. Es war ein aufwendig inszenierter, aber auch überaus eindringlicher Auftritt, der den Gläubigen lange im Gedächtnis bleiben dürfte.

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