Ehemalige Rektorin der früheren Marienschule verstorben
Trauer um Walburga Lutter

Horstmar-Leer -

Sie war Lehrerin aus Leidenschaft und hat einige Generationen liebevoll durch ihre Schulleben begleitet. Im Alter von 79 Jahren ist Walburga Lutter am 20. Juli verstorben. Die langjährige Rektorin der früheren Marienschule (heute Astrid-Lindgren-Schule) in Leer hat sich aber auch in der Kirchengemeinde vor Ort und als Künstlerin engagiert. Viele werden die gebürtige Wuppertalerin, die seit 1979 am Rewensweg 4 lebte, nicht vergessen.

Montag, 27.07.2020, 17:24 Uhr aktualisiert: 28.07.2020, 16:42 Uhr
Im Alter von 79 Jahren ist Walburga Lutter verstorben.
Im Alter von 79 Jahren ist Walburga Lutter verstorben.

Im Alter von 79 Jahren ist Walburga Lutter, die von 1979 bis 1992 die frühere Marienschule in Leer leitete, verstorben. Im Gedenkgottesdienst lobte Pfarr­dechant Johannes Büll das Wirken der Rektorin in der Pfarrgemeinde als Lektorin und bei der Vorbereitung zur Erstkommunion.

Die gebürtige Wuppertalerin studierte in Essen und Lüneburg. So konnte sie ihren Berufswunsch, Lehrerin zu werden, trotz mancher Hindernisse umsetzen. Zunächst wirkte sie in Witten an der Ruhr, anschließend 13 Jahre lang als Rektorin in Leer und danach bis 1998 als Rektorin in Altenberge. Dort stellte sie sich mit einer größeren Schule und einem Schulneubau neuen Herausforderungen. Eine Krankheit zwang die Pädagogin zur Berufsaufgabe.

Nach ihrer Pensionierung studierte Walburga Lutter von 1999 bis 2004 an der Kunstakademie in Bonn und schloss das Studium als Diplom-Bildhauerin ab. Zahllose Kunstwerke prägten ihr Heim am Rewenweg 4, wo sie seit 1979 zuhause war. Ausdrucksvolle Kunstwerke, zum Teil inspiriert von Menschen aus ihrer Familie oder auch von Ernst Barlach, zeugen von ihrer Auseinandersetzung mit dem Leben in seinen vielfältigen Facetten.

Ihre Arbeiten stellte sie im Jahr 1998 in der Kreissparkasse Steinfurt und 2011 in Horstmar aus. Der Erlös der Ausstellungen kam der Vereinigung „German Doctors“ zugute.

Fahrten in ferne Länder waren ihr wichtig, um den eigenen Horizont zu weiten und wach zu bleiben. 2007 zog es die beliebte Pädagogin nach Nepal, wo sie sich in einer Leprastation um körperlich und geistig behinderte Kinder kümmerte, denen sie nicht nur die Heilung von Lepra, sondern auch schulische Bildung zukommen lassen wollte.

1997 veröffentlichte die Ruheständlerin zwei Dokumente zum neuen Kreuzweg auf dem alten Friedhof in Leer. „Die beiden Hefte sind ein ausdrucksvolles Zeugnis von Walburga Lutters Osterglauben, der durch die Fragen und Zweifel des Lebens gewachsen ist. Auch in vielen ihrer Kunstwerke findet dieser Glaube sich wieder“, beschreibt Pfarrdechant Büll ihre Werke.

Mit vielen tiefgreifenden Gedanken zum neuen Kreuzweg von Gertrud Büscher-Eilert und Erich Büscher-Eilert auf dem alten Friedhof in Leer habe sie sowohl speziell den Kindern, als auch den Erwachsenen einen Zugang geschaffen unter der Überschrift „Leidensgeschichte und Osterglauben“, so der Seelsorger.

Ihre letzte Ruhe findet die Verstorbene in March, einer Gemeinde in der Nähe von Freiburg im Breisgau.

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