Zahlreiche Anrufe im Tecklenburger Land
Falsche Polizisten am Telefon

Tecklenburger Land -

Die polizeilichen Ermittlungsakten belegen es: Trickbetrüger, die sich als falsche Polizisten ausgeben, werden nimmermüde und versuchen, an das Geld und die Wertgegenstände der Bürgerinnen und Bürger zu gelangen. Im Tecklenburger Land sind jetzt eine ganze Reihe von Vorfällen bekannt geworden, darunter auch viele in Ibbenbüren und zwei in Lotte.

Freitag, 18.05.2018, 15:05 Uhr

 
 

„Das sind nur Fälle, in denen sich die Leute bei uns gemeldet haben. Das Dunkelfeld wird deutlich größer sein“, sagt Reiner Schöttler, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Dabei ließen sich die Betrüger immer wieder etwas Neues einfallen, um das Vertrauen der Angerufenen zu gewinnen.

Am Mittwoch haben sich 14 Angerufene, darunter allein elf aus Ibbenbüren, gemeldet. Die gute Nachricht: In keinem Fall seien die offensichtlich aufmerksamen Betroffenen auf die Forderungen eingegangen, sondern hätten den Hörer aufgelegt. Zwei solcher Anrufe gab es am Mittwochmorgen in Lotte. In beiden Fällen hätten die Leute richtig reagiert, sagt Reiner Schöttler, Sprecher der Kreispolizeibehörde.

Am Dienstagabend erhielt eine ältere Dame aus Emsdetten einen solchen Anruf. Die Frau ließ sich laut Mitteilung auch durch die angezeigte Rufnummer 110 nicht aus der Ruhe bringen. Sie legte auf.

Ebenfalls am Dienstag, spät abends um 23.30 Uhr, rief ein Mann in Riesenbeck an und gab sich als Kriminalpolizist aus. Der Mann behauptete, dass er Erkenntnisse habe, dass bei dem Riesenbecker noch in der Nacht eingebrochen werden soll. Der Angerufene blieb gelassen, merkte sofort wo es lang ging, als er nach Wertgegenständen befragt wurde und legte ebenfalls auf.

Am Montagabend waren mehrere dieser Anrufe in Ibbenbüren eingegangen. Am späten Abend meldete sich bei der „richtigen Polizei“ ein Bürger und schilderte, dass er von falschen Polizisten angerufen wurde. Die Betrüger wären auf dem Weg zu ihm, um Geld bei ihm abzuholen. Natürlich wolle er denen kein Geld übergeben, teilte er die Polizisten noch mit. Die Polizei eilte zum Einsatzort. An dem Wohnort des Mannes wurden jedoch keine Personen angetroffen. Der Ibbenbürener konnte den Beamten jedoch einen Hinweis auf ein verdächtiges Fahrzeug geben. Die Polizei führte umfangreiche Fahndungsmaßnahmen durch, in die auch ein Polizeihubschrauber eingebunden war. Das beschriebene Auto konnte – ohne Insassen – ausfindig gemacht werden. Er wurde sichergestellt. Im weiteren Verlauf der Fahndung wurde im Ibbenbürener Stadtgebiet eine verdächtige Frau überprüft. Inwieweit diese an dem Vorfall in Ibbenbüren beteiligt war, sei noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

„Nach unseren Erfahrungen nehmen sich die Betrüger immer ganze Bereiche vor und durchforsten die Telefonbücher nach potenziellen Opfern“, erläutert Schöttler.

Er weist erneut darauf hin, dass die Polizei Bürger nie anruft und nach persönlichen Daten und Informationen zu Wertgegenständen fragt. Die Ordnungshüter raten deshalb, sich nicht überrumpeln und auf keinen Fall Fremde ins Haus zu lassen und ihnen Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen. Stattdessen sollten Betroffene umgehend die Polizei ( ✆  110) informieren, damit diese die Chance habe, die Kriminellen zu fassen.

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