Repair-Café an der Graf-Bernhard-Straße hat sich mehr als drei Jahre nach der Eröffnung etabliert
Gefragte Nachhaltigkeitsspezialisten

Horstmar -

Sie haben allesamt Spaß am Tüfteln – und es liegt ihnen überdies am Herzen, den Nachhaltigkeitsgedanken stärker in den Vordergrund zu stellen: Seit Beginn des Jahres 2017 existiert in der Burgmannstadt das Repair-Café. Josef Uphaus, der zu den Gründern gehört, zog jetzt im WN-Gespräch ein erstes Fazit.

Freitag, 10.07.2020, 14:32 Uhr aktualisiert: 12.07.2020, 12:48 Uhr
Ein Bild aus den Anfängen: Das Repair-Café-Team freut sich im vierten Jahr des Bestehens über einen steten Andrang bei den Reparaturterminen im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus.
Ein Bild aus den Anfängen: Das Repair-Café-Team freut sich im vierten Jahr des Bestehens über einen steten Andrang bei den Reparaturterminen im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus.

Sie haben allesamt Spaß am Tüfteln – und es liegt ihnen überdies am Herzen, den Nachhaltigkeitsgedanken stärker in den Vordergrund zu stellen: Seit Beginn des Jahres 2017 existiert in der Burgmannstadt das Repair-Café. Im Ursprung ein Trio, sind es mittlerweile acht Mitarbeiter, die sich einmal im Monat im Sozialladen „KomMode“ im früheren Feuerwehrgerätehaus der Instandsetzung unterschiedlichster Geräte widmen. Bis auf Matthias Boll , der als Mittzwanziger altersmäßig etwas aus dem Rahmen fällt, sind es allesamt Ruheständler, die schon so manches Gerät vor der allzu frühen Entsorgung gerettet haben.

Zu den Gründungsvätern gehört Josef Uphaus . Der heute 67-Jährige hatte 2016 die Idee, ein Repair-Café in Horstmar einzuführen. „In meinem Freundeskreis haben viele einen elektrotechnischen Hintergrund, und ich hatte von ähnlichen Einrichtungen in der Nachbarschaft gehört“, sagt der ehemalige Studiendirektor des Hans-Böckler-Berufskollegs Münster. Schnell waren die Bekannten von seiner Idee überzeugt und nach vorgeschalteten Besuchen der Cafés in Münster und Altenberge konnte das neue Angebot schon wenig später an den Start gehen. „Wir sind der Leitung des Sozialladens sehr dankbar, dass sie uns ihre Räumlichkeiten dafür einmal im Monat zur Verfügung stellt“, sagt Josef Uphaus auch im Namen des gesamten Teams.

Das Angebot sei mittlerweile sehr gut in der Burgmannstadt etabliert, sagt der 67-Jährige. Das war nicht immer so. Zu Beginn seien die meisten Kunden aus Burgsteinfurt, Borghorst oder Laer gekommen. Vielleicht, weil der Standort im ehemaligen Gerätehaus manchem Einheimischen zu öffentlich war? Uphaus kann nur mutmaßen. Doch das ist Schnee von gestern. „Die Nachfrage ist da, auch weil ein allgemeines Umdenken weg von immer mehr Konsum stattfindet“, berichtet der Mitarbeiter. Aber es gebe natürlich Schwankungen, aktuell auch wegen Corona. Im Repair-Café gelten Zugangsbeschränkungen und Abstandsgebot, ein spezielles Hygienekonzept wurde erarbeitet.

Neben dem Spaß an der Sache ist es vor allem auch die Dankbarkeit der Kunden, die die Reparatur-Enthusiasten motiviert. „Unsere Erfolgsquote beträgt immerhin rund 60 bis 70 Prozent“, sagt Josef Uphaus nicht ohne Stolz. Die Bandbreite der Gegenstände, die das Oktett – neben Uphaus und Boll gehören Helmut Herdt, Dieter Bielefeld, Manfred Hardt, Günter Simon, Josef Große Brinkhaus und Dieter Schröder zum Team – zu reparieren in der Lage ist, ist groß: Nicht nur Haushaltsgeräte wie Staubsauger, Mixer oder Kaffeemaschine gehören dazu. Auch Gartengeräte wie elektrische Rasenmäher und moderne, digitale Errungenschaften wie PC und Smartphone schrecken sie nicht. „Wir haben für alles und jeden Spezialisten“, schmunzelt Uphaus. Wenn es geht, wird auch der Kunde mit in die Reparatur einbezogen, „bei 230-Volt-Geräten ist das aber nicht möglich, da kommt nur der Fachmann ran“, so der Mitarbeiter. Natürlich kann bei allem Sachverstand nicht alles wieder instand gesetzt werden. „Aber dann weiß der Kunde immerhin, woran er ist“, sagt Uphaus. Im Erfolgsfall bekommt er ein geprüftes Gerät zurück. Verbunden mit dem Nachhaltigkeitsgedanken des Repair-Café-Teams ist auch die Sammlung von Althandys und -brillen, die parallel zu den Terminen stattfindet.

Anerkennung haben die Tüftler von der Graf-Bernhard-Straße, die sich einmal im Jahr auch zu einem geselligen Abend mit Partnerinnen treffen, übrigens auch schon aus der Politik erhalten. Die Grünen Horstmar überreichte als Spende eine Lötstation mit Zubehör.

Das Repair-Café hat jeden ersten Mittwoch im Monat von 17.30 bis 19.30 Uhr geöffnet. Es befindet sich im Sozialladen „KomMode“ an der Graf-Bernhard-Straße (ehemaliges Feuerwehrgerätehaus). Nächster Termin ist am 5. August. Wer zum Team hinzustoßen möchte, kann sich gerne bei Josef Uphaus, Telefon 025

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