Ibbenbürener Rat beschließt kleineres Raumprogramm für Erweiterung des Kepler-Gymnasiums
Planung für Ausbau kann beginnen

Ibbenbüren -

Das Johannes-Kepler-Gymnasium in Ibbenbüren soll erweitert werden, allerdings in kleinerem Umfang als es die Verwaltung empfohlen hat. Die Abstimmung im Ibbenbürener Stadtrat fiel bei 23 Ja- und 19 Nein-Stimmen sowie drei Enthaltungen für das von der CDU beantragte Raumprogramm für eine dreizügige Sekundarstufe I und eine sechszügige Sekundarstufe II aus.

Dienstag, 23.05.2017, 15:05 Uhr

Das Kepler-Gymnasium hat derzeit in der Sekundarstufe II elf Züge.
Das Kepler-Gymnasium hat derzeit in der Sekundarstufe II elf Züge. Foto: Stefan Nieland

Um die Entscheidung „auf einer fundierten Grundlage“ treffen zu können, beantragte Marlene Klatt (Grüne) jetzt in einer Ratssitzung, die Entscheidung über das Raumprogramm für die Erweiterung des Kepler-Gymnasiums von der Tagesordnung zu nehmen. Nach der Landtagswahl sei mit Veränderungen der gesetzlichen Vorgaben zu rechnen, sodass man kaum fundiert entscheiden könne. Das sahen die meisten Ratsmitglieder anders. Nur fünf stimmten für diesen Antrag der Grünen ab.

Die Abstimmung fiel bei 23 Ja- und 19 Nein-Stimmen sowie drei Enthaltungen für das von der CDU beantragte Raumprogramm für eine dreizügige Sekundarstufe I und eine sechszügige Sekundarstufe II aus. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante (vier- und achtzügig) wurde abgelehnt.

„Das hat mit dem Wechsel in Düsseldorf nichts zu tun“, wandte sich Ludger Bitter (UWG IFI) gegen eine Vertagung der Entscheidung. Ob an den Gymnasien künftig G8 oder G9 die Regel werde, sei für diese Entscheidung nicht ausschlaggebend, meinte auch Hans-Jürgen Streich (FDP). Man müsse „nun endlich bauen“. Bei einem Aufschub falle die Entscheidung erst im September, das sei zu spät.

Auch die CDU wolle jetzt entscheiden, auch um die Sanierung der Toiletten und die Fördermaßnahmen für die Fassadensanierung auf den Weg zu bringen, sagte Ulrich Remke.

Ebenso war Marie-Luise Balter-Leistner ( SPD ) gegen die Vertagung der Entscheidung. Welche Änderungen es durch eine neue Landesregierung gebe, „da werden wir auch in der nächsten Sitzung nicht klarer sehen.“

Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer sagte, Anpassungen seien später immer noch möglich. „Wir können nichts anderes planen, als der Gesetzgeber vorgibt“.

Vor der Abstimmung konkretisierte die CDU die von ihr beantragte Alternative zu dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Raumprogramm: Die Sekundarstufe II solle auf sechs Klassenzüge ausgelegt werden, so Gisela Köster. Bis dahin hatte es „sechs- bis siebenzügig“ geheißen.

Die Festlegung auf „sechszügig“ ziehe auch kleinere Kapazitäten bei den Fachräumen nach sich, gab der Bürgermeister zu bedenken. Und bei Sechszügigkeit seien auch keine Synergien mit der Gesamtschule mehr möglich. Bei Bau und Beschluss zur Gesamtschule habe der Rat die Erwartung formuliert, „dass dort kooperiert wird“, so Gisela Köster. Sie überlegte, man könne doch trotz Festlegung auf „sechszügig“ für die Fachräume bei der größeren Variante bleiben. Nach kurzer Sitzungsunterbrechung zur Beratung innerhalb der CDU-Fraktion hieß es aber: sechszügige Oberstufe samt kleinerem Fachraumprogramm.

Hans-Jürgen Streich (FDP) hielt fest, man wolle die Planung noch einmal genau sehen, „bevor es gebaut wird“. Auch die Schulverwaltung sei räumlich für achtzügig dargestellt worden.

Die Linke wolle dem Antrag der CDU folgen, sagte Ernst Goldbeck. Das sei zwar eigentlich „fatal“, aber der Vorschlag der Verwaltung sei „noch schlechter“. Er vermisste eine durchgängige und transparente Planung, wie Schule in Ibbenbüren aussehen soll. „Es ging uns nicht ums Geld ausgeben“, hatte er zuvor bereits betont.

Einzig die SPD wollte das von der Verwaltung vorgeschlagene Raumprogramm „nicht kleinlich“ beschneiden. „Wir wollten einen Schulcampus dort haben“, sagte Hermann Hafer. Der werde jetzt gebaut. Die SPD wolle Kepler-Gymnasium und Gesamtschule „nicht in ihrer hervorragenden schulischen Arbeit behindern, weil Räume fehlen“.

Die Planung für die Erweiterung des Kepler-Gymnasiums wird jetzt erst beginnen. Das beschlossene Raumprogramm ist Grundlage dazu. Auf der Grundlage eines Raumprogramms für eine vierzügige Sekundarstufe I und eine achtzügige Sekundarstufe II (Verwaltungsvorschlag) wäre eine Erweiterung von 2864 Quadratmetern Bruttogeschossfläche nötig.

Das hätte Kosten von 7 606 560 Euro verursacht (einschließlich der 1,4 Millionen Euro für die Mensa und der 172 000 Euro für die Toilettensanierung). Durch eine Reduzierung auf Grundlage einer dreizügen Sekundarstufe I und einer sechs- bis siebenzügigen Sekundarstufe II könnte laut Verwaltung der Erweiterungsbau auf die Flächen für die Bereiche Mensa/Ganztag und Schulverwaltung beschränkt werden, es wären damit 552 Quadratmeter weniger nötig. Die Kosten würden damit rein rechnerisch um rund 1,1 Millionen Euro auf rund 6,5 Millionen Euro sinken.

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