Faktencheck Gesundheit
Depression wird im Kreis zu 30 Prozent angemessen behandelt

Kreis Steinfurt -

30 Prozent aller an einer Depression erkrankten Menschen im Kreis Steinfurt erhalten eine angemessene, leitlinienorientierte Behandlung, so der neueste „Faktencheck Gesundheit“ der Bertelsmann-Stiftung. Das heißt aber auch: 70 Prozent werden nicht angemessen behandelt.

Mittwoch, 19.03.2014, 16:03 Uhr

Ob Menschen mit einer Depression eine angemessene Behandlung erhalten, hängt stark von deren Wohnort ab. Das geht aus dem jetzt vorgestellten „ Faktencheck Gesundheit“ der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh hervor.

Demnach sind die Chancen eines Patienten auf eine adäquate Therapie in Münster bundesweit am besten. 40 Prozent aller Erkrankten erhalten dort eine leitlinienorientierte Kombination von Psychotherapie und Antidepressiva. Damit erreicht Münster unter allen 402 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten den höchsten Wert.

Im Kreis Steinfurt beläuft sich diese „angemessene Behandlungsrate“ auf 30,03 Prozent – ein vergleichsweise guter Wert, auch wenn der Nachbarkreis Coesfeld mit 35,09 Prozent besser abschneidet. Aber: 30 Prozent angemessene Behandlungen bedeuten auch, das 70 Prozent der Patienten eben nicht angemessen behandelt werden.

Im Kreis Siegen-Wittgenstein hingegen werden beispielsweise nur 21 Prozent aller Patienten angemessen behandelt. Vor allem im Osten Deutschlands liegt dieser Wert oftmals nur knapp über zehn Prozent. Die Diagnoserate „schwere Depression“ liegt im Kreis Steinfurt im Vergleich zum Umland mit 2,81 Prozent relativ hoch, die Diagnose „allgemeine Depression“ liegt bei 12,82 Prozent.

Ein Grund für die deutlichen regionalen Unterschiede, so erklärt es die Bertelsmann-Stiftung , sind die von Stadt zu Stadt stark abweichenden Angebote an ärztlicher und therapeutischer Versorgung. „Während zum Beispiel im Hochsauerlandkreis 14 Psychotherapeuten beziehungsweise Fachärzte auf 100 000 Einwohner kommen, sind es in Münster 98“, teilt die Bertelsmann Stiftung mit.

Ausgewertet wurden Daten von rund sechs Millionen Versicherten der BKK und IKK. Sie können als repräsentativ für die deutsche Bevölkerung betrachtet werden. Bundesweit erhalten laut „Faktencheck“ drei von vier Menschen, die an einer schweren Depression erkrankt sind, keine hinreichende Therapie.

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