Favorit gewinnt klar
57,7 Prozent im ersten Anlauf: Klaus Effing wird neuer Landrat

Kreis Steinfurt -

Er galt als Favorit, aber ein derart klares Ergebnis hatte Dr. Klaus Effing selbst nicht erwartet: Mit 57,7 Prozent wird der CDU-Kandidat neuer Landrat im Kreis Steinfurt und Nachfolger von Thomas Kubendorff.

Sonntag, 13.09.2015, 21:09 Uhr

Familienmensch Klaus Effing präsentiert sich als strahlender Sieger im Kreise seiner privaten Familie mit Ehefrau Susanne (in roter Bluse) und den beiden Kindern und seiner politischen Familie mit Noch-Landrat Thomas Kubendorff, MdB Anja Karliczek, Kreistagsmitglied Benno Hörst sowie der CDU-Kreisvorsitzenden Christina Schulze Föcking und Karl-Josef Laumann. Das kleine Bild zeigt Effing mit seinen stolzen Eltern Georg und Maria, das andere zeigt das Wahlstudio im Kreishaus.
Familienmensch Klaus Effing präsentiert sich als strahlender Sieger im Kreise seiner privaten Familie mit Ehefrau Susanne (in roter Bluse) und den beiden Kindern und seiner politischen Familie mit Noch-Landrat Thomas Kubendorff, MdB Anja Karliczek, Kreistagsmitglied Benno Hörst sowie der CDU-Kreisvorsitzenden Christina Schulze Föcking und Karl-Josef Laumann. Das kleine Bild zeigt Effing mit seinen stolzen Eltern Georg und Maria, das andere zeigt das Wahlstudio im Kreishaus. Foto: Achim Giersberg

Es war 19.15 Uhr als Klaus Effing die Treppe zum Wahlstudio hinauffederte, Ehefrau Susanne und die beiden Kinder im Schlepptau, die Eltern Georg und Maria warteten schon im Wahlstudio auf ihren Sohn. Effing, der das Thema Familien ganz oben auf seiner politischen Agenda stehen hat, wollte die Stunde des Triumphs auch als Familienmensch genießen. „Ich bin überglücklich, ein solches Ergebnis hätte ich bei allem Optimismus nicht erwartet“, bekannte er unter dem Beifall der wartenden Bürger und Parteifreunde.

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Schon früh hatte sich Effings fulminanter Sieg abgezeichnet. Um 18.05 Uhr lag der erste von 346 Stimmbezirken vor – die Briefwahlstimmen aus Mettingen . 60 zu 28 (Giebel) und 12 Prozent (Stubbe) lag Effing da vorne und das Ergebnis sollte sich nur noch wenig verändern. Im völlig überfüllten Raum 179, der für das Wahlstudio viel zu klein war (der große Sitzungssaal wird derzeit renoviert) drängten sich schon Kreistagsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und interessierte Bürger. Ganz entspannt mischte sich auch Noch-Landrat Thomas Kubendorff unters Volk. Ein bisschen Wehmut sei natürlich schon dabei, so außen vor zu sein, bekannte er, aber: „Das Zittern und die Nervosität, die man doch immer hat, die brauche ich nicht“. Und natürlich gehörte er zu den ersten Gratulanten des neuen Landrats.

Die SPD-Spitze um Jürgen Coße stand derweil auf der Außen-Terrasse, rauchte und versuchte, die wohl nicht ganz unerwartete Niederlage zu verarbeiten. „Jetzt haben wir einen schwarzen Landrat, eine Mehrheit von roten Bürgermeistern und eine kippelige Mehrheit im Kreistag – es bleibt spannend“, versuchte Peter Middendorf, etwas Mut zu machen.

D. Stefan Giebel gab sich als als fairer Verlierer, gratulierte und relativierte die eigene Niederlage: Das SPD--Ergebnis sei immerhin besser als beim letzten Mal, er sei ganz zufrieden, auch wenn er natürlich lieber gewonnen hätte. „Für manche Themen hätte ich ein bisschen länger gebraucht“, wagte er eine erste Analyse.

Der grüne Kandidat Hermann Stubbe zeigte sich ebenfalls ganz zufrieden: 12 Prozent, das entspreche dem grünen Ergebnis bei der jüngsten Kreistagswahl.

Landrat-Steinfurt

In der „Elefantenrunde“ von Radio RST bedauerten alle drei Kandidaten die geringe Wahlbeteiligung. Der neue Landrat in spe – Effings erster offizieller Arbeitstag als Landrat ist der 21. Oktober – zeigte sogleich, dass von ihm auch künftig Klartext zu erwarten ist. So erneuerte er seine Absage an ein Kreis-Krankenhaus. Statt dessen müsse versucht werden alle drei Standorte Emsdetten, Greven und Borghorst zu erhalten. Und er sprach sich eindeutig für eine Erweiterung des FOC in Ochtrup aus. Das sei keine Bedrohung für die Umlandgemeinden, sondern „für die ganze Region wichtig“.

Man merkte: Da ist einer voll drin in den aktuellen politischen Themen. Und so wird es weitergehen: Schon am 2. November wird Effing den neuen Kreis-Haushalt einbringen. Für den braucht er eine Mehrheit im Kreistag. Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf. . .

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