Besuchsverbot im St.-Gertrudis-Haus
„Bei uns wird täglich viel gelacht“

Horstmar -

Die Pflegekräfte und die Mitarbeiter des sozialen Dienstes im St.-Gertrudis-Haus haben derzeit eine hohe Verantwortung. Sie tragen Sorge dafür, dass sich die Bewohner nicht mit dem Coronavirus infizieren und müssen sich gleichzeitig darum kümmern, dass die Menschen trotz Besuchsverbots Kontakt zu ihren Familien halten können. Neue Medien und viel gute Ideen helfen dabei,dass niemand vergessen wird und im Haus weiterhin gute Stimmung herrscht.

Donnerstag, 02.04.2020, 23:34 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 16:58 Uhr
Ein Kofferraum voller Blumen für die die Bewohner des St.
Ein Kofferraum voller Blumen für die die Bewohner des St. Foto: Domus Caritas gGmbH

Aufgrund der Corona-Pandemie besteht derzeit in den stationären Einrichtungen der Domus Caritas gGmbH ein generelles Besuchsverbot für Angehörige der Bewohner. Auch die ehrenamtlichen Besucher dürfen nicht mehr kommen. „Wir fühlen uns ein wenig wie verschanzt in einer Burg“, sagt Bernd Wessel , Einrichtungsleiter des St.-Gertrudis-Hauses. Aber hinter den „Burgmauern“ gehe das Leben weiter. Und Wessel versichert: „Bei uns wird täglich immer noch viel gelacht.“

Neue Medien

Die Mitarbeiter ermöglichten den Senioren, Kontakt zu ihren Angehörigen aufzunehmen und zwar nicht nur per Telefon, sondern auch per Whattsapp, Facetime und Skype. „Seit der vergangenen Woche sind Tablet-Computer in der Einrichtung im Einsatz, um mit den Angehörigen via Internet in Kontakt zu treten“, erklärt Wessel. Viele hätten richtig Spaß daran gefunden, die neuen Medien zu nutzen, um auch mit Sichtkontakt mit anderen reden zu können, berichtet Wessel.

Wir spüren, dass wir nicht vergessen worden sind.

Einrichtungsleiter Bernd Wessel

Kontakt nach außen werde auch über Briefe und viele anderen Aktionen gehalten. „Wir spüren, dass wir nicht vergessen worden sind“, versichert der Einrichtungsleiter. Briefe, Blumen und sogar ein Engel aus Holz von einer Künstlerin aus Horstmar haben das St.-Gertrudis-Haus erreicht. Die Post komme nicht nur von Angehörigen, auch Schüler und Kindergartenkinder schreiben Briefe, worüber sich die Bewohner sehr freuen. Eine sechste Klasse des Gymnasiums Arnoldinum habe geplant, zu Ostern Kontakt mit dem Seniorenheim aufnehmen, Bilder zu malen und Briefe zu schreiben.

Tandem

„Die Briefe werden wir in einer gemeinschaftlichen Aktion – mit gebührendem Abstand untereinander – verlesen“, kündigt Wessel an. Die Bewohner leben auch in Zeiten der Corona-Krise nicht in Isolation. Gerne genutzt würden weiterhin Radtouren mit dem Tandem, außerdem sind Spaziergänge im Garten möglich.

Abgesagt worden seien lediglich größere Gemeinschaftsveranstaltungen wie die Gymnastik oder die Gottesdienste. Dafür werde in kleinen Gruppen eine Menge angeboten, damit keine Langeweile aufkommen. „Auch die Grillsaison haben wir bereits eröffnet.“ An Karfreitag gebe es ganz traditionell Struwen – diesmal allerdings nur für Mitarbeiter und Bewohner. Externe Gäste, die immer gerne dazu gekommen seien, dürften diesmal nicht dabei sein.

Schutzkleidung

Ein großes Lob spricht Wessel seinen Mitarbeitern aus. „Sie wissen genau, welch große Verantwortung sie tragen, damit sich keiner unserer Senioren mit dem Coronavirus infiziert.“ Sie alle hielten sich sehr diszipliniert an das Kontaktverbot und blieben außerhalb der Arbeitszeiten in den eigenen vier Wänden. Selbst Einkäufe hätten die meisten an andere Personen delegiert. Schutzkleidung für das Pflegepersonal sei ausreichend vorhanden, versichert der Einrichtungsleiter.

„Als wir gehört haben, dass sich in einem Seniorenheim im Emsdetten Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben, hat das allen Mitarbeitern noch einmal vor Augen geführt, wie wichtig ein ganz besonders umsichtiges Handeln ist. Eine Garantie dafür, dass das bei uns nicht passiert, können wir natürlich nicht geben“, so Wessels. Aber der Fall habe alle noch einmal besonders sensibilisiert, extrem vorsichtig und aufmerksam zu sein. „Wir haben gerade jetzt in den Seniorenheimen viel zu tun, um den Menschen bei uns das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten“, erklärt der Einrichtungsleiter. Seine Mitarbeiter seinen Tag für Tag mit großem Engagement dabei. Wessel hofft, dass Berufe in der Pflege dadurch künftig endlich mehr gesellschaftliche Anerkennung erhalten.

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