„Es gab ja nichts. . .“ – Heinz Steingrövers Jugenderinnerungen erschienen
Wellenritt durch die Nachkriegsjahrzehnte

Ibbenbüren -

„Es gab ja nichts… Erinnerungen an eine Jugend in Laggenbeck“ – Unter diesem Titel ist jetzt ein Buch erschienen, für das Heinz Steingröver, der 2015 verstorbene, ehemaligen Ibbenbürener Bürgermeister und Schulleiter des Kepler-Gymnasiums die Manuskripte lieferte.

Donnerstag, 11.05.2017, 17:05 Uhr

Die Veröffentlichung der Aufzeichnungen von Heinz Steingröver war ihnen eine Herzensangelegenheit (von links): Lektor André Hagel, Herausgeberin Maitrayee Mukhopadhyay-Steingröver, Herbert Telgkamp und IVD-Geschäftsführer Klaus Rieping
Die Veröffentlichung der Aufzeichnungen von Heinz Steingröver war ihnen eine Herzensangelegenheit (von links): Lektor André Hagel, Herausgeberin Maitrayee Mukhopadhyay-Steingröver, Herbert Telgkamp und IVD-Geschäftsführer Klaus Rieping Foto: Holger Luck

Heinz Steingröver. Pädagoge und Ibbenbürener aus Leidenschaft. Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Lokalpolitisches Schwergewicht. Treffende Bezeichnungen für den 2015 verstorbenen, ehemaligen Ibbenbürener Bürgermeister und Schulleiter des Kepler-Gymnasiums gibt es viele. Am Dienstagabend in der Alten Honigfabrik stand der Autor Steingröver im Fokus.

Mehr als 70 geladene Gäste waren im großen Raum des Kunstvereins zusammengekommen. Wegen eines Buches, 100 Seiten stark – die Jugenderinnerungen Steingrövers aus den Jahren 1942 bis 1962, die Maitrayee Mukhopadhyay-Steingröver jetzt unter dem Titel „Es gab ja nichts… Erinnerungen an eine Jugend in Laggenbeck“ veröffentlicht hat. Sie stellte das 100-seitige Werk vor und erklärte, warum sie sich für die Publikation entschied: „Seine Manuskripte schienen mir mehr zu sein als nur private Aufzeichnungen.“ Vielmehr trügen sie den Charakter einer „persönlich gefärbten Heimatgeschichte“, stünden „exemplarisch für viele Leben“ im ländlichen Raum jener Zeit.

Zur Veröffentlichung gedrängt hätten sie auch Herbert Telgkamp und André Hagel . Letzterer stellte sich als Lektor zur Verfügung, redigierte das Manuskript, machte es für die Veröffentlichung schick. „Heinz Steingrövers Aufzeichnungen sind ein Wellenritt durch die Nachkriegsjahrzehnte, mit spannenden, lustigen und manchmal auch traurigen Erlebnissen“, so Hagel, der an dem Abend zwei Kapitel für die Gäste las.

Die erfuhren unter anderem, wie schwer der Spagat zwischen der erwarteten Mithilfe auf dem elterlichen Hof und den eigenen Bildungsambitionen war. Und natürlich auch, wie nahezu unmöglich es zu jener Zeit war, an neue Kleidung zu kommen. Denn: „Es gab ja nichts.“ Den Ausspruch der Mutter zitiert Steingröver immer wieder. Augenzwinkernd natürlich. Auch für Lektor André Hagel zeigt sich hier angesichts des „Erlebnisreichtums“, der aus den Aufzeichnungen spreche, die „feine Ironie“, die für Heinz Steingröver so typisch gewesen sei.

Klaus Rieping, Geschäftsführer der Ibbenbürener Vereinsdruckerei, die das heimatgeschichtliche Zeugnis in einer Auflage von 300 Exemplaren gedruckt hat, war ebenfalls sofort klar: „Das müssen wir einfach machen.“ Für ihn sei das ein Non-Profit-Projekt, mehr persönlich als geschäftlich motiviert. Vom Englisch-Unterricht in der 6. Klasse an hätten sich seine Wege immer wieder mit denen Heinz Steingrövers gekreuzt.

Herbert Telgkamp nennt vielleicht den triftigsten Grund für die Veröffentlichung. Noch am Abend vor Steingrövers Tod habe er mit seinem langjährigen Freund und Kollegen zusammengesessen. Das Gespräch sei auf die Manuskripte gekommen. Nach den Äußerungen Steingrövers hätten sie die „Initialzündung“ für dessen weitere Beschäftigung mit der heimatlichen Sozialgeschichte sein sollen. Nicht nur zum Bedauern aller heimatgeschichtlich Interessierten kam es leider anders.

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Heinz Steingröver: „Es gab ja nichts… Erinnerungen an eine Jugend in Laggenbeck 1942- 1962“. 12,80 Euro, ausschließlich im ZettPunkt Ibbenbüren, Bahnhofstraße 15

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