Partnerschaft zwischen Horstmar und Zutphen/Warnsveld läuft auf Vereinsebene und privat weiter
Im Herzen noch vereint

Horstmar -

Auch wenn die Stadt Zutphen der Burgmannstadt im Jahr 2018 die Partnerschaft aufgekündigt hat,

bestehen noch viele Kontakte zur früher noch eigenständigen Gemeinde Warnsveld. So lebt die Partnerschaft in den Herzen der Betroffenen weiter und man ist noch im regen Gedankenaustausch miteinander. Beziehungen bestehen beispielsweise noch auf sportlicher und auf musikalischer Ebene.

Auch private Kontakte werden gepflegt.

Montag, 27.07.2020, 18:38 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 18:40 Uhr
Nolda und Henk Heus sind eigentlich die Begründer der Partnerschaft. Bernhard Horstmann zeigt dem Paar Fotos von den ersten sportlichen Begegnungen zwischen den Fußballern von Warnsveld und Leer (Foto oben links). Für ihren Einsatz um die Partnerschaft erhalten Franz van Uem und Yvonne Oeveren von Bürgermeister Robert Wenking die Ehrenmedaille der Stadt Horstmar in Gold (oben r.). Oberbürgermeisterin Carry Abbenhues und Bürgermeister Robert Wenking haben gemeinsam die Eiche enthüllt (untren r.). Das Schild mit den Symbolen der beiden Partnergemeinden hat auch heute noch seine Berechtigung.
Nolda und Henk Heus sind eigentlich die Begründer der Partnerschaft. Bernhard Horstmann zeigt dem Paar Fotos von den ersten sportlichen Begegnungen zwischen den Fußballern von Warnsveld und Leer (Foto oben links). Für ihren Einsatz um die Partnerschaft erhalten Franz van Uem und Yvonne Oeveren von Bürgermeister Robert Wenking die Ehrenmedaille der Stadt Horstmar in Gold (oben r.). Oberbürgermeisterin Carry Abbenhues und Bürgermeister Robert Wenking haben gemeinsam die Eiche enthüllt (untren r.). Das Schild mit den Symbolen der beiden Partnergemeinden hat auch heute noch seine Berechtigung.

Die Stadt Horstmar unterhält seit nunmehr über 25 Jahren freundschaftliche Kontakte mit der niederländischen Gemeinde Zutphen/Warnsveld. Der Ursprung dieser Bindung lag in der damals noch eigenständigen Gemeinde Warnsveld. So steht es in der Homepage der Stadt Horstmar.

„Die Freundschaft besteht aber deutlich länger und ist nicht politischen Kontakten, sondern einer Autopanne zu verdanken“, erklärt Dieter Bielefeld. Der frühere Horstmarer Bürgermeister (1984 bis 1991), der heute den Partnerschaftsausschuss leitet, kann sich noch gut an die Anfänge erinnern. Heinz Gehrke , der früher in Leer wohnte, war im Mai 1967 mit seinem BMW 1800 auf der Autobahn bei Arnheim liegen geblieben. Ein hilfsbereiter Warnsvelder Bürger hatte den Pkw abgeschleppt. Die beiden Männer vertieften diesen Kontakt, in dem die Altherrenmannschaften von Leer und Warnsveld Freundschaftsspiele austrugen. Diese freundschaftlichen Beziehungen wurden auf sportlicher und kultureller Ebene intensiviert. So gab es beispielsweise regelmäßige Teilnahme an Volleyballturnieren sowie Kontakte zwischen dem Mannenchor und dem MGV sowie den Künstlergruppen.

„Die Vereine fragten dann bei mir an, ob wir die Freundschaft nicht auch politisch begleiten könnten“, erinnert sich Dieter Bielefeld, dem es gelang, den damaligen Rat dafür zu gewinnen. Es seien auf beiden Seiten nicht gleich alle von dieser Idee angetan gewesen, erinnert sich der Christdemokrat. Doch mit der Zeit hätten sich immer mehr Menschen dafür begeistert und es gab viele Besuche und Gegenbesuche sowie andere Aktivitäten.

Schwierig sei es noch einmal geworden, als die früher eigenständige Gemeinde Warnsveld nach Zutphen eingemeindet worden sei, doch auch diese Entwicklung hat die Partnerschaft gut überstanden. Als die Beziehung zwischen den Niederländern und den Horstmarern durch Urkunde besiegelt wurde, entstand damals eine offizielle Städtepartnerschaft. Im Jahre 2016 feierte man gemeinsam bei den niederländischen Gastgebern das 25-jährige Bestehen. Damals wurde aus diesem Anlass eine Friedenseiche gepflanzt. Noch heute weisen Schilder an den Ortseinfahrten von Leer und Horstmar auf diese Partnerschaft hin.

Doch wie ist es tatsächlich um diese Partnerschaft bestellt und stehen diese Schilder noch zu recht? Diese Frage stellt sich, nachdem der Rat der Stadt Zutphen die Partnerschaft im Jahr 2018 einseitig aufkündigte. Horstmar war nicht allein betroffen, sie galt auch Partnerschaften in Rumänien, England, Estland und Nicaragua. Bürgermeister Robert Wenking erinnert sich noch genau an das Schreiben aus Zutphen mit der Kündigung, weil man Städtepartnerschaften inzwischen nicht mehr für zeitgemäß hält“.

Der Ausschuss für Partnerschaften bei der Stadt Horstmar bat darum, die Entscheidung zu überdenken und die Partnerschaft nicht endgültig zu beenden, sondern nach Möglichkeit einseitig ruhend zu stellen. Der Gemeinderat von Zutphen blieb jedoch bei seiner Auffassung und wies im Februar 2019 darauf hin, dass Bürgerorganisationen und Organisationen weiterhin stattfinden können und die dazu gehörende gegenseitige Freundschaft auf jeden Fall weiter bestehen bleiben müsse. „Die guten Verhältnisse sind – zum Glück – nicht abhängig von der Beteiligung des Gemeinderates,“ heißt es weiter in dem Antwortschreiben. Und so ist es dann auch gekommen.

Die Partnerschaft lebt in den Herzen der Betroffenen weiter. So haben die niederländischen Akteure Frans von Uem, seine Partnerin Yvonne van Oeveren und Heleen Buis dem Vorsitzenden des Horstmarer Arbeitskreises für Städtepartnerschaften, Dieter Bielefeld, beispielsweise Ostergrüße übermittelt. Man ist im regen Gedankenaustausch. Antonius Wolbert, Vorsitzender des Leerer Kirchenchores, unterhält noch enge Verbindungen zu dem dortigen Chor der Ijsselzangers, gegenseitige Besuche sind im Gespräch. Gleiches gilt für den MGV Liederkranz mit dem dortigen Männerchor.

Kontakte bestehen auch auf sportlicher Ebene. So wird das Realität, was Frans van Uem in einem Schreiben an Bürgermeister Wenking formulierte: „Wir vom Dorfrat in Warnsveld setzen uns nach wie vor für eine Freundschaftsbande mit Horstmar ein, um wann auch immer zu unterstützen“. Bürgermeister Robert Wenking bot die Hilfe seitens der Stadt an, wenn das bei privaten Begegnungen notwendig werden sollte. Und einen kleinen Topf, nämlich über 500 Euro gibt es auch noch für diese Begegnungen.

So gesehen haben die Hinweistafeln an den Ortseingängen von Leer auch heute noch durchaus ihre Berechtigung.

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