Neugestaltung des Platzes vor der Pfarrkirche St. Gertrudis
Erinnerung auf zwei Bronzetafeln

Horstmar -

Zwei Bronzetafeln sind vor der Pfarrkirche St. Gertrudis eingelassen worden. Eine von der katholischen Kirchengemeinde, auf der die ökumenische Zusammenarbeit betont wird, eine weitere von der Stadt Horstmar, auf der an wichtige historische Daten erinnert. Das Projekt wurde zu 90 Prozent aus dem Landesprogramm „Soziale Integration im Quartier“ finanziert und anlässlich der barrierefreien Neugestaltung des Kirchplatzes umgesetzt.

Montag, 20.04.2020, 21:39 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 15:32 Uhr
Zwei Bronzetafeln sind auf dem Kirchplatz St. Gertrudis eingelassen worden. Eine von der Kirchengemeinde (links) und eine von der Stadt Horstmar (unten,rechts).
Zwei Bronzetafeln sind auf dem Kirchplatz St. Gertrudis eingelassen worden. Eine von der Kirchengemeinde (links) und eine von der Stadt Horstmar (unten,rechts). Foto: kok/privat

Zwei Bronzetafeln schmücken jetzt den Platz an der St.-Gertrudiskirche in Horstmar. Sie wurden im Zuge der barrierefreien Neugestaltung des Kirchplatzes in Auftrag gegeben und jetzt in den Boden eingelassen. Die katholische Kirchengemeinde hat die Bronzetafel, die vor dem Hauptportal, die Stadt Horstmar die Bronzetafel, die vor dem Nebenportal in das Pflaster eingelassen wurde, gestaltet, heißt es in einer Pressemitteilung.

Patronin

Pfarrdechant Johannes Büll und Prädikant Alexander Becker haben sich zusammen mit dem Kirchenvorstand und dem Pfarreirat viele Gedanken um die Gestaltung der kirchlichen Bronzeplatte gemacht. Zur Ideenfindung trug auch wesentlich Guido Maas bei. Die Bronzeplatte zeigt in der Mitte die Symbole des Äbtissinnenstabes der heiligen Gertrudis, der Patronin der Kirchengemeinde.

Ökumenische Bewegung

Verwoben damit ist das Symbol mit dem Motiv von Kreuzweise, der ökumenischen Bewegung zwischen St. Gertrudis und der evangelischen Schwestergemeinde. Ganz bewusst werde im Text auch noch einmal Kreuzweise angesprochen. Diese Aktion wurde im Jahre 2012 ins Leben gerufen. Der Hinweis auf der Tafel steht für die Zukunft der Kirche. Die Vergangenheit wird deutlich in den Jahreszahlen 1325 bis 1806. Im Jahre 1325 erfolgte die Errichtung des Kollegiatstifts in Horstmar an der bereits bestehenden Pfarrkirche St. Gertrudis. Der Pfarrer wurde zum Dechant ernannt. Der Titel ist dem Dechanten übrigens bis heute erhalten geblieben. Die gesellschaftliche Entwicklung der Stadt Horstmar wurde damals wesentlich durch die Kirche vor Ort mitgeprägt, so unter anderem durch dieErrichtung einer Schule.

Bronzeplatte der Gemeinde

Bronzeplatte der Gemeinde Foto: privat

Mit der Auflösung des Fürstbistums Münster und der Säkularisation fiel Horstmar an den Fürsten zu Salm-Horstmar. Bereits 1806 wurde das Stift aufgehoben. Danach wurde St. Gertrudis eine reine Pfarrkirche.

„Tempus fugit“ ist auf der Bronzetafel zu lesen und bedeutet übersetzt: die Zeit vergeht. Im Gegensatz dazu eine weitere Gravur: „Christus manet“ Christus bleibt.

Wappen

Bürgermeister Robert Wenking erläutert, dass die städtische Bronzetafel das Horstmarer Wappen beinhaltet mit den am Rand abgedruckten Jahreszahlen 1269, 1969 und 2019.

Bronzeplatte der Stadt Horstmar

Bronzeplatte der Stadt Horstmar Foto: privat

Die Jahreszahl 1269 markiert den Anfang der Herrschaft der Fürstbischöfe von Münster, die der Stadt die Stadtrechte verliehen haben. Die Jahreszahl 1969 steht für den Zusammenschluss von Horstmar und Leer im Rahmen der kommunalen Neugliederung und die Jahreszahl 2019 steht für das Jubiläumsjahr 750 Jahre Fürstbischöfe von Münster einschließlich der Stadtrechte sowie 50 Jahre Horstmar und Leer.

Die Glocken- und Kunstgießerei Rincker aus Sinn erhielt aufgrund einer Ausschreibung den Auftrag zur Anfertigung der Bronzeplatten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 11 412,10 Euro und werden zu 90 Prozent aus dem Pogramm NRW „Soziale Integration im Quartier“ im Zuge der Neugestaltung des Kirchplatzes gefördert.

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