Unabhängige Wählergemeinschaft Horstmar-Leer tritt zur Kommunalwahl nicht mehr an
UWG löst sich zum Jahresende auf

Horstmar -

Nach fast über 21 Jahren löst sich die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Horstmar-Leer zum Ende diesen Jahres auf. Den entsprechenden Beschluss haben die Mitglieder während der jüngsten Versammlung gefasst. „Wir treten auch nicht mehr zur Kommunalwahl an“, bestätigt Fraktionsvorsitzender Ernst Gerks. Als Grund für den Rückzug nennen er und Vorsitzender Thomas Schlees die dünne Personaldecke der UWG.

Dienstag, 28.07.2020, 17:40 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 15:16 Uhr
In den vergangenen Jahren hat Ernst Gerks die UWG-Fraktion angeführt, die seit 1999 in der Burgmannstadt aktiv ist.
In den vergangenen Jahren hat Ernst Gerks die UWG-Fraktion angeführt, die seit 1999 in der Burgmannstadt aktiv ist.

Nur noch drei Parteien wird es im nächsten Horstmarer Stadtrat geben. So will sich die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Horstmar-Leer zum Ende diesen Jahres auflösen. Das bestätigt deren Fraktionsvorsitzender Ernst Gerks . Wie er in einem Gespräch mit dieser Zeitung berichtet, haben die Mitglieder den entsprechenden Beschluss bereits während ihrer jüngsten Versammlung gefasst.

„Die dünne Personaldecke ist der entscheidende Grund, dass der Rückzug nun eingeleitet wurde“, erklärt der Fraktionschef, warum die Unabhängigen sich zur Kommunalwahl am 13. September nicht wieder um Ratsmandate bewerben. Zudem ständen auch einige Mitglieder nicht mehr zur Verfügung. Deswegen sei es auch nicht möglich gewesen, alle elf Wahlbezirke zu besetzen. Das gelte auch für die Ausschüsse, gibt UWG-Vorsitzender Thomas Schlees zu bedenken. Seine Mitstreiter und er bedauern das Ende der kleinen Fraktion, die neben der CDU, der SPD und den Grünen sozusagen als vierte Kraft im Rat wirkt und damit zur Parteien- und Meinungsvielfalt beitragen möchte. Dafür wollte zeitweise auch die FDP sorgen, die allerdings nur eine Legislaturperiode im Stadtrat vertreten war.

Auf immerhin fast 21 Jahre aktive Politik bringen es die Unabhängigen, die erstmals 1999 zur Kommunalwahl in der Burgmannstadt antraten und seinerzeit 16 Mitglieder zählten. Ausdrücklich haben sie sich seinerzeit für die Politik in Horstmar und Leer entschieden. Dadurch wollten sie die Unabhängigkeit gegenüber Interessengruppen auf regionaler Ebene gewährleisten und frei sein.

„Mit dem Bürger zu entscheiden, statt über ihn“, lautete das Motto der Gründungsväter Erich Laumann und Ludger Nienau. Die beiden waren seinerzeit mit der Politik der Mehrheitsfraktion unzufrieden und wollten dieser gerne etwas entgegensetzen. Ein Ziel, das die Unabhängigen lange verfolgten, auch wenn die Gründungsväter inzwischen schon verstorben sind.

Nach Ludger Nienau übernahm Heinrich Schwering den Vorsitz. Ihm folgten Manfred Hemsing und Thomas Schlees. Zuerst zogen Erich Laumann und Ludger Nienau für die UWG in den Stadtrat ein. Später rückten Heinrich Schwarze-Blanke, Ernst Gerks und Manfred Hemsing nach.

Andere Parteien und die Verwaltungsspitze hätten der UWG oft vorgeworfen, dass sie gegen alles sei, doch das stimme nicht, betont Fraktionsvorsitzender Ernst Gerks. Allerdings wehre man sich gegen Verschwendung und trete kontinuierlich für den Schuldenabbau ein, um den Handlungsspielraum für die Aufgaben der kommenden Jahre und nächsten Generationen zu schaffen. Die Einsparungen sollten aber nicht bei den freiwilligen Leistungen erfolgen, denn schließlich sähe man es als seine primäre Aufgabe an, das Ehrenamt, die Vereine und die Verbände zu fördern. „Eine solide Haushaltsführung hat für uns stets oberste Priorität gehabt“, betont der Fraktionsvorsitzende, der mit seinen 72 Jahren auch als Altersgründen aufhören möchte.

Eine neue politische Heimat hat übrigens Manfred Hemsing gesucht und gefunden. Er wird die UWG verlassen und zum 1. September Mitglied der CDU.

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