Streit eskaliert bis zum Nasenbeinbruch
Täter und Opfer einigen sich ohne Verfahren

Lotte/Hasbergen/Ibbenbüren -

Ein junger Mann aus Lotte und ein 30-Jähriger aus Hasbergen hatten im Februar des vergangenen Jahres einen damaligen Mitbewohner des Lotters so heftig mit Händen und Fäusten malträtiert, dass der Geschädigte unter anderem Prellungen im Gesicht und eine Nasenbeinfraktur davontrug. Täter und Opfer einigten sich jetzt ohne Gerichtsverfahren.

Dienstag, 18.06.2019, 17:16 Uhr aktualisiert: 18.06.2019, 17:18 Uhr
 
  Foto: Maurizio Gambarini

Eine Vorbesprechung zwischen dem Vorsitzenden Richter, den Schöffen, der Staatsanwältin, den Verteidigern sowie dem Jugendgerichts- und dem Bewährungshelfer machte es möglich, dass am Montag eine Hauptverhandlung am Amtsgericht Ibbenbüren bereits nach einer knappen Stunde zu Ende ging – mit der vorläufigen Einstellung des Verfahrens für zwei junge Männer, die die Vorwürfe der Anklage in vollem Umfang einräumten.

Ein heute 21-Jähriger aus Lotte und ein 30-Jähriger aus Hasbergen, der aktuell eine zehnmonatige Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Lingen absitzt, hatten im Februar des vergangenen Jahres den damaligen Mitbewohner des 21-Jährigen so heftig mit Händen und Fäusten malträtiert, dass der Geschädigte unter anderem Prellungen im Gesicht und eine Nasenbeinfraktur davontrug.

Die Vorgeschichte zu dieser Körperverletzung war eine verbale Auseinandersetzung über das Fahrrad des Vaters eines der Angeklagten gewesen. Die Streithähne waren in stark alkoholisiertem Zustand aneinandergeraten.

Da der Geschädigte, der am Montag als Zeuge geladen war, aber nicht vor Gericht erschien, schon im Vorfeld der Hauptverhandlung versichert hatte, kein Interesse an einer Strafverfolgung zu haben, und auch die Angeklagten deutlich machten, dass sie inzwischen keinen Kontakt mehr zu dem Mann haben, stellte das Gericht das Verfahren vorläufig ein.

Die beiden Männer müssen nun jeweils 500 Euro in fünf Raten als Wiedergutmachung an den Geschädigten zahlen. Tun sie das, ist die Sache für sie endgültig vom Tisch. Damit im Falle der Nichtzahlung eines der beiden Männer der andere aus dem Schneider ist, trennte das Schöffengericht die Verfahren voneinander ab.

Zwei Polizeibeamte, die zum Prozess erschienen waren, mussten aufgrund der Einstellung keine Aussage machen und wurden aus dem Zeugenstand entlassen. Der Vorsitzende Richter mahnte die beiden Männer eindringlich, die Einstellung als Chance zu nutzen.

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