Bundestagswahl
Grünes Gerangel

Kreis Steinfurt -

Gewählt wird erst im Herbst nächsten Jahres, doch bei den Grünen im Kreis Steinfurt ist jetzt schon der Kampf um den besten Startplatz entbrannt: Bei der Vergabe der Listenplätze gibt es eine Kampfkandidatur.

Mittwoch, 08.06.2016, 16:06 Uhr

Jan-Niclas Gesenhues 
Jan-Niclas Gesenhues 

Eine Kampfkandidatur zwischen dem grünen Kreissprecher Hermann Stubbe und dem Vorsitzenden der grünen Kreistagsfraktion, Jan-Niclas Gesenhues , wird die grüne Mitgliederversammlung am kommenden Dienstag (14. Juni, 19.30 Uhr Hotel Brügge , Münsterstraße 201, Ibbenbüren) prägen. Es geht um die Votenvergabe für einen aussichtsreichen Listenplatz für Bundestagswahl 2017.

Stubbe trat schon 2013 als grüner Kandidat für die Bundestagswahl an, enttäusche aber mit einem Ergebnis von nur 5,8 Prozent der Erststimmen bei 7,6 Prozent grünen Zweitstimmen. Platz 26 auf der NRW-Landesliste reichte bei einem schlechten grünen Ergebnis von 8 Prozent nicht für ein Mandat.

Auch diesmal will Stubbe wieder kandidieren, doch Gesenhues macht ihm den Kandidaten-Status streitig. „Ich habe in der Kreistagsfraktion gute Arbeisproben abgeliefert. Das wird auch anderswo registriert. ich rechne mir gute Chancen aus“, sagte Gesenhues im Gespräch mit dieser Zeitung. Klar sei, dass Friedrich Ostendorff der Kandidat Nr. Eins für das Münsterland sei. Jetzt gehe es darum, wer sich hinter ihm für die Zukunft positioniere. Gesenhues, der erst kürzlich den Vorsitz des Kreis-Umweltausschusses von Stubbe übernommen hatte, der daraufhin „aus persönlichen Gründen“ den Ausschuss verließ, gilt als Verfechter einer pragmatischen Politik, die grüne Ziele auch in einer Koalition mit der CDU durchsetzen möchte; Stubbe dagegen war zuletzt mit Vorwürfen gegen vermeintliche „rechte“ CDU-Positionen in der Flüchtlingskrise aufgefallen, für die er sich später entschuldigen musste.

Lohnt das Gerangel um einen Listenplatz ohne große Chancen? Das sieht Gesenhues anders: „Es gibt durchaus Chancen, bei einem Ergebnis von 12 bis 13 Prozent, wie es jetzt die Umfragen vorhersagen.“ Die Listenplatz-Entscheidung ist zwar noch nicht die endgültige Nominierung, aber doch eine Vorentscheidung. Weil es keine Wahldelegierten gibt, sondern alle anwesenden Mitglieder stimmberechtigt sind, wird entscheidend sein, wer am kommenden Dienstag mehr Anhänger mobilisieren kann.

Einfacher hat es Norwich Rüße, seit 2010 im Landtag für die Grünen. Er bewirbt sich erneut um das Votum der Mitglieder für die nächste Landesliste; ein Gegenkandidat ist nicht in Sicht. Neben seiner Bewerbungsrede wird Rüße auch über die aktuelle Krise der Landwirtschaft berichten.

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