Kohlekonversion
Gewerbe und Bergbauhistorie

Ibbenbüren/Tecklenburger Land -

Welche Szenarien für eine Entwicklung der Zechengelände Nordschacht und von Oeynhausen sind nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus 2018 vorstellbar? Mit diesen Fragen haben sich 15 Experten aus der Region sowie von externen Planungs- und Beratungsunternehmen am Donnerstag in einem ganztägigen Workshop beschäftigt.

Mittwoch, 24.06.2015, 16:06 Uhr

Uwe Manteuffel, Geschäftsführer der Schnittstelle Kohlekonversion, trug Ideen zum Zechengelände vor.
Uwe Manteuffel, Geschäftsführer der Schnittstelle Kohlekonversion, trug Ideen zum Zechengelände vor. Foto: Claus Kossag

Welche Szenarien für eine Entwicklung der Zechengelände Nordschacht und von Oeynhausen sind nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus 2018 vorstellbar? Mit diesen Fragen haben sich 15 Experten aus der Region sowie von externen Planungs- und Beratungsunternehmen am Donnerstag in einem ganztägigen Workshop beschäftigt. Nach einer Besichtigung der Gelände ging es in der Bergbauberufsschule auf dem Schafberg darum, in Arbeitsgruppen Ideen für die Zechenflächen zu entwickeln.

Für den Nordschacht in Mettingen waren sich die Arbeitsgruppen einig: Es geht um Erhaltung von traditionellen Bergbaugebäuden wie Förderturm oder Kaue, zum Beispiel für touristische Nutzung. Kernpunkt ist aber die Entwicklung attraktiver Gewerbegebiete. Die Rede war bei der Abschlusspräsentation von einer „Notwendigkeit für Mettingen“. Auch eine Kombination von Wohnen und Gewerbe wurde aufgezeigt.

Eine wichtige Klammer dabei: Es gibt eine Einbettung in einen bereits vorhandenen und möglicherweise auszubauenden Grünbereich. Etwa ein Drittel der Fläche in einem Entwurf waren Grün. „Am Nordschacht“, so könnte die Kombination heißen, die Handwerk, Gewerbe, Ideenwerkstatt und Wohnen beinhaltet, die mit relativ geringem Aufwand und zeitnah erschlossen werden könnte.

Apropos Erschließung: Dazu hatte sich eine weitere Arbeitsgruppe Gedanken gemacht, die sich mit einer Zuwegung von Osten her und nicht nur über die bestehende Kreisstraße am Nordschacht beschäftigte.

Komplexer stellte sich die Nutzung der Zechengelände „von Oeynhausen“ dar. Die Fläche ist größer und von den Eigentumsverhältnissen und der Nutzung her komplizierter. Ein Problem wurde benannt: Wie geht es überhaupt mit dem Kraftwerk weiter? Ein Entwurf beschäftigte sich deshalb mit Teilflächen des Oeynhausen-Geländes, das praktisch in vier Quadranten aufgeteilt war.

Noch Zukunftsmusik: Wie geht es irgendwann mit den großen Flächen im Norden weiter, wo jetzt überwiegend Lagerfläche ist? Dafür konkreter: In der unmittelbaren Nähe zu den historischen Zechengebäuden nebst Förderturm könnte ein attraktiver „neuer Stadteingang“ entwickelt werden - nebst Gewerbeflächen versteht sich. Weitere Arbeitsgruppen kamen zu abgeänderten Ergebnissen den „Stadteingang“ betreffend und die darin mehr oder weniger eingebundenen Verwaltungstrakte südlich der eigentlichen Zechenanlagen.

In den Entwürfen waren zum Teil auch gewisse Annahmen enthalten: Zum Beispiel eine Fertigstellung der Kreisstraße 24 n zur Osnabrücker Straße oder ein Auslaufen des Kraftwerks und die Nutzung der Flächen der Gleisharfe. Ein Konsens: Grün- und Gewerbeflächen sollen in Einklang miteinander stehen, größere Areale im Norden könnten zunächst unbebaut bleiben.

Es war ein erster Aufschlag zur Planung der Folgenutzung „Nordschacht“ und „von Oeynhausen“. Stadtplaner Uwe Manteuffel , Geschäftsführer der Schnittstelle Kohlekonversion, freute sich am Ende der Veranstaltung über die „Gemeinsamkeiten der Entwürfe, die uns weiterbringen werden.“ Aber gleichermaßen auch über die unterschiedlichen Ansätze, die es zu prüfen und zu diskutieren gilt. Dafür wäre hilfreich, so formulierte es ein Teilnehmer, dass die RAG „die verbotene Stadt“ (Zechengelände) ein wenig mehr öffnet.

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