Friedel Theismann baut die Krippe in der St.Antonius-Basilika auf
„Keine Erfindung der Werbung“

Rheine/Kreis Steinfurt -

Friedel Theismann, ehemaliger Sakristan der Rheiner Pfarrei St. Antonius kümmert sich seit Jahrzehnten um den Aufbau der Krippenlandschaft in der Krypta der Basilika. Seit November ist er damit beschäftigt, die biblischen Geschehnisse darzustellen.

Freitag, 23.12.2016, 12:12 Uhr

Herr über 100 Figuren:  Friedel Theismann baut seit Jahrzehnten die Krippe in der Krypta der Rheiner St.-Antonius-Basilika auf. Seine Lieblingsfigur ist der ältere Mann mit Kind im Arm.
Herr über 100 Figuren:  Friedel Theismann baut seit Jahrzehnten die Krippe in der Krypta der Rheiner St.-Antonius-Basilika auf. Seine Lieblingsfigur ist der ältere Mann mit Kind im Arm.

Eine Lieblingsfigur? Friedel Theismann überlegt. Maria? Nein. Josef? Nein. „Der ältere Mann mit dem Jungen im Arm, der gefällt mir besonders gut.“ Vielleicht, weil sich der Großvater zweier Mädels in ihm ein bisschen wiedererkennt . . . Die knapp einen Meter große Gipsfigur steht ganz vorne, in der ersten Reihe. Die Augen des bärtigen Mannes schauen auf das Kind in der Krippe . Friedel Theismann hat ihn dort platziert. Wie jedes Jahr.

Obwohl mit 70 Jahren längst im Ruhestand, kümmert sich der ehemalige Sakristan der Rheiner Pfarrei St. Antonius mit Heinz Wehkamp und Kai Schmitz weiter um den Aufbau der Krippenlandschaft in der Krypta der Basilika. Seit November ist das ehrenamtliche Trio damit beschäftigt, die biblischen Geschehnisse darzustellen. Streng nach Bauzeitenplan.

Ein paar hundert Quadratmeter Papier haben sie für die Landschaft im Gewölbekeller unter der Kirche verarbeitet. Darauf kommt Moos, das die Herren in 25 Maurerwannen aus dem Wald geschleppt haben. Theismann hat in den Wochen vor Weihnachten viel zu tun, kaum ein Tag, an dem er sich nicht mit Engeln, Hirten und Königen in der Krypta verkriecht. Für ihn ist es kein bloßes Hinstellen der Krippe, es ist eine Herzenssache. Herauskommt jedes Mal ein anderes Bild. Im Mittelpunkt steht natürlich die Geburt des Gottessohnes.

Einige der Figuren stammen aus dem 19. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit hat Theismann ihre Zahl durch Zukäufe auf über 100 erweitert. Für alle gibt es immer einen Platz.

So wie heute wurde die Krippe erstmals 1981 in Szene gesetzt. Theismann erinnert sich noch gut daran, besonders an seine Motivation. Damals schon hat ihn der Rummel in der Adventszeit genervt: „Weihnachten ist keine Erfindung der Werbung, sondern ein Geschenk Gottes, mit dem alles angefangen hat.“ Eben diese Botschaft ist ihm wichtig. Sie rüberzubringen, darum geht es ihm.

Deshalb gehört auch das Kreuz für den früheren Küster dazu. Dieses Mal hängt es für alle sichtbar hinter dem Stall: „Wir wollen den Leuten damit nicht die Stimmung vermiesen“, betont er: „Aber die Geschichte ging nun mal weiter.“ Ein Hinweis auf Jesu Tod und Auferstehung dürfe nicht fehlen: „Uns geht es um das Verkünden des Evangeliums, nicht um Folklore.“

Wenn Theismann Wochen vor dem Fest Anfragen bekommt, wann denn die „Krippenshow“ eröffnet wird, bleibt er freundlich, aber bestimmt: „Eine Krippe wird nicht besichtigt, sondern besucht.“ Ein feiner Unterschied. Seine Führungen durch die Krypta von St. Antonius sind ausgebucht, sicher auch, weil sie so besonders sind. „Eigentlich ist der Begriff Krippenfeier treffender“, beschreibt er seine Art, vor allem Kindern Weihnachten näherzubringen. Es wird gemeinsam gebetet und gesungen. Technische Details, darauf legt der Bauherr Wert, gibt es an der Krippe nicht: „Hier geht es nur ums Theologische.“

Ob die Besucher Kirchgänger sind oder nicht, spielt für Friedel Theismann keine Rolle. Bei Bedarf legt er mit seiner berühmten „Blitzkatechese“ los und gibt eine Kurz-Einführung in den christlichen Glauben. Wichtig ist ihm, dass die Menschen mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.

 

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