Steinkohleblock auf dem Schafberg
Kraftwerk steht bis Mitte Juni still

Ibbenbüren -

Nachdem das RWE-Kraftwerk auf dem Schafberg bereits im März für drei Wochen ausgeschaltet war, ist es auch seit 14. April nicht mehr am Netz gewesen – und dieser Zustand soll nach derzeitigen Planungen des Kraftwerksbetreibers auch noch bis 16. Juni anhalten.

Donnerstag, 23.05.2019, 14:50 Uhr
Seit Mitte April aus Marktgründen abgeschaltet: das RWE-Steinkohlekraftwerk auf dem Schafberg.
Seit Mitte April aus Marktgründen abgeschaltet: das RWE-Steinkohlekraftwerk auf dem Schafberg. Foto: Tobias Vieth

Wie schon im März sind „Marktgründe“ die Ursache, erklärte Guido Steffen von der RWE-Pressestelle auf Nachfrage unseres Medienhauses. Der in Ibbenbüren produzierte Strom wäre, verglichen etwa mit Kraftwerken, die mit billigem Erdgas produzieren, zu teuer. Dann stellt RWE das Kraftwerk lieber ganz ab, statt Verluste zu produzieren. Die längere Pause nutzt RWE laut Steffen nun aber auch für geplante Wartungsarbeiten und TÜV-Prüfungen.

Zu den grundsätzlichen Zukunftsaussichten des Kraftwerkes äußerte sich RWE auf Nachfrage unseres Medienhauses nur begrenzt, da im Zuge des Ausstiegsplans aus der Kohleverstromung, den die sogenannte Kohlekommission vorgelegt hatte, nun Details der entsprechend zu fassenden Gesetze beraten werden. „Der Ball liegt derzeit im Feld der Politik“, so Steffen. Welche Auswirkungen der Ausstieg auf einzelne Kraftwerksstandorte habe, sei schwer abzuschätzen.

Dennoch geht man bei RWE offenbar davon aus, dass das Kraftwerk Ibbenbüren aufgrund seiner grundsätzlich guten Wettbewerbsfähigkeit nicht zu den Kraftwerken gehören wird, die bis 2022 stillgelegt werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die auf Steinkohle basierenden Kapazitäten auf rund 15 000 Megawatt reduziert werden, ein Rückgang von etwa 7700 Megawatt verglichen mit Ende 2017. Der Kraftwerksblock in Ibbenbüren hat eine Leistung von etwa 790 Megawatt.

Für den zweiten Schritt bis 2030, in dem eine weitere Reduzierung auf 8000 Megawatt Steinkohlekapazität in der Diskussion ist, empfehle die Kommission laut Steffen offenbar ebenfalls eine freiwillige Lösung, nämlich eine Prämie für Stilllegung, die per Ausschreibung ermittelt wird. Steffen: „Welche Auswirkungen das auf unsere Anlagen hat, ist dann von vielen Faktoren abhängig. Eine genaue Prüfung muss dann im Lichte der aktuellen Marktentwicklung erfolgen.“

Der Bund der Energiewirtschaft hatte in dieser Woche mitgeteilt, dass die deutschen Stein- und Braunkohlekraftwerke von Januar bis März 2019 rund zwölf Milliarden Kilowattstunden (kWh) weniger Strom erzeugt hätten als im Vorjahreszeitraum: Speisten sie im ersten Quartal 2018 noch rund 63 Milliarden kWh Strom ein, so waren es 2019 rund 51 Milliarden kWh – ein Rückgang um 19 Prozent. Gründe hierfür seien zum einen das nahezu durchgängig hohe Windaufkommen zu Beginn des Jahres 2019, insbesondere im März gewesen. Dadurch konnten die Erneuerbaren insgesamt 9,3 Milliarden kWh oder 16 Prozent mehr Strom als im Vorjahreszeitraum einspeisen, was den Bedarf an konventionell erzeugtem Strom reduzierte.

Zum anderen lag es an unterschiedlichen Witterungsbedingungen: Während das erste Quartal 2018 vor allem im Februar und März außergewöhnlich kalt war, brachten diese Monate im Jahr 2019 besonders milde Temperaturen. Dementsprechend wurde weniger Energie für Heizwärme eingesetzt: Der Stromverbrauch ging im Vergleichszeitraum um 1,7 Prozent zurück.

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