Ibbenbürener gewinnt Landeswettbewerb „Jugend forscht“
Mit dem Sauger bis in die letzte Ecke

Ibbenbüren -

Mit der Staubsauger-Düse eine Runde weiter: Der 21-jährige Felix Röwekämper aus Ibbenbüren tritt beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“ an.

Mittwoch, 10.04.2019, 11:58 Uhr
Felix Röwekämper ist nach seinem Bundessieg 2018 zum zweiten Mal beim Wettbewerb „Jugend forscht“ dabei. Dieses Mal tritt er mit einer anpassungsfähigen Staubsaugerbodendüse an.
Felix Röwekämper ist nach seinem Bundessieg 2018 zum zweiten Mal beim Wettbewerb „Jugend forscht“ dabei. Dieses Mal tritt er mit einer anpassungsfähigen Staubsaugerbodendüse an. Foto: Linda Braunschweig

Eines vorweg: Staubsaugen gehört nicht gerade zur häufigsten Beschäftigung von Felix Röwekämper. Trotzdem ist dem 21-Jährigen aber nicht entgangen, wie schwierig es ist, mit einer herkömmlichen, etwa 25 Zentimeter breiten Staubsaugerdüse durch Engstellen zu kommen. Da heißt es meist: Düse abnehmen oder Möbel verrücken. „Ein akzeptiertes Problem“, sagt Röwekämper. Und solche mag er nicht.

Deshalb hat der Ibbenbürener Tüftler, der mit seinen Erfindungen bereits mehrere Preise gewonnen hat, eine anpassungsfähige Staubsaugerbodendüse entwickelt. Und mit der ist Röwekämper beim Landesentscheid des Wettbewerbs „ Jugend forscht “ erfolgreich an den Start gegangen: Mit seiner innovativen Idee hat der Ibbenbürener den Landeswettbewerb in der Kategorie Arbeitswelt gewonnen. Während einer Feierstunde zeichnete die Jury Felix Röwekämper und andere Preisträger aus. Sie treten nun beim 54. Bundeswettbewerb vom 16. bis 19. Mai in Chemnitz an.

Neben seiner Arbeit als Industriemechaniker bei der RAG ist das Tüfteln für Felix Röwekämperr in den vergangenen Jahren mehr und mehr zur Berufung geworden. Schon während seiner Ausbildung erhielt er für seine Fräserschutzkappe eine Auszeichnung, später war er unter den Besten seines Ausbildungsjahrgangs.

2017 gab es für die Schutzkappe den deutschen Arbeitsschutzpreis. Im vergangenen Jahr trat Röwekämper dann zum ersten Mal bei „Jugend forscht“ an – und holte sich mit seinem Bohrmaschinenschraubstock direkt den Bundessieg in der Kategorie Arbeitswelt. Für die Sieger-Erfindung hat Röwekämper anschließend die Werbetrommel gerührt, Hersteller quer durch Deutschland hätten Interesse gezeigt, sagt der 21-Jährige. Zugegriffen hat schließlich die Arnz Flott Werkzeugmaschinen GmbH mit Sitz in Remscheid, die den Schraubstock in Kürze ins Sortiment aufnimmt. Röwekämper ist nicht nur an den Einnahmen beteiligt, sondern darf inzwischen auch einen Firmenwagen fahren.

All das hat denjungen Mann, der vor seiner Ausbildung die Anne-Frank-Realschule besucht hat, bestärkt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Dinge zu entwickeln, die „akzeptierten Probleme“ lösen und damit Geld zu verdienen ist sein Ziel. Zu seiner Arbeit bei der RAG, die Ende des Jahres ausläuft, besucht er die Abendschule, um seinen Techniker zu machen.

Zwischendurch läuft im Keller der Röwekämpers inzwischen ziemlich oft der 3 D-Drucker, den sich der junge Tüftler extra angeschafft hat. Auch die Staubsaugerdüse stammt zum größten Teil aus dem kleinen Kunststoffproduzenten. Zwei Jahre und zwölf Prototypen hat es gedauert, bis Röwekämper mit seinem aktuellsten Projekt zufrieden war.

Die Düse kann sich nun nicht nur nach vorne und hinten wegklappen, sodass sie durch Engstellen bis neun Zentimeter passt, sie ist auch für Teppich und harte Böden einstellbar. Gute Funktionalität, hohe Saugkraft, so sollte die Düse sein. Denn Röwekämper weiß auch, dass die Menschen bei solchen Dingen eher konservativ sind und Neues skeptisch betrachten. Deshalb sollte auch unbedingt die bekannte T-Form erhalten bleiben. „Ich bin ehrgeizig und mache mir Gedanken, was wo fehlt“, sagt Röwekämper über seine Motivation. Zudem sei die Arbeit einfach spannend. „Ich bin glücklich mit dem, was ich mache, und wenn es perfekt läuft, verdiene ich damit mal Geld“, sagt Röwekämper.

Sein Traum ist es, später in der Produktentwicklung zu arbeiten und sich vielleicht sogar mit den eigenen Erfindungen selbstständig zu machen. Erste Angebote gibt es schon, sagt der Ibbenbürener. „Aber ich will mich nicht in irgendetwas reinstürzen. Wenn dann mache ich es richtig.“ Auf Instagram hat Felix Röwekämper auch eine Umfrage zu seiner Erfindung platziert. www.instagram. com/felroew

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