Zu viel Plastik und Restmüll
Bio-Müll muss sauberer werden

Kreis Steinfurt -

Immer noch entsorgen die Bürger im Kreis Steinfurt zu viel Plastik und Rest-Müll über ihre Bio-Tonnen. Die Entsorgungsgesellschaft EGST will jetzt mit einem ganzen Maßnahmenbündel gegensteuern.

Freitag, 17.04.2015, 17:04 Uhr

Trenn richtig! sonst wird Dein Bioabfall sauer: So werben neuerdings die Müllwagen in Ibbenbüren für saubereren Bio-Müll. EGST-Geschäftsführer Franz Niederau hofft, dass die Aktion auch im Südkreis durchgeführt werden kann. Neben ihm Markus Schäfer, Leiter des Ibbenbürener Bauhofs und Abfallberaterin Beatrice Daal. Sie hält eine „Baktinchen“-Pupe in der Hand, die Kinder spielerisch über Mülltrennung aufkären soll.
Trenn richtig! sonst wird Dein Bioabfall sauer: So werben neuerdings die Müllwagen in Ibbenbüren für saubereren Bio-Müll. EGST-Geschäftsführer Franz Niederau hofft, dass die Aktion auch im Südkreis durchgeführt werden kann. Neben ihm Markus Schäfer, Leiter des Ibbenbürener Bauhofs und Abfallberaterin Beatrice Daal. Sie hält eine „Baktinchen“-Pupe in der Hand, die Kinder spielerisch über Mülltrennung aufkären soll. Foto: Achim Giersberg

Das Problem ist bekannt – aber nach wie vor gravierend: Die Bürger im Kreis Steinfurt entsorgen zu viel Rest- und Plastikmüll über ihre Bio-Tonnen. Im Kompostwerk des Kreises Seinfurt auf dem Gelände des Saerbecker Bioenergieparks führt das dann zu einem immens teuren Sortieraufwand und erschwert die ohnehin schon schwierige Vermarktung des Komposts. EGST-Geschäftsführer Franz Niederau und Abfallberaterin Beatrice Daal appellieren deshalb nochmals an alle Bürger, bei der Mülltrennung mehr Sorgfalt walten zu lassen.

Natürlich belässt es die EGST nicht bei Appellen. Seit einer Woche werben vor den Lokalnachrichten von Radio RST entsprechende Spots für mehr Mülltrennung. Über die Abfall-App der EGST läuft seit einiger Zeit schon eine Kampagne „Trenn richtig!“. Ein Flyer „Dein Bioabfall wird sauer“ wurde an fast jeden Haushalt über die Abfallgebührenbescheide verschickt (nur Emsdetten waren 200 Euro dafür zu viel). Und ein Mülltonnen-Kontrolleur hat in Ibbenbüren, Lengerich und seit Donnerstag auch in Steinfurt gelbe und rote Karten für die Biomüll-Qualität verteilt. „Hiermit haben wir besonders große, messbare Erfolge erzielt“, sagt Daal. In Ibbenbüren etwa wurde im einem Zeitraum von nur 15 Wochen die Zahl der Fehlwürfe von 45 bis auf nur noch zwei Prozent gesenkt.

Allerdings könne die EGST die übrigen Städte und Gemeinden nicht zu ähnlichen Maßnahmen zwingen, sagt Niederau. Allerdings betonnt er auch, dass die Städte und Gemeinden für das Einsammeln des Biomülls und damit für dessen Qualität verantwortlich seien. Die Abfallsatzung des Kreises erlaube seit einigen Monaten, schlechte Biomüllqualität den Städten und Gemeinden mit dem hohen Restmüllpreis in Rechnung zu stellen. Bisher sei davon allerdings noch nicht Gebrauch gemacht worden. Bessere sich die Lage aber nicht „werden wir auch das tun“, kündigt Niederau an.

Vorerst setze die EGST aber weiterhin auf Aufklärung und Einsicht. Dazu beitragen soll die Beklebung der Entsorgungsfahrzeuge mit Trenn-Werbung, wie sie die Firma Holtmeyer schon seit einigen Wochen für Ibbenbüren und das Tecklenburger Land praktiziere.

Biologisch abbaubare Tüten können über die Wertstoffhöfe gekauft werde. Damit kommt die EGST Bürgern entgegen, die ihre Bioabfälle bislang in Plastiktüten verpackt in die grüne Tonne gegeben haben. Niederau kann sich vorstellen, dass die kompostierbaren Tüten demnächst überall dort erhältlich sind, wo es auch Gelbe Säcke gibt und dass die Kosten (10 Stück für 2,50 Euro) von der EGST übernommen werden: „Eine zentrale Lösung wäre vernünftig“.

Weil „Kinder ihre Eltern erziehen“, so Daal, bietet die EGST jetzt auch einen Service für Schulen und Kindergärten an: Mit den Puppen „Baktinchen“ und „Lumbi“ (von Lumbricidae für Regenwürmer) kann spielerisch erarbeitet werden, welche Stoffe in die Bio-Tonne gehören und welche nicht.

Das grundsätzliche Problem mit der Vermarktung des Bio-Kompost sei sein hoher Nährstoffgehalt, sagt Niederau. Damit sei er ein Konkurrenzprodukt zur Gülle, von der es im Kreis Steinfurt bereits mehr als genug gebe.

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