32-jährige stirbt nach Kollision mit Polizeiauto / Streifenwagen war zu Unfall in Westerkappeln unterwegs
Tragische Unglücksverkettung

Westerkappeln/Ibbenbüren -

Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Streifenwagen und einem anderen Auto auf der Kreuzung am Fisbecker Forst ist Samstagnachmittag eine 32-jährige Frau aus Ibbenbüren ums Leben gekommen. Eine tragische Verkettung: Die Polizei war unterwegs in Richtung Velpe, von wo kurz zuvor ein schwerer Unfall gemeldet worden war.

Sonntag, 08.02.2015, 12:16 Uhr aktualisiert: 08.02.2015, 14:30 Uhr
Tragisch: Auf dem Weg zum Unfall in Westerkappeln kollidierte der Streifenwagen mit einem Opel Astra. Dessen 32-jährige Fahrerin erlitt tödliche Verletzungen, die Polizeibeamten stehen unter Schock. Der genaue Unfallurhergang ist noch unklar.
Tragisch: Auf dem Weg zum Unfall in Westerkappeln kollidierte der Streifenwagen mit einem Opel Astra. Dessen 32-jährige Fahrerin erlitt tödliche Verletzungen, die Polizeibeamten stehen unter Schock. Der genaue Unfallurhergang ist noch unklar. Foto: Tobias Vieth

Die Mitteilung an die Rettungskräfte klang zunächst dramatisch: Ein Massenunfall mit mehreren eingeklemmten und verletzten Personen habe sich auf der Ibbenbürener Straße in Velpe ereignet. Das Geschehen stellte sich vor Ort aber als weniger dramatisch heraus. Es gab „nur“ zwei Leichtverletzte. Alle Beteiligten hatten Glück im Unglück.

Wie die Polizei berichtet, war ein 19-jähriger junger Mann aus Weener (Niedersachsen) gegen 14.35 Uhr aus Lotte kommend mit einem Opel Astra auf der Ibbenbürener Straße unterwegs. In seinem Fahrzeug saßen drei weitere Personen. Hinter dem Auto fuhr ein 73-jähriger Westerkappelner, auf dem Beifahrersitz saß eine 55-jährige Beifahrerin. Der 19-Jährige soll nach Zeugenangaben in Höhe des Fuchsgrabenweges abgebremst haben, um auf der Fahrbahn zu wenden.

Bei dem Unfall in Velpe wurde dieser Mercedes nach einem Überschlag in den Straßengraben geschleudert. Die beiden Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon.

Bei dem Unfall in Velpe wurde dieser Mercedes nach einem Überschlag in den Straßengraben geschleudert. Die beiden Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon. Foto: NWM-TV

Der Westerkappelner habe in diesem Moment mit seinem Mercedes zum Überholen angesetzt, berichtet die Polizei weiter. beide Fahrzeuge kollidierten. Durch die Wucht des Aufpralls überschlug sich der Mercedes und landete im Straßengraben. Die 73-Jährige und seine Beifahrerin wurden leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die vier Insassen in dem anderen Wagen blieben unverletzt. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. Sie waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden.

Nicht mehr fahrbereit war auch der Opel, den die Feuerwehr zur Seite schob. Vier Personen saßen in dem Wagen. Alle sind unverletzt geblieben.

Nicht mehr fahrbereit war auch der Opel, den die Feuerwehr zur Seite schob. Vier Personen saßen in dem Wagen. Alle sind unverletzt geblieben. Foto: NWM-TV

Während in Velpe die Rettungsmaßnahmen noch liefen, ereignete sich auf dem Schafberg der besonders tragische Unfall. Der Streifenwagen war kurz vor 15 Uhr auf der Osnabrücker Straße unterwegs, um in Westerkappeln Verstärkung zu leisten. Auf dem Weg dorthin kollidierte er auf der Kreuzung am Fisbecker Forst mit dem Opel Astra der 32-jährigen Ibbenbürenerin.

Die Frau ist an den Aufprallfolgen gestorben. Einsatzkräfte hatten die Autofahrerin noch vor Ort versorgt und sie mit dem Rettungswagen abtransportiert, konnten sie aber nicht mehr retten. Gerüchte, denenzufolge die 32-Jährige schwanger war, bestätigten sich nicht.

Die zwei Polizeibeamten, die in dem Streifenwagen saßen, wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Sie seien leicht verletzt, stünden aber unter Schock, bestätigte die Polizei in einer Erklärung am Samstagabend.

Möglicherweise hatte die 32-Jährige versucht, von Mettingen aus kommend die Osnabrücker Straße in Richtung Laggenbeck zu queren oder auch abzubiegen, als das Polizeiauto auf seiner Einsatzfahrt herangefahren kam. Die Ibbenbürenerin fuhr in den Kreuzungsbereich hinein, die Fahrzeuge prallten ineinander. Der Opel wurde auf der Beifahrerseite durch den heftigen Aufprall stark eingedrückt.

Die beiden Fahrzeuge waren durch die Wucht des Aufpralls in den rechten Straßengraben geschleudert worden. Für die Unfallaufnahme war die L 501 mehrere Stunden lang gesperrt.

Die genaue Unfallursache ist noch unklar. Vor Ort sicherten, nachdem die Rettungskräfte die Unfallopfer abtransportiert hatten, Polizisten der Wache Rheine Spuren. Dass eine andere Dienststelle als die betroffene bei Unfällen mit Polizeibeteiligung vor Ort ist, ist üblich, um eine größere Neutralität zu gewährleisten. Ebenfalls unmittelbar nach dem Unfall eingeschaltet wurde die Staatsanwaltschaft Münster, gab die Polizei am Abend bekannt. Auch im Einsatz war ein Sachverständiger, der den Unfallhergang rekonstruiert.

In solchen Fällen gehen die Ermittler unter anderem auch der Frage nach, ob Blaulicht oder auch Martinshorn für die Fahrt unter Sonderrechten eingeschaltet waren.

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