Jugendhilfe vor Herausforderungen
„Flüchtlingskinder brauchen Schutz“

Kreis Steinfurt -

Außergewöhnliche Herausforderungen sieht Doris Gremplinski auf die Jugendhilfe zukommen. Die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses im Kreis Steinfurt seiht vor allem bei traumatisierten Jugendlichen und bei unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen Handlungsbedarf. Schulen und Kitas müssten zudem ihre Platzangebote anpassen.

Donnerstag, 12.11.2015, 16:11 Uhr

Die Jugendhilfe im Kreis Steinfurt stellt sich den Herausforderungen der aktuellen Asylsituation. „Viele Anfragen an Politik und Verwaltung werden derzeit vom Kreisjugendamt aufgearbeitet. Sie werden auch Bestandteil der Information und Beratung in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 26. November“, erklärte die Ausschussvorsitzende Doris Gremplinski nach Informationsgesprächen mit Tilmann Fuchs , Leiter Jugendamt Kreis Steinfurt.

Die Not der Kinder und Jugendlichen bewege die Bürgerinnen und Bürger im Besonderen. Die hohe Schutzbedürftigkeit erfordere für die oftmals traumatisierten Kinder sorgfältige und abgestimmte Hilfen in allen Lebensbereichen, betont Gremplinski. Kleidung, Wärme, Nahrung und Gesundheitsversorgung seien Grundrechte. Darüber hinaus seien fachliche Angebote und Betreuung zwingend. „Herausforderungen, die von den Verantwortlichen mit großem Engagement bewältigt werden. Wir brauchen die ergänzende Förderung vom Land und Bund, um bestehende Angebote aufzustocken, auszubauen und an den Bedürfnissen aller Kinder im Kreis Steinfurt auszurichten“, sieht der CDU-Arbeitskreis Jugendhilfe deutlichen Handlungsbedarf.

Auch der Inobhutnahme minderjähriger, unbegleiteter Flüchtlinge stellten sich Verwaltung und die Träger mit großem Engagement seit Monaten. Von den Familien auf die Flucht geschickt oder während der Flucht getrennt, gelte ihnen eine besondere Fürsorgepflicht. Durch die jetzt deutlich steigende Zahl dieser Kinder und Jugendlichen werde sich dieser Aufgabenbereich erheblich vergrößern, sagt Gremplinski. Hier würden landesweit die Kapazitäten in Einrichtungen und bei Pflegefamilien immer enger. Unterbringung und Versorgung seien die eine, Beratung, Schutz und Ruhe die andere Seite der Notwendigkeit und ebenso dringlich und unabdingbar.

Durch Förderung der Landesregierung würden Mittel für „Brückenprojekte“ zur Verfügung gestellt. Damit sollen niedrigschwellige Angebote für Kinder asylsuchender Eltern in den Kommunen zur behutsamen Heranführung an die Kindertagesbetreuung gefördert und erste Belastungen abgebaut werden. Ein kleines Angebot, das jedoch hilfreich vor Ort sei und auch ehrenamtliche Projekte unterstütze. 15 Projektanträge aus 10 Kommunen liegen derzeit vor.

Offen sei auch, welche zusätzlichen Platzbedarfe in den Kita`s entstehen. Hier werde in den kommenden Monaten ebenso wie an den Schulen die Nachfrage deutlich steigen.

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