IT.NRW-Statistik zur Verschuldung und Realsteuererhebung
Millionenschwere (Alt-)Lasten

Laer/Horstmar -

Die Zahlen zum Schuldenstand der NRW-Kommunen, die IT.NRW als statistisches Landesamt in der vergangenen Woche veröffentlicht hat, geben zwar noch den Vor-Corona-Stand von 2019 wieder, dennoch lassen sich aus ihnen aufschlussreiche Vergleiche ziehen. Die WN haben einen Blick auf die Werte für Horstmar und Laer geworfen.

Montag, 06.07.2020, 15:26 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 14:46 Uhr

Die Zahlen zum Schuldenstand der NRW-Kommunen, die IT.NRW als statistisches Landesamt in der vergangenen Woche veröffentlicht hat, geben zwar noch den Vor-Corona-Stand von 2019 wieder, dennoch lassen sich aus ihnen aufschlussreiche Vergleiche ziehen. Die Gemeinde Laer schneidet dabei nicht allzu gut ab: Zwar hat das Ewaldidorf zuletzt seine kommunalen Verbindlichkeiten abbauen können, zum Stichtag 31. Dezember 2019 aber betrug der Schuldenstand noch immer knapp 24,9 Millionen Euro. Zehn Jahre zuvor waren es noch 15,9 Millionen Euro gewesen, eine Steigerung also von gut 56 Prozent.

Die Pro-Kopf-Verschuldung der Einwohner Laers betrug Ende des vergangenen Jahres 3671 Euro. Das ist kreisweit der höchste Wert. Lediglich die Stadt Greven hat mit 3170 Euro eine ähnlich hohe Verschuldung, der Durchschnitt aller Städte und Gemeinden im Kreis betrug zum Stichtag 1437 Euro. Mit gut 15,5 Millionen ist der größte Schuldenbatzen im Kernhaushalt angesiedelt und dort schwerpunktmäßig bei den langfristigen Krediten, die mit gut elf Millionen Euro zu Buche schlagen.

Auch in der Nachbarstadt Horstmar ist die Pro-Kopf-Verschuldung im Kreisvergleich überdurchschnittlich hoch: Zum Stichtag war laut IT.NRW jeder Burgmannstädter, vom Säugling bis zum Greis, mit 1798 Euro kommunalen Schulden belastet. Im Vergleich zu 2018 gelang zwar ein Abbau von rund sieben Prozent, seit 2009 gab es dennoch einen Gesamtanstieg von knapp 30 Prozent.

Im Gegensatz zu Laer, wo kommunale Schulden auch öffentlichen Einrichtungen zuzuordnen sind, die organisatorisch nicht zur Gemeinde gehören (rund 9,3 Millionen Euro), beziehen sich diese in Horstmar fast ausschließlich auf den Kernhaushalt. Wertpapierschulden verzeichnen die Landesstatistiker aus Düsseldorf weder für Laer noch für Horstmar.

Grund- und Gewerbesteuern gehören mit zu den wichtigsten Einnahmequellen der Kommunen. Sprudeln sie kräftig, sind sie dazu geeignet, Schulden abzubauen. Es sticht laut IT.NRW-Statistik wiederum die Gemeinde Laer hervor: 790 Prozent betrug der Hebesatz Ende 2019 für Besitzer von bebauten Grundstücken. Das war nicht nur kreisweit der Spitzenwert, auch im Landesvergleich spielt das Ewaldidorf damit ganz vorne mit (Rang 22 von 396 Kommunen). Im Vergleich noch höher fällt die Gewerbesteuerabgabe aus: Ein Prozentwert von 523 bedeutet landesweit Rang elf.

Horstmar liegt mit seinen Hebesätzen im Mittelfeld: Ende 2019 betrug dieser bei der Grundsteuer B 640 Prozent (Rang 86) und bei der Gewerbesteuer 452 (Rang 164). Spitzenreiter im Kreis ist übrigens die Gemeinde Wettringen: Im „Steuerparadies Hiärtken“ betragen die Hebesätze nur 340 bzw. 375 Prozent. Landesweit sind jeweils nur sechs Kommunen „günstiger“.

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