Ursache für die Verpuffung im Kaminofen noch unklar
Opfer nicht in Lebensgefahr

Horstmar -

Noch nicht klar, wie es am Sonntagabend zu der Verpuffung im Kaminofen einer Unterkunft von polnischen Arbeitern im Horstmarer Gewerbegebiet kommen konnte. So hat die Polizei einen Sachverständigen eingesetzt, der den Fall klären soll. Bei dem Unglück wurden fünf Menschen verletzt. Drei von ihnen konnten nach Polizeiangaben das Spezialkrankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Mittwoch, 27.01.2021, 08:02 Uhr
Ein Großaufgebot an Rettungskräften war am Sonntagabend am Unglücksort im Einsatz.
Ein Großaufgebot an Rettungskräften war am Sonntagabend am Unglücksort im Einsatz. Foto: Fritzemeier

Den zahlreichen Rettungskräften dürfte ihr Einsatz vom Sonntagabend im Horstmarer Gewerbegebiet noch in den Knochen stecken. Immerhin hatten sie es gleich mit fünf Verletzten zu tun. Diese hatten vor dem Kaminfeuer in ihrer Gemeinschaftsunterkunft gesessen, als die Scheibe der Ofentür plötzlich mit großer Wucht zerplatzte (wir berichteten). Durch das Feuer und die Scherben wurden die im Raum anwesenden Personen schwer verletzt.

Wie oder warum es zu der Verpuffung in der Unterkunft der polnischen Arbeiter kommen konnte, ist zurzeit noch unklar. „Wir haben einen Sachverständigen hinzugezogen“, erklärte ein Sprecher der Pressestelle der Steinfurter Polizei gestern auf Anfrage dieser Zeitung, dass die Ermittlungen zur Unfallursache zurzeit noch andauern. Zwei von den Verletzten befänden sich noch in einem Spezialkrankenhaus. Für sie bestehe aber keine Lebensgefahr.

Sechs Rettungswagen, ein Krankentransportwagen, zwei Notarztfahrzeuge sowie der Hubschrauber Christoph Westfalen gehörten zum Großaufgebot der Helfer, die am Sonntagabend zur Unglücksstelle gerufen worden waren.

„Als wir ankamen, gab es leichten Rauch und die Bewohner saßen geschockt in dem Raum“, berichtete Stadtbrandinspektor Frank Burrichter, der bestätigte, dass der Freiwilligen Feuerwehr zunächst ein Heizungsbrand in der Straße „Im Gewerbegebiet“ gemeldet worden sei. Als sie am Einsatzort jedoch festgestellt hätten, dass es sich um eine Verpuffung mit mehreren Verletzten gehandelt habe, hätten sie Verstärkung angefordert. Bis diese eintraf, haben die Brandschützer die Verletzten betreut und dann an den Rettungsdienst übergeben. „Zudem haben wir die Einsatzstelle ausgeleuchtet“, erklärte der Horstmarer Wehrführer. Am Einsatzort war auch die Kriminalpolizei, die die Brandstelle beschlagnahmte und mit den Untersuchungen begann.

Zur Unglücksstelle wurden zudem Ordnungsamtsleiter Georg Becks und seine Kollegin Petra Fier gerufen. „Sie haben geprüft, ob den Betroffenen die Obdachlosigkeit droht“, begründete Bürgermeister Robert Wenking ihren Einsatz. Dass sei allerdings nicht der Fall gewesen, fügte der Verwaltungschef hinzu, der sich erleichtert zeigte, dass das Unglück noch einigermaßen glimpflich ausgegangen sei. Bei der Unterkunft der Arbeiter habe es sich um die Betriebswohnung einer ehemaligen Schreinerei gehandelt.

Da der Polizei keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden gefunden hat, haben die WN den Bezirksschornsteinfeger Claus Muchow aus Steinfurt nach möglichen Ursachen für eine Verpuffung im Kaminofen gefragt. Da dieser den Unfall in Horstmar nicht aus der Ferne beurteilen könne, ging er auf Grundsätzliches zum Betrieb von Kaminen ein.

Bei sachgemäßen Betrieb seien Feuerstätten, die technisch abgenommen und zugelassen seien, sicher. Jedoch dürften diese auch nur mit den zugelassenen Brennstoffen betrieben werden. Spraydosen gehörten beispielsweise nicht ins Feuer.

Ob höhere Gewalt oder menschliches Versagen vorliegen, müssen nun die Untersuchungen des Sachverständigen ergeben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7786074?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F171%2F
Nachrichten-Ticker