Fridays for Future: Ortsgruppe demonstriert ab jetzt in Ibbenbürens Innenstadt
Klimaprotest unterm Regenschirm

Ibbenbüren -

Der Regen plätschert auf die bunten Schirme, darunter schallt es immer wieder „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“ im Chor – ein viel zitierter Demo-Spruch, den sich Fridays-for-Future-Anhänger längst zu eigen gemacht haben. So nun auch die in Ibbenbüren.

Montag, 07.10.2019, 11:56 Uhr
Der Regen hielt die Truppe nicht von ihrem Vorhaben ab.
Der Regen hielt die Truppe nicht von ihrem Vorhaben ab. Foto: Carina Tissen

Felix Beermann , Lorenz Langenhof und Leon Witthacke – alle drei sind 15 Jahre alt – haben die Ortsgruppe Ibbenbüren von Fridays for Future (FFF) ins Leben gerufen, und die verabredete sich am Freitagnachmittag zu ihrer ersten Protestaktion.

Vor drei Monaten, im Zug auf dem Rückweg von einer Klima-Demo, kam dem Dreigespann die Idee, auch in Ibbenbüren Freitagsproteste zu organisieren. Schnell fanden die 15-Jährigen Unterstützung aus ihren Reihen, bildeten eine Gruppe mit festen Treffen, und kommen kostenfrei in der Scheune Ibbenbüren unter. „Da besprechen wir nicht nur, wie wir selbst aktiv gegen den Klimawandel wirken können“, erklärt Lorenz kurz vor der Demo am Freitag. Auch Organisatorisches planen die rund zehn Jugendlichen dort – „Sticker und Banner für die Proteste müssen schließlich auch designt und bestellt werden.“

Sechs Organisatoren, eine Art Vorstand, hat die Ortsgruppe Ibbenbüren bereits. Die Mitgliederzahlen steigen stetig, sagt Lorenz, und neue seien jederzeit willkommen. Aber jeden Freitag auf die Straße gehen, das haben die Klimaaktivisten zunächst nicht vor. „Wir wollen in erster Linie Präsenz zeigen und Ibbenbüren aufklären, damit wir alle an einem Strang ziehen können“, sagt Lorenz.

An der Fußgängerampel bei den Nordstadtarkaden verabredeten sich die friedlichen Protestanten zu einer Mahnwache – und wurden schnell immer mehr. Hier und da blieben Interessierte stehen, machten Fotos und erkundigten sich, bis letztendlich eine Gruppe von rund 20 Aktivisten ihre Parolen auf der Großen Straße riefen. Darunter fanden sich nicht nur Jugendliche, auch die Ibbenbürener Ortsgruppe der Grünen hielt das große Banner fest und unterstützte die Aktion. „Das ist ein toller Auftakt, der hoffentlich auch die Generation 20 plus aufweckt“, hofft Uwe Rohde.

Unter den friedlichen Demonstranten war ebenfalls Jens Brüggemann aus Obersteinbeck ganz vorne mit dabei. Auf die Frage, wieso er an der Demo teilnimmt, fällt seine Antwort klipp und klar aus: „Für meine Zukunft.“ Denn die sehe nicht gerade rosig aus, wenn sich nichts ändere, befürchtet der 18-Jährige. Dabei meint er nicht nur, dass die Erdbeeren aus dem Supermarkt bald aus Dänemark kommen könnten, „weil es da vielleicht irgendwann einfach wärmer ist“. Er befürchte sogar Tornados, die durch Deutschland fegen.

Jens sieht die Demo in Ibbenbüren als einen Appell auch an die ländlichen Gebiete. „Natürlich muss man hier eine dickere Haut haben, weil wir einfach viel weniger Menschen sind und Gegner sich eher trauen, uns einen Spruch zu drücken“, weiß der Obersteinbecker. Doch er und die FFF-Ortsgruppe rund um Lorenz, Felix und Leon stehen für ihr Vorhaben ein und wünschen sich, dass bald vielleicht ganz Ibbenbüren zur Rettung des Klimas beiträgt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6985040?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F172%2F
Traktoren-Korso bremst am Dienstag den Verkehr aus
Bereits im April 2019 demonstrierten Landwirte aus dem Münsterland mit ihren Traktoren in Münster. 
Nachrichten-Ticker