„SenTa“ geht am Montag mit acht Senioren an den Start / Domus Caritas erweitert ihr Angebot
Tagespflege schließt eine Lücke

Horstmar -

Mit der Eröffnung ihrer dritten Seniorentagesstätte namens „SenTa“ schließt die Domus Caritas eine pflegerische Versorgungslücke in der Burgmannstadt. So ergänzt das neue Angebot, die bereits bestehenden Einrichtungen vor Ort. Am Montag geht sie mit acht Besuchern in Betrieb.

Freitag, 29.01.2021, 17:20 Uhr
Domus Caritas
Domus Caritas Foto: Fotos Sabine Niestert

Nicole Thiemann freut sich auf die Tagesgäste. Die ersten von ihnen erwarten die Leiterin der neuen Caritas-Pflegeeinrichtung und ihre Mitarbeiterinnen am kommenden Montag (1. Februar) im schicken und lichtdurchfluteten Neubau, der mitten in der Altstadt von Horstmar entstanden ist. Bis dahin haben das Team und seine Helfer allerdings noch einiges zu tun. Damit zur Eröffnung alles fertig ist, werden sie am Wochenende hier und da abermals ordentlich Hand anlegen.

Doch auch wenn die Möbel noch nicht an ihrer richtigen Stelle stehen, die Gardinen fehlen, und die Handwerker ein- und ausgehen, lässt sich bei einem Besuch am Mittwochvormittag schon erahnen, wie schön es die 13 Senioren haben werden, die künftig in den schmucken Räumen, die auf dem Gelände des ehemaligen Crins-Hotels ihre Tage in Gemeinschaft verbringen können. Zu einem Rundgang durch das Haus „SenTa“ haben Burkhard Baumann – er ist Geschäftsführer der Domus Caritas – und Christiane Nitz – sie ist Gesamtleiterin der ambulanten und teilstationären Dienste der Domus Caritas – die Presse eingeladen. „Die offizielle Einweihung und ein ‚Tag der offenen Tür‘ für die Bevölkerung werden auf alle Fälle nachgeholt“, versprechen die beiden Gastgeber unisono, die bedauern, dass die Corona-Pandemie das erst einmal verhindert hat.

Glücklicherweise haben die Bauarbeiten kaum unter den Lockdowns gelitten. Nach dem ersten Spatenstich am 13. Februar folgte bereits Mitte Juli das Richtfest. „Die reine Bauzeit lag bei einem Jahr“, freut sich Burkhard Baumann über die guten Fortschritte. Fast ein dreiviertel Jahr hätte das Projekt allerdings durch die archäologischen Ausgrabungsarbeiten (wir berichteten) verloren, gibt der Geschäftsführer zu bedenken.

Doch das sei jetzt Schnee von gestern. Schließlich ist das Grundstück an der Münsterstraße inzwischen komplett bebaut und der Blick von draußen zeigt, dass sich das Gebäude gut der Altstadtoptik anpasst. Dafür hat Architekt Jürgen Eierhoff gesorgt, der für die Caritas ins Rennen gegangen ist. Er hat auch die An- und Abfahrt der Tagesstätte über den Katthagen geplant und vorgeschlagen, dass sich der Gemeinschaftsraum in Anlehnung an den bisherigen Schankraum zur Münsterstraße orientieren soll. Das hat den Vorteil, dass die Tagesgäste immer herausschauen können. Die durchgehenden Fenster sorgen auch für viel Licht und Offenheit.

„Es ist richtig schön geworden“, schwärmt Burkhard Baumann, dass das Erdgeschoss als Wohnung mit 240 Quadratmetern ein wahrer, aber wohl auch ein unerschwinglicher Traum wäre. Statt einer Familie sollen sich dort auf Dauer bis zu 16 Tagesgäste wohlfühlen. „Zunächst einmal dürfen wir coronabedingt allerdings nur mit acht Besuchern beginnen, um dann peu à peu auf 13 Gäste aufzustocken“, erklärt Christiane Nitz. Damit die angemeldeten Senioren sich in ihrer neuen Umgebung nicht fremd fühlen, hat Nicole Thiemann sie im Vorfeld alle persönlich besucht und sich vorgestellt.

Vorgesehen ist eine ganztägige Betreuung von montags bis freitags zwischen 8.30 und 16.30 Uhr. Die Gäste können frei wählen, ob sie täglich oder nur tageweise kommen und ob sie einen Fahrdienst in Anspruch nehmen oder möglicherweise zu Fuß kommen. Wie die Einrichtungsleiterin erklärt, soll der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück in der gemütlichen Wohnküche beginnen. Ihm werden sich eine Zeitungsrunde und Bewegungsangebote anschließen. Nach dem Mittagessen – dieses wird aus der Küche des St.-Gertrudis-Hauses geliefert – können sich die Senioren zu einem Päuschen in einen der beiden Ruheräume, die mit bequemen Liegesesseln ausgestattet sind, zurückziehen. Dem Kaffeetrinken folgen Spiele und andere Angebote, wie beispielsweise Singen oder auch Filme schauen..

„Die Leute müssen aber nicht zwingend alles mitmachen“, erklärt Christiane Nitz, dass jeder die freie Entscheidung hat. Wolle sich jemand beispielsweise auf die Terrasse zurückziehen, um einen Blick in den Garten zu werfen, sei das durchaus möglich. Diese Anlagen warten allerdings noch auf ihre Fertigstellung.

Egal, ob 1, 2, 3, 4 oder 5, alle Pflegegrade sind dem Träger der Einrichtung, der Domus Caritas gGmbH, willkommen. „Die Tagespflege ist als Bindeglied zwischen der Sozialstation und dem St.-Gertrudis-Haus beziehungsweise ambulanter und stationärer Pflege anzusiedeln“, erklärt Baumann, dass dies eine Ergänzung der vorhandenen Angebote sei, um zu ermöglichen, dass die Pflegebedürftigen möglichst lange zu Hause bleiben könnten. Die Einrichtung helfe dabei, Einsamkeit zu vermeiden und die Betroffenen zu aktivieren, während die pflegenden Angehörigen entlastet würden.

Bisher hätten die Patienten der Sozialstation Tagespflegen in Altenberge, Steinfurt und Laer genutzt. Mit der neuen Einrichtung könne die Versorgungslücke in Horstmar nun geschlossen werden. Eine freudige Entwicklung, die auch der Bürgermeister und der Stadtrat begrüßen. Durch ihre Beschlüsse haben sie die erforderlichen Weichen dafür gestellt, dass die Senioren möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Die „SenTa“, die als neue Begegnungsstätte zur Belebung der Altstadt sorgt, will eine Atmosphäre der Geborgenheit bieten, in der die Besucher individuell gefördert werden sollen.

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