Ungewöhnliches Marketing für Mitarbeiterwerbung
Guerilla-Aktion erntet auch Kritik

Tecklenburger Land -

Mit einer großflächigen Werbeaktion ist die BA Unternehmensgruppe aus Ibbenbüren vergangenen Donnerstag auf Mitarbeitersuche gegangen: In der Nacht hatten von einer Agentur engagierte Studenten aus Berlin auf öffentliche Gehwegen und Flächen in Rheine, Osnabrück, Münster und Ibbenbüren Job-Anzeigen gesprüht.

Montag, 25.03.2019, 16:06 Uhr
Job-Anzeigen auf Gehwegen und öffentlichen Flächen und Fahrzeuge mit LED-Displays: Die BA Unternehmensgruppe setzt auf sogenanntes Guerilla-Marketing.
Job-Anzeigen auf Gehwegen und öffentlichen Flächen und Fahrzeuge mit LED-Displays: Die BA Unternehmensgruppe setzt auf sogenanntes Guerilla-Marketing. Foto: Linda Brauschweig

Hinzu kamen fahrbare digitale Werbetafeln, die in den Städten unterwegs waren. Das Guerilla-Marketing, das bewusst mit provokanten Methoden arbeitet, stieß aber nicht überall auf Begeisterung. Unter anderem prangten die Anzeigen direkt vor Eingängen von Apotheken – und warben dort auch um die Pharmazeutisch-teschnischen Assistenten (PTA) und Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten.

Als Kriegserklärung werteten deshalb die Rheiner Apotheken die Sprayer-Attacke. Nach Auffassung von Peter Schöning , Sprecher der Apotheker im Kreis Steinfurt, geht das entschieden zu weit. „Ich finde, dass das ein nicht akzeptables Geschäftsgebaren und eine Verrohung der Sitten ist“, reagiert er verärgert auf die Sprühkreide. Es gebe ausreichend Möglichkeiten, um Personal zu werben in der Presse, in Portalen oder durch Aushänge an den Universitäten.

Vom Ordnungsamt in Ibbenbüren hat die Unternehmensgruppe direkt die Anweisung erhalten, die Werbung schnellstmöglich wieder zu entfernen. „Das ist nicht erlaubt“, sagt Stadtsprecher André Hagel. Neben der angeordneten Reinigung würden mögliche weitere Konsequenzen geprüft.

Sie hätten gewusst, dass die Aktion polarisiert, bekennt Timo Miller , geschäftsführender Gesellschafter der BA Unternehmensgruppe, Full-Service-Anbieter im Gesundheitswesen und Hersteller von sterilen Arzneimitteln. Maximale Aufmerksamkeit war das Ziel, denn die Unternehmensgruppe hat derzeit 55 freie Stellen, bei einer Mitarbeiterzahl von 500. „Die müssen wir schnellstmöglich besetzen.“ Weil die Zielgruppe zwischen 22 und 30 Jahre alt sei, habe man sich neben den digitalen Medien für das mehrstufige Guerilla-Konzept entschieden. Im ländlichen Ibbenbüren sei es immer schon schwierig gewesen, Mitarbeiter zu finden. „Wir mussten uns was Innovatives überlegen“, sagt Miller.

Auch bei den Kollegen in Ibbenbüren sorgte die Aktion für Ärger. Direkt vor dem Eingang sei das unangebracht, ohnehin passe es nicht zu Ibbenbüren. Ein Apotheker teilte mit, er spüre keinen Fachkräftemangel, auch weil sein Unternehmen sich um junge Leute bemühe, diese ausbilde und entsprechende Angebote mache.

Apotheken seien keine Mitbewerber, sagt Miller. Die Werbung sei für die Unternehmensgruppe nicht für die kooperierende Berg-Apotheke. Dennoch hat Miller nach eigenen Angaben am Donnerstag mit einigen Apothekern telefoniert und sich entschuldigt. Denn die an der Sprüh-Aktion Beteiligten hätten eigentlich die Anweisung gehabt, von Apotheken 50 Meter Abstand zu halten. Es habe aber auch Lob gegeben.

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