Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft
Hoffen auf Simbabwischen Frühling

KREIS STEINFURT -

Simbabwe zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Soldaten, Polizisten und Lehrer bekommen ihre Gehälter schon länger nicht mehr rechtzeitig vom Staat überwiesen, rund ein Drittel der Bevölkerung ist auf ausländische Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Hilfe kommt auch aus dem Kreis Steinfurt.

Mittwoch, 27.07.2016, 16:07 Uhr

Hand in Hand: Dr. Reinhold Hemker besuchte mit Hermann Stubbe 2014 die Porta Farm School in der Nähe von Harare. Sie wird von dem evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken und von der Deutsch-Simbabwischen-Gesellschaft unterstützt.
Hand in Hand: Dr. Reinhold Hemker besuchte mit Hermann Stubbe 2014 die Porta Farm School in der Nähe von Harare. Sie wird von dem evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken und von der Deutsch-Simbabwischen-Gesellschaft unterstützt.

Durch die aktuellen Ereignisse rund um Terror, Amokläufe und Flüchtlingswelle rücken manche Krisenherde auf der Welt zunehmend in den Hintergrund. Etwa auf dem afrikanischen Kontinent. Darauf weist jetzt ehemalige langjährige Landtags- und Bundestagsabgeordnete Pfarrer Dr. Reinhold Hemker aus Burgsteinfurt hin. „Die Situation in Simbabwe spitzt sich immer mehr zu“, warnt er als Präsident der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft (DSG). Es herrscht in Simbabwe eine große Inflation. Die einst blühende Landwirtschaft liegt brach, es gibt immer wieder Hungersnöte.

Der Evangelische Kirchenkreis und seine 20 Kirchengemeinden im Westmünsterland knüpfen seit 2013 eine Kontinent-übergreifende ökumenische Partnerschaft zwischen Deutschland und Simbabwe.

Die großen Kirchen in Simbabwe drängen den autokratischen Präsidenten Robert Mugabe (92) zeitnah etwas gegen die zunehmend aussichtslose Lage vieler Menschen zu unternehmen – berichtet Hemker. Wenn nichts geschehe, drohten dem Land Unruhen. In Simbabwe finden seit Anfang Juli fast täglich Demonstrationen statt, auch zu gewaltsamen Ausschreitungen kam es bereits. Insider befürchten ein Auseinanderbrechen des Staates, wenn die Ängste der Bürger nicht ernst genommen würden.

Nach der Verhaftung des Pastors der Baptistischen Kirche Evan Mararire und der abschließenden Einstellung des Verfahrens wegen Landfriedensbruchs und Umsturzversuches gegen ihn habe ein Demonstrant von der „Hoffnung auf den simbabwischen Frühling “ gesprochen, teilt Reinhold Hemker mit.

Einige Tage später, nach mehreren spontanen Demonstrationen gegen das Mugabe-Regime, sei es so, dass die Organisationen der Kriegsveteranen und auch die führenden Militärs sich von dem mit diktatorischer Gewalt herrschenden Präsidenten Robert Mugabe abgewandt hätten. Davon berichtet Hemker in seinem Bericht an die Mitglieder und Förderer der DSG und des Projektes „Praxis der Entwicklungszusammenarbeit“. Mit dazu beigetragen habe aus Hemkers Sicht auch das Memorandum der Kirchen in Simbabwe, in dem deutliche Kritik an Mugabe und seinem Regime geäußert wird. Es werde darin auf die Korruption der führenden Regime-Mitglieder, die Einschränkung der demokratischen Rechte, die Nichteinhaltung der Verfassung und die politische und juristische Willkür verwiesen.

Reinhold Hemker machte auch deutlich, dass der Besuch des Bischofs der Ost-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Simbabwe beim Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt /Coesfeld/Borken zum Anlass genommen wird, auf die sich rapide ändernde Situation auch für die Partnerschaftsbeziehungen zwischen deutschen und simbabwischen Organisationen einzugehen. Bischof Faindi sei als früherer Militärbischof mit den politischen Verhältnissen bestens vertraut.

Wichtig sei es nun vor allem auch, dass die Unterstützung der Zivilbevölkerung über die Nichtregierungsorganisationen gesichert werde. Denn der notleidenden Bevölkerung müsse geholfen werden. „Dafür müsse man den zahlreichen Helferinnen und Helfern im Kirchenkreis Steinfurt/Coesfeld/Borken, in der DSG und allen Hilfsorganisationen wie der Welthungerhilfe, Brot für die Welt oder Misereor dankbar sein“, sagte der Vizepräsident der DSG Hermann Stubbe: Er ist bei der DSG für die Projektabwicklungen zuständig.

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Nähere Informationen gibt es unter ✆  01 71/26 58 98 9. Anfragen nimmt Reinhold Hemker (der sich in Maastricht gerade auf den Ironman am 31. Juli vorbereitet) per Email entgegen: hemke_00@uni-muenster.de.              

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