Segelflieger aus den Niederlanden strandet am Schöppinger Berg
Gelassen trotz Notlandung

Horstmar/Schöppingen -

Am Montagvormittag ist er in den Niederlanden losgeflogen. Dort war die Thermik noch gut. Doch in Deutschland haperte es dann mit den Aufwinden. Das veranlasste Roelof Corporal mit seinem Segelflieger auf einer riesigen Grasfläche am Schöppinger Berg in Nähe der Antoniuskapelle zu landen. Die Außenlandung ist dem 31-Jährigen gut geglückt, der dann einige Stunden auf seinen Vater wartete,

der ihn ihn mit einer Seilwinde wieder hochziehen wollte.

Montag, 22.06.2020, 21:17 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 09:20 Uhr
Roelof Corporal
Roelof Corporal Foto: abi

Sein Lachen ist ansteckend und er wirkt unerschütterlich. Dabei hat Roelof Corporal gerade eine Notlandung mit seinem Segelflieger hinter sich gebracht. Keine Sorge, der 31-Jährige ist unversehrt und auch seine Maschine hat keinen Schaden genommen. Nun steht der Niederländer mitten auf einer riesigen grünen Wiese am Schöppinger Berg nahe der Antoniuskapelle. Rund herum nur Natur, Windräder und ein Bauernhof, auf dem der Hobbyflieger sein Malheur gemeldet hat. Das ist ihm schon gegen 12 Uhr passiert, doch um 15 Uhr ist er immer noch am unverhofften Landeort in Schagern.

Dort wollte er eigentlich gar nicht hin. Vielmehr war Steinberg bei Wesel sein Ziel. Von dort sollte es in die Eifel gehen. Dass er das für heute vergessen kann, nimmt der blonde Mann mit einer bewundernswerten Gelassenheit hin. „Ich warte auf meinen Vater“, erzählt er der herbeigeeilten Redakteurin, dass dieser mit einem Lkw samt Seilwinde vorbeikommen wird, um den Segelflieger aus der Wiese zu ziehen. Mit vier Kabeln würde er dann wieder in die Lüfte gezogen. Doch das könne noch dauern, denn schließlich käme sein Vater aus Arnheim. Dort, genauer aus Terlet, ist der 31-Jährige am Vormittag selbst losgeflogen. „In Holland war noch alles okay, aber hier gab es zu wenig Thermik“, räumt Roelof Corporal ein, wohl zu optimistisch gewesen zu sein.

Bei nur 200 Metern über dem Boden habe er es vorgezogen zu landen, denn sonst hätte es gefährlich werden können. Erst habe er noch überlegt, ob er es noch bis zum Segelflugplatz nach Borghorst/Füchten schafft, doch das sei ihm dann doch zu unsicher erschienen. Schließlich habe er keinen Motor. Dass die Außenlandung ihm gut gelungen ist, scheint für den Hobbysportler fast selbstverständlich zu sein. Schließlich fliegt er schon seit seinem 14. Lebensjahr. Außerdem ist er im wirklichen Leben als Pilot für die niederländische Fluggesellschaft KLM tätig, zurzeit aber coronabedingt in Zwangspause. Die Maschine, eine Pegase 101 A, ist in Frankreich gebaut und gehört seinem Vater, der seinem Sohn das Segelfliegen auch beigebracht hat. Ob der auch so gelassen ist, wie sein Junge. . .? 

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