Nach der Zechenschließung
Grubenwasser AG äußert Kritik

Ibbenbüren/Mettingen/Westerkappeln -

Die RAG hat vergangene Woche ihr Grubenwasserkonzept vorgestellt. „Jetzt gilt es für die Kommunen, ohne umfassende Risikoabschätzung die Grubenflutung bis auf 63 Meter über NHN zu verhindern“, heißt es in einer Stellungnahme der „Grubenwasser AG“. Die Grubenflutung sei „unverantwortlich“, weil sie Risiken berge.

Dienstag, 01.10.2019, 22:00 Uhr
Hier an den Klärteichen in Püsselbüren kommt das Grubenwasser aus dem Westfeld noch an. Künftig soll das Wasser über einen Kanal nach Gravenhorst geleitet werden.
Hier an den Klärteichen in Püsselbüren kommt das Grubenwasser aus dem Westfeld noch an. Künftig soll das Wasser über einen Kanal nach Gravenhorst geleitet werden.

Die AG nennt unter anderem die „Gefährdung des Trink- und Grundwassers“ im Ibbenbürener, Mettinger, Recker, Westerkappelner und Hörsteler Raum – denn diese könne nicht absolut ausgeschlossen werden. Die Gefahr von Schäden an Immobilien durch die vorausgesagten Hebungen und Vernässungen ist ebenfalls aufgeführt, ebenso eine Belastung der Hausbrunnen mit Mineralien und PCB und eine Beeinträchtigung der Brunnen von Landwirten und Gewerbebetrieben. „Die Risiken wurden nicht umfassend bewertet, und die Gutachten weisen Ungereimtheiten auf“, so die Stellungnahme.

Weiter heißt es: „Bei der Festsetzung auf 63 Meter über NHN wurden nur ökonomische Vorteile beachtet. Die Zusage der RAG , dass nicht prognostizierte Vernässungen oder z.B. Brunnenversalzungen durch sie reguliert würden, ist höchst unwahrscheinlich. Schon heute beruft man sich bei normalen Bergschäden im sogenannten Erweiterten Betrachtungsraum auf die vorliegenden Gutachten und reguliert die Schäden zum Leidwesen der Betroffenen eben nicht.“ Die von der RAG zitierten Gutachten beziehungsweise die Gutachter für den Abschlussbetriebsplan einschließlich Grubenwasserkonzept seien von der RAG ausgesucht worden. „Daher sind zusätzlich unabhängige Expertisen absolut notwendig.“

Die Aussage, dass der PCB-Wert in der Ibbenbürener Aa schon heute um 50 Prozent unterschritten werde, sei höchst fragwürdig. Das LANUV habe Mitte 2018 in Püsselbüren „hinter den Klärteichen der RAG im Zulauf zur Aa eine zwei- bis dreifach erhöhte PCB-Konzentration gemessen. Die genannte Unterschreitung wurde erst einige Kilometer weiter nördlich von Hörstel nach einer erfolgten Verdünnung in der Aa gemessen. Also nicht mehr auf Ibbenbürener Gebiet. Außerdem gibt es keine Genehmigung für die Einleitung von PCB nach dem Wasserhaushaltsgesetz. Warum werden nicht die sieben teilnehmenden Kommunen, die an der im Frühsommer erfolgten Ausschusssitzung in der Feuerwache anwesend waren, um eine Stellungnahme gebeten?, fragt die Grubenwasser AG. Die finanziellen Vorteile der Flutung ohne Pumpen auf 63 Meter über NHN kämen nur der RAG-Stiftung zugute. Die Energiefrage, die mit dem Pumpen verbunden ist, könne ökologisch gelöst werden. „Die RAG hat genügend Flächen, die genug CO2-freie Energie liefern könnten.“ Es müsse ein bergrechtliches Planfeststellungsverfahren mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung wie im Saarland her.

Die Grubenwasser-AG hat mit Peter Lehnert einen der klagenden Bürgermeister aus der Gemeinde Nalbach im Saarland zu einer Info-Veranstaltung nach Ibbenbüren eingeladen. Er soll laut Mitteilung den Kommunen mit ihren Bürgermeistern und der Politik die Motivation der 28 klagenden Gemeinden im Saarland näher bringen.

Die Veranstaltung ist am 8. November, 18 Uhr, Dorfge- meinschaftshaus Laggenbeck.

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