Horstmarer Kegelclub „Die Edelhirsche“ feiert 50-jähriges Bestehen
Sie haben es gerne krachen lassen

Horstmar -

In 50 Jahren kann viel passieren. Das beweist der Horstmarer Kegelclub „Die Edelhirsche“. Die Mitglieder feierten jetzt das Jubiläum und können so einiges erzählen, wie die Geschichte mit dem riesigen Strohballen, den sie vor die Kneipentür rollten.

Sonntag, 01.12.2019, 13:08 Uhr
Dieter Rosendahl (vordere Reihe v.l.), Heiner Wigger, Hermann Brockmann, Bernhard Niehoff sowie Willi Olschewski (hintere Reihe v.l.), Alois Deiters, Ewald Dreckmann, Heiner Frieling, Ludger Abbing, Hermann Brockmann und Ulrich Vossenberg gehören zu den „Edelhirschen“. Der Kegelclub feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.
Dieter Rosendahl (vordere Reihe v.l.), Heiner Wigger, Hermann Brockmann, Bernhard Niehoff sowie Willi Olschewski (hintere Reihe v.l.), Alois Deiters, Ewald Dreckmann, Heiner Frieling, Ludger Abbing, Hermann Brockmann und Ulrich Vossenberg gehören zu den „Edelhirschen“. Der Kegelclub feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Foto: Kölking

Wäre es eine Ehe gewesen, die im November vor 50 Jahren geschlossen wurde, könnten die Beteiligten heute Goldene Hochzeit feiern. Es waren aber einige junge Männer, die vor genau 50 Jahren beschlossen, einen Kegelclub zu gründen. Zu der Zeit standen noch einige Kegelbahnen in Horstmars Gaststätten zur Auswahl. Man entschied sich für die Wirtschaft „Am Stadion“. Der Wirt Hermann Schafstall hatte seitdem „Die Edelhirsche“ zu Gast, für diesen Namen hatte sich die Runde entschieden.

Bis zum Jahr 2013 wurden „Beim Bock“ – so der liebevolle Spitzname der Kegelstätte – alle neune, Kränze und Pumpen und sogar „Acht ums Vorderholz“ geworfen. Die Teilnahme an den örtlichen Stadtmeisterschaften stand fast jedes Jahr auf dem Programm. 2009 und 2014 stellten „Die Edelhirsche“ mit Heiner Frieling und 2012 mit Bernhard Niehoff sogar die amtierenden Stadtmeister. Hinzu kam mit dem dritten Platz von 22 teilnehmenden Herren-Mannschaften eine ehrenwerte Platzierung im Jahr 2014. Für die anderen Jahre galt dann mehr oder weniger die Devise „Dabeisein ist alles“.

Einige Hochzeiten der Kegelbrüder wurden „Am Stadion“ ausgerichtet und auch sonst war die Wirtschaft oft Ziel verschiedener Partys, die immer wieder auf dem Programm standen. Unvergessen der Abend beziehungsweise die Nacht, als man vom Kegelbruder Eppenhoff in Niedern kam und auf dem Nachhauseweg kurzerhand einen riesigen Strohballen vom Feld holte und bis vor die Tür der Kneipe rollte.

Die Nacht muss wohl relativ stürmisch gewesen sein – nicht nur für „Die Edelhirsche“, denn der Wind hatte den Strohballen auseinandergerissen und die Bestandteile in den Anlagen von Hermann Schafstall und angrenzenden Nachbargärten verteilt. Verständlicherweise war niemand von dieser Aktion begeistert – außer natürlich die direkt Beteiligten.

Schwer verärgert rief der Wirt bei Alois Deiters an und machte seinem Ärger Luft. Ehrensache, dass alle „Edelhirsche“ vor Ort waren, um das Chaos zu beseitigen. Einer der älteren Herren, die sonntäglich ihren Frühschoppen „Beim Bock“ genossen, schmunzelten insgeheim. Überliefert ist die plattdeutsche Aussage „Dao was ik geärn debij wirst“.

Überhaupt: Es wurde viel, ja, fast alles gefeiert: Hochzeiten, Kroamstuten wurden verschenkt, runde Geburtstage und Silberhochzeiten begangen. Was die jeweiligen Geschenke betraf, ließ man sich nicht lumpen; den Männern fielen immer außergewöhnliche Präsente ein. Manchmal war es ein wenig umständlich und auch schwer, das entsprechende Verpackungsmaterial zu finden. Fast schon legendär war das Hochzeitsgeschenk für Ulla und Hermann Brockmann. Sie bekamen „Donner“ geschenkt, ein kleines Kalb, das die Zucht im heimischen Stall bereichern sollte.

Einmal jährlich war in den vergangenen Jahren auch ein Kegelausflug angesagt. Nicht nur bis ins Sauerland, man wollte auch den Duft der großen weiten Welt genießen. Bis nach Hamburg und Paris ging die Reise. Dass man beim Rückweg von Hamburg ins heimische Horstmar bei einer Pause auf der Raststätte einen Kegelbruder vergaß und den Verlust erst nach längerer Fahrt bemerkte – auch das gehört in die Chronik des Kegelclubs.

Es gab aber nicht nur die unbeschwerten Tage. Im Jahr 1985 verstarb Fritz-Karl Roters, ein Kegelbruder der ersten Stunde. Im vergangenen Jahr folgten ihm Hans Ringkamp und Bernhard Schulte, ebenfalls langjährige Mitstreiter auf und neben der Kegelbahn. Unvergessen sind alle drei.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens wurde noch einmal eine größere Reise geplant. Auf dem Programm stand eine Donaukreuzfahrt von Passau nach Wien.

Ansonsten lassen es die Herren mittlerweile ein wenig ruhiger angehen. Aus den anstrengenden Kegelfahrten sind gemütliche Fahrradtouren geworden, immer in Begleitung der „Edeldamen“ – so der weibliche Teil der „Edelhirsche“.

Die Geburtstage werden zwar immer noch gerne gemeinsam gefeiert, aber sie dauern nicht mehr bis zum Morgengrauen und an den Kegelabenden wird in der Gaststätte „Zum Mühlenhäuschen“ auch nicht immer „stramm“ gekegelt, sondern der Abend „verkommt“ auch schon mal zu einer gemütlichen Plauderstunde – zu erzählen gibt es nämlich immer reichlich.

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