Soundseeing-Auftakt
Klangpoesie mit zartem Knarz

Gravenhorst/Kreis Steinfurt -

Toller Auftakt der „Soundseeing V“ Reihe am Samstagabend im Kunsthaus Kloster Gravenberg: Tieftöner-Saxofone, eine Perkussionsskulptur, „Klöpperböden“ und ungewöhnliche Klangpoesie verbanden sich zu einem Abend, der Hören und Sehen inspirierte.

Sonntag, 09.03.2014, 15:03 Uhr

„Wir sind das einzige Bass-Saxophon-Quartett des uns bekannten Universums!“ So ausgefallen das Instrumentarium von „ Deep Schrott“ ist, so exzeptionell war der gesamte Soundseeing-V Abend im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Das von Gerd Andersen , der Leiterin des Kunsthauses , gegründete und inzwischen münsterlandweite Klangkunstprojekt erfreut sich großer Beliebtheit. „Lassen Sie uns Unerhörtes hören“, versprach der Kulturdezernent des Kreises Steinfurt, Dr. Peter Lüttmann , bei der Begrüßung. Und genau das wurde den 100 interessierten Besuchern, die allein schon zur Eröffnung kamen, geboten.

Die einschließlich der „aktiven Pausen“ fast vierstündige Veranstaltung beleuchtete immer wieder neue Aspekte der „Klänge zum Angucken“. So erinnerte die Perkussionsskulptur „Klöpperböden“ (Abschlusselemente röhrenförmiger Tanks) gleichermaßen an quergestellte Orgelpfeifen wie an Industriestaubsauger. Was diese Maschine wohl für ein Tonspektrum birgt? Die Antwort gab Christof Schläger dem neugierigen Publikum mit ebenso schlichten wie spannungsgeladenen Akkorden und Tonfolgen. Ganz anders wirkte die gleiche Musik in der folgenden Interpretation des Saxophon-Quartettes. Lag es am anderen Instrumentarium oder an veränderter Einstimmung der Hörer?

Noch mehrfach bot sich den Besuchern die Gelegenheit über diese und ähnliche Fragen nachzusinnen. Besonders hilfreich war dabei der exquisite Klangpoet Jaap Blonk. Vor seiner glänzenden Vocal-Performance mit dadaistischer, surrealistischer und indonesischer „Musik aus Gummi“ gab er eine passende Einführung: „Sie lauschen, Sie atmen,  ... es ist ein zeitloses Rauschen, …Sie laben sich an dem zarten Knarz.“

Solche geistreichen Spielereien genoss das Publikum. Ebenso die teilweise interaktiven Soundseeing-Objekte von Claus van Bebber, Tilman Küntzel, Dino Steinhof und anderen.

Danach war wieder volle akustische Konzentration bei den „Klöpperböden“ gefragt. Das Saxophon-Quartett forderte zusätzlich den Intellekt mit Musik von Hans Eisler nach Titeln von Bert Brecht. Nicht ohne Ironie folgte die Zugabe: „We are simple, you are simple, life is so simple“.

N ach der zweiten Pause erklang „Musik zum Chillen“, wie der Kurator der Ausstellung Prof. Stephan Froleyks ankündigte. Bei dieser „Serenade“ machte das Duo „Moving Sounds“ seinem Namen alle Ehre. Tara Boumann (Klarinette, Bassethorn) und Markus Stockhausen (Trompeten, Flügelhorn) durchschritten den gesamten großen Saal. Dabei loteten sie die wechselnden Schwingungen von Nähe und Ferne der räumlichen und menschlichen Sphäre bis zum kleinsten Detail aus. Ein vielseitiger, ein hochkarätiger Abend.

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