Reaktionen auf Kubendorff-Verzicht
Opposition rechnet sich jetzt Chancen aus

Kreis Steinfurt -

Alle Kreistagsfraktionen zeigen sich überrascht vom Kubendorff-Schritt. Vor allem die Opposition aus SPD und Grünen wittert jetzt aber Morgenluft: Plötzlich gibt es keinen Landrats-Kandidaten mehr mit Amtsbonus.

Freitag, 13.02.2015, 19:02 Uhr

Auch in der Kreispolitik sprach sich der Kubendorff-Verzicht gestern Nachmittag in Windeseile herum. Hier die ersten Reaktionen:

Wilfried Grunendahl , Fraktionschef der CDU im Kreistag: „Ich bin jetzt seit knapp 24 Stunden über Kubendorffs Entscheidung informiert. Zuerst habe ich gedacht, das sei ein Karnevalsscherz; zuletzt hat sich der Landrat ja noch voller Energie gezeigt. Wenn er jetzt aus persönlichen Gründen nicht mehr antritt, dann muss man das akzeptieren. Man muss vor allem sagen Er hat drei Wahlperioden lang gute Arbeit gemacht. Ich sage aber auch: Das kam sehr plötzlich und zeitlich ziemlich spät. Wir als CDU im Kreis sind aber gut aufgestellt. Die Kreispartei und die Fraktion werden jetzt zügig einen Kandidaten suchen. Zum Gück haben wir ausreichend qualifizierte Leute. Zu Namen kann ich natürlich noch nichts sagen.“

Elisabeth Veldhues, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag: „ Erst habe ich das für einen Karnevalsscherz an Freitag dem 13. gehalten und muss immer noch sagen: Ich bin sehr erstaunt. Unsere eigene Kandidatensuche gewinnt jetzt natürlich eine ganz andere Brisanz. Gegen den Amtsinhaber Thomas Kubendorff wäre es natürlich ungleich schwieriger geworden, einen Kandidaten zu finden. als wenn zwei frische Kandidaten ins Amt wollen. Wir sind mit mehreren Kandidaten im Gespräch und ich bin sehr zuversichtlich dass wir eine geeignete Person präsentieren können.

Jan-Niclas Gesenhues, Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Grüne : Ja, das war schon eine Überraschung. Für mich war klar, dass Kubendorff der Kandidat der CDU wird, da gingen ja alle ganz selbstverständlich von aus. Für uns stellt sich jetzt die Situation schon neu dar. Mit Herrn Kubendorff waren wir zwar nicht in allem einig, haben aber in vielen Dingen auch gut zusammen gearbeitet, so etwa in der Klimapolitik. Wenn jetzt etwa Dr. Martin Sommer als Kandidat gekürt würde, hätten wir damit schon ein Problem. Für uns ist die Frage, ob Dr. Sommer auch gestalten und nicht nur verwalten kann. Auch ein andwerer CDU-Kandidat wäre für uns wahrscheinlich eine Verschlechterung. Ein Gegenkandidat hat jetzt natürlich größere Chancen, denn einen Amtsbonus gibt es nicht mehr. Deshalb ist es wichtig dass die Opposition zwei starke Kandidaten aufbieten kann. Wir haben einen. Natürlich hätte ein gemeinsamer Oppositions-Kandidat bessere Chancen, aber bislang hat es mit der SPD nicht geklappt. Jetzt ist die Situation natürlich eine neue. Aber wir sind in unseren Beratungen recht weit. Wenn die SPD jetzt einen neuen Kandidaten präsentieren sollte, sind wir mit Sicherheit zu Gesprächen bereit. Dazu müsste sie aber zeitnah liefern.“

Hans-Jürgen Streich, Chef der FDP-Fraktion: „ Das habe ich noch nicht gewusst: Ich muss sagen, ich bin sehr überrascht. Ich ging fest davon aus, dass die CDU wieder Thomas Kubendorff nominiert. Jetzt ist vor allem die CDU gefordert. Für uns als FDP ändert sich nicht so viel. So wie es sich bislang abzeichnet, werden wir keinen eigenen Landratskandidaten präsentieren, sondern eine Empfehlung aussprechen. Da ist es natürlich interessant, wen die CDU jetzt aufbieten wird.“

Andreas Neumann, Sprecher der Linken im Kreistag und Christoph Boll, Sprecher der Unabhängigen Wähler, UWG waren gestern Nachmittag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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