25-Jähriger wegen Freiheitsberaubung verurteilt
Ehemann kommt mit Geldstrafe davon

Ibbenbüren/Westerkappeln -

Weil ein 25-jähriger Ehemann seine Frau am 12. September vergangenen Jahres auf der Toilette der gemeinsamen Arbeitsstelle in Ibbenbüren eingeschlossen und festgehalten haben soll, ist er jetzt am Amtsgericht wegen Freiheitsberaubung zu einer Geldstrafe von 500 Euro bei 25 Tagessätzen verurteilten worden.

Sonntag, 08.07.2018, 16:58 Uhr

 
  Foto: dpa

Die „glaubhaften Zeugenaussagen und der Polizeieinsatz“, hätten sie von seiner Schuld überzeugt, sagte die Richterin. Weil es eine enge familiäre Beziehungstat war, ist das Strafmaß geringer als in vergleichbaren anderen Fällen.

Im Zuge der Trennung des Paares war es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihm und seiner Frau gekommen, die der Mann auch nicht bestritt. „Aber ich habe sie weder angefasst noch eingesperrt“, beteuerte er.

Seine 23-jährige Noch-Ehefrau, mit der er ein gemeinsames Kind hat, erzählte das vor Gericht ganz anders, zunächst über das Geschehen am 8. September: „Ich kam von der Nachtschicht und fuhr los. Er hatte mir vorher eine Nachricht geschickt, dass die letzte Rose auf dem Autodach läge. Plötzlich kam er von der Rückbank hoch und verlangte von mir, unsere Kleine bei meiner Mutter in Westerkappeln abzuholen“. Sie habe sich geweigert und wollte ihre Sachen aus der Ibbenbürener Wohnung holen. Dort habe er ihr gedroht, sie mit einem Küchenmesser umzubringen. Daraufhin habe sie sich im Bad eingeschlossen. „Er hämmerte gegen die Tür und wollte sie eintreten. Ich hatte Todesangst und habe gedroht, aus dem Fenster zu springen“.

In ihrer Not habe sie ihren Schwiegervater angerufen und um Hilfe gebeten. Der kam, sie nahm die Autoschlüssel und fuhr zu ihren Eltern nach Westerkappeln, wo sie jetzt auch wohnt.

Am 12. September sei sie ihrem Mann beim Schichtwechsel in der Firma begegnet. Als sie die Toilette verließ, „kam er um die Ecke, hielt mich fest und die Tür zu. Ich war panisch, habe wild gegen die große Panoramascheibe geschlagen und um Hilfe gerufen“. Nach etwa fünf Minuten habe er sie losgelassen. Sie sei sofort zum Schichtleiter gelaufen und diesem von den Ereignissen erzählt. Daraufhin sei ihr Mann fristlos entlassen worden.

In seiner Wut darüber habe dieser ihre Mutter in Westerkappeln angerufen und gedroht, die ganze Familie umzubringen. „Er sprach Russisch. Mit Deiner Tochter fange ich jetzt an“, berichtete die Mutter über seine Drohungen. „Ich habe laut geschrien.“ Ihr neuer Lebensgefährte sei wach geworden und habe schließlich die Polizei gerufen. Sie hätte riesengroße Angst gehabt, dass ihre Tochter, die sich zu diesem Zeitpunkt beim Vater befand schon tot sei.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5888464?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F172%2F
Neuer Plan gegen alte Probleme
Viele Klinikärzte fühlen sich überlastet. Dazu trägt auch der Fachkräftemangel an deutschen Krankenhäusern bei.
Nachrichten-Ticker